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Warum Daniel Craig ein Problem mit dem Bond-Image hat

Daniel Craig wurde am 2. März 1968 im englischen Chester geboren.

Daniel Craig wurde am 2. März 1968 im englischen Chester geboren.

Foto: Leo Hudson / dpa

Berlin.  Bald ist Daniel Craig wieder als James Bond zu sehen, nun spielt er in der Komödie „Knives Out“. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

Bevor Daniel Craig wieder seinen Dienst als James Bond antritt, vergnügt er sich im Agatha-Christie-haften Spektakel „Knives Out“ (ab 2. Januar im Kino). Das scheint für den 51-Jährigen entspannter und amüsanter gewesen zu sein als der aufreibende 007-Dreh. Die einzige Herausforderung dabei: Singen.

In der Krimikomödie „Knives Out – Mord ist Familiensache“ erleben wir mal Ihre humorvolle Seite. Hatten Sie sich bewusst so eine Rolle ausgesucht, um von Ihrem grimmigen James Bond-Image wegzukommen?

Daniel Craig: Nein, ich hätte bei diesem Film so oder so ja gesagt, weil das Drehbuch einfach herausragend war. Ich habe also nicht bewusst nach einer Komödie gesucht. Aber ich muss sagen: Schon beim Lesen des Drehbuchs habe ich lauthals gelacht. Und als sich dann das Publikum im Kino über die gleichen Gags amüsierte wie ich, war ich hin und weg vor Begeisterung.

In dem Film bekommen wir auch Ihre skurrile Seite zu sehen, etwa wenn Sie im Auto eine Musical-Nummer anstimmen. Real würden Sie so etwas sicher nicht machen, oder?

Craig: Natürlich mache ich das. Ich liebe es zu singen. Wer singt nicht im Auto? Wobei ich nicht behaupten will, dass ich ein guter Sänger bin. Ich treffe nicht die Töne, aber ich konnte zumindest so tun, als würde es zu meiner Rolle gehören.

Jedenfalls dürfte das gemütlicher gewesen sein als der Dreh zu den Bond-Filmen, wo Sie sich ständig verletzen.

Craig: Ja, dieses Mal habe ich mir den Knöchel gebrochen. Solche Verletzungen sind schon nervig, aber nicht wegen mir, sondern weil das den Drehplan verkompliziert. Wir haben da einen schrecklichen Zeitdruck, und ich will ja keinesfalls den ganzen Betrieb aufhalten. Aber irgendwie funktioniert es dann doch immer.

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Kriegen Sie die große Krise, wenn so ein Unfall passiert?

Craig: Am Anfang schon ein bisschen, denn ich habe ja auch in der Vorbereitung so lange an dem Film gearbeitet. Bei Drehbeginn denkst du dir ‚Toll, jetzt geht es endlich los’. Und dann passiert so etwas. Da bin ich halt ein paar Tage mieser Laune, aber dann bin ich drüber hinweg. Ich kann ja sowieso nichts dran ändern.

Was sind denn die persönlichen Qualitäten, mit denen Sie solche schwierigen Projekte durchstehen?

Craig: Während eines Films habe ich den absoluten Tunnelblick. Ich halte meine Energie so hoch wie ich nur kann, denn ich möchte alle meine Mitstreiter inspirieren – und mich auch von ihnen inspirieren lassen. Und dabei pumpe ich mich voll aus.

Klingt ganz schön kräftezehrend.

Craig: Ja, aber auf diesem Niveau zu arbeiten, gibt mir einen großen Kick. Danach breche ich aber erst mal zusammen und tue einige Tage lang erst mal gar nichts.

Ihre Familie wird davon sicher begeistert sein.

Craig: Für die ist es natürlich schwierig. Zum Glück haben sie großes Verständnis dafür, dass mich dieser Job so einsaugt und ich mein Privatleben auf Pause schalten muss. Ich gebe zu, das ist ein Aspekt, den ich bei meinem Job hasse, aber ich bin ja nicht der Einzige, dem’s so geht. Das gilt für das ganze Team.

Andererseits haben Sie sich ja mit „Casino Royale“ als weltweites Sexsymbol etabliert. Das ist ja auch was Angenehmes, oder?

Craig: Ach ja, die Badehosen. Ich möchte nicht wissen, wie viel Stück wegen dieser Szene verkauft wurden. Jedenfalls habe ich mir geschworen, dass ich die nie wieder anziehe. Auf jeden Fall denke ich nicht daran, wie ich auf mein Publikum wirke. Ja, für Rollen wie Bond muss ich mich fit machen, das ist Teil meines Jobs. Doch ein Schauspieler, der überlegt, wie er dabei rüberkommt, kann nicht richtig spielen.

Zumindest sind Sie dank des Bond-Images berühmt geworden. War das ein Ziel?

Craig: Oh nein, damit hatte ich immer ein Problem. Wobei man unterscheiden muss: Ich fühle mich als Prominenter überhaupt nicht wohl. Aber es ist okay für mich, dass ich für meine Arbeit bekannt bin. Diese Art von Berühmtheit akzeptiere ich, selbst wenn ich nur ungern meine Privatsphäre verliere.

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