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Neues von Detektiv Sherlock Holmes auf der KinoleinwandNeues von Detektiv Sherlock Holmes auf der Kinoleinwand

Watson (John C. Reilly, links) und Sherlock Holmes (Will Ferrell, rechts) in einer Szene des Films "Holmes & Watson"

Watson (John C. Reilly, links) und Sherlock Holmes (Will Ferrell, rechts) in einer Szene des Films "Holmes & Watson"

Die Parodie „Holmes & Watson“ gewinnt dem bekannten Stoff um den Detektiv keinen neuen Clou ab und zündet nicht mal als Nummernrevue

Nein, bei dem Regisseur Etan Cohen handelt es sich nicht um dessen Fast-Namensvetter Ethan Coen, der gemeinsam mit seinem Bruder Joel für Klassiker wie „Fargo“ verantwortlich zeichnet. Etan Cohen hat zuletzt die mittelmäßige Komödie „Der Knastcoach“ inszeniert. Für seine Sherlock-Holmes-Parodie vereint er das Komiker-Duo Will Ferrell und John C. Reilly, die bereits in „Stiefbrüder“ und „Ricky Bobby – König der Rennfahrer“ gemeinsam auftraten.

Wo die bisherigen Filme des Duos wenigstens davon profitierten, dass Ferrell und Reilly gut miteinander harmonieren, versandet der überspannte neue Auftritt der beiden von der ersten Szene an. Anders als zuletzt etwa die viel beachtete BBC-Serie „Sherlock“, die das Detektivspiel in die Gegenwart holte, fügt Cohens Film der vielfach recycelten Geschichte nach der Literaturvorlage von Arthur Conan Doyle keine neuen Aspekte hinzu. Viel ärger ist aber der seelenlose Humor des Streifens, der nur gelegentlich ein Schmunzeln erzeugt.

Queen in Gefahr

Kommen wir zur (bekannten) Story: Im London des Jahres 1881 gelten der Meisterdetektiv Sherlock Holmes (Will Ferrell) und sein Assistent Dr. Watson (John C. Reilly) als das Nonplusultra bei der Lösung vertrackter Kriminalfälle. Aktuell sollen die beiden den Beweis erbringen, der Moriarty (Ralph Fiennes), den vor Gericht stehenden Erzfeind von Holmes, hinter Gitter bringt. Doch statt Moriarty zu belasten, findet Holmes heraus, dass es sich bei dem gesuchten Täter um einen Doppelgänger handelt.

Schlimmer noch: Es bleiben nur zwei Tage, um den wahren Übeltäter zu finden, der ein Attentat auf Königin Victoria (Pam Ferris) plant. Unterstützung erhalten die beiden Ermittler von der amerikanischen Gerichtsmedizinerin Dr. Grace Hart (Rebecca Hall) und deren geistig zurückgebliebener Assistentin Millie (Lauren Lapkus).

Die Kriminalfilmhandlung von „Holmes & Watson“ liefert ein notdürftig zusammengehaltenes Gerüst, das den Gags als Aufhänger dient. Die Story wirkt schludrig hingeschrieben und regt kaum zum Mitknobeln an. Stattdessen stolpern Ferrell und Reilly von einer albernen Situation in die nächste, wobei Regisseur Cohen den Slapstick auch noch recht hölzern inszeniert. Statt an konsequente Nonsens-Parodien wie „Die nackte Kanone“ erinnert das Ergebnis eher an die uninspirierten „Scary Movie“-Fortsetzungen – peinliche Kotzanfälle inklusive.

Musical-Einlage und Schlussgag

Zwischendurch geht es dann natürlich auch noch darum, dass der Arzt Watson endlich aus dem Schatten des genialen Holmes treten will. Schließlich kommen die guten Ideen ja tatsächlich meistens von ihm, was der eitle Holmes jedoch nicht honoriert. Erst gegen Ende gesteht sich das Duo in Form einer Musical-Einlage die gegenseitige Wertschätzung ...

Als die Farce vorbei ist, deutet Cohen übrigens zu allem Überfluss als Schlussgag eine mögliche Fortsetzung im Wilden Westen an.

USA 2018, 90 Min., R: Etan Cohen, D: Will Ferrell, John C. Reilly, Rebecca Hall, R. Fiennes, K. Macdonald
FSK 12, Wertung: 1 von 5 Sternen

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