Bühne

Kunst unter Vorbehalt: Ruhrtriennale stellt Programm vor

„Futureland“: ein Stück mit geflüchteten Jugendlichen. 

„Futureland“: ein Stück mit geflüchteten Jugendlichen. 

Foto: Ute Langkafel 

Essen.  Ab dem 14. August soll die Ruhrtriennale steigen, 700 Künstler aus 40 Ländern werden erwartet. Falls die Krise dauert, werden Karten erstattet.

700 Künstler aus 40 Ländern. 33 Produktionen, davon 12 Uraufführungen. 17 Spielstätten in Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gladbeck und Wuppertal. Die Programmvorstellung der Ruhrtriennale war bislang völlig zu Recht ein Fall für die große Bühne, für Künstlergespräche, Video-Clips, Lobesreden. Die Zeiten, sie sind nicht so. Und so lesen wir am Ende der langen Mail, mit der das Festival (14.8. bis 20.9.) diesmal seine Pläne vorstellt: Man beobachte die Lage und „für den Fall, dass Veranstaltungen abgesagt werden müssen, erstatten wir den Preis für bereits gekaufte Karten selbstverständlich zurück“. Kunst unter Vorbehalt.

Intendantin Stefanie Carp weiß einmal mehr Christoph Marthaler an ihrer Seite

Im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Stefanie Carp – „Zwischenzeit“ hat sie diese drei Jahre betitelt – wird einmal mehr Christoph Marthaler als „Artiste associé“ an ihrer Seite stehen. Seine Musiktheaterkreation „Die Verschollenen (für großes Orchester)“ in der Jahrhunderthalle bezieht sich auf Kafkas „Amerika“ und erzählt vom Verschwinden und von Verschwundenen (ab 14.8.). Auch William Kentridge ist erneut dabei: Sein Werk „Waiting for the Sibyl. The Moment Has Gone“ wird im Duisburger Landschaftspark das Festival beschließen (ab 13.9.); zudem wird er eine seiner Lecture-Performances geben (14.9.). Die Festivalrede mit dem Titel „Reflections on Planetary Living“ hält der politische Philosoph und Historiker Achille Mbembe (14.8.).

Lola Arias „Futureland“ ist ein Doku-Theaterstück über geflüchtete Jugendliche

Flucht und soziale Konflikte, diese Themen sind ein roter Faden, leuchtend wie ein Flatterband für weltweite Tatorte. Lola Arias „Futureland“ (ab 20.8.) etwa ist ein Doku-Theaterstück mit und über geflüchtete Jugendliche. Kornél Mundruczós „Pieces of a Woman“ (ab 16.9.) und Mariano Pensottis „Los Años/Die Jahre“ (ab 3.9.) setzen sich mit Lebensgeschichten und sozialen Konflikten auseinander.

Im Bereich Tanz wird der Choreograf Serge Aimé Coulibaly mit „Wakatt“ eine Arbeit über Angst zeigen (ab 5.9.) und Marlene Montero Freitas in „Mal – Embriaguez Divina“ (ab 4.9.) dem Bösen auf den Grund gehen. Chorwerk Ruhr zeigt zu seinem 20-jährigen Bestehen das Oratorium „Elias“ an fünf Orten in der Region (ab 5.9.). Das weitere umfangreiche Musikprogramm bestreiten etwa die Bochumer Symphoniker, das Malmö Operaorkester oder der Helsinki Chamber Choir, auch die aschinenHausMusik wird Spannendes bieten.

Kunstprojekte von Olu Oguibe und Candice Breitz in Bochum und Essen

Auch Künstler Olu Oguibe arbeitet einmal mehr im Auftrag der Triennale: Seine Foto-Installation „Miners“ ist im Bochumer Bergbau-Museum zu sehen. Im Essener Folkwang-Museum zeigt Candice Breitz ihre neue Video-Installation. Außerdem wird Julius von Bismarcks performative Installation „Polizei (OMOH)“ auf dem Gelände der Jahrhunderthall ezu sehen sein, dies als Projekt von Urbane Künste Ruhr .

Traditionell denkt die Triennale auch an ihr junges Publikum: Das interaktive Gesellschaftsspiel „Unterscheidet euch!“ von Turbo Pascal lädt zum Mitmachen ein, ebenso das Projekt „#nofear“. Im „Third Space“, den „raumlaborberlin“ in neuer Gestalt auf den Vorplatz der Jahrhunderthalle bringt, wird es zudem Angebote geben – darunter etwa eine Hip-Hop-Academy von Konzeptkünstler Akira Takayama.

Der Frühbucherrabatt gilt bis Sonntag, 3. Mai. Alle Infos: www.ruhrtriennale.de.

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