James Taylor

„American Standard“ – eine swingende Frühlingsbrise

US-Musiker James Taylor widmete sich dem amerikanischen Songbook.

US-Musiker James Taylor widmete sich dem amerikanischen Songbook.

Foto: Norman Seeff / dpa

Essen.  Typisch Taylor: Auch wenn sich der US-Songwriter jazzigen Sounds widmet, hat das einen tiefenentspannten Faktor. Man lausche „American Standard“.

Welches Themas auch immer sich James Taylor annimmt – man darf sicher sein, er macht es mit Liebe, Sorgfalt und Geschmack. Nach knapp fünf Jahren Pause legt der US-Songwriter nun ein Album mit Klassikern des amerikanischen Songbooks – Broadway-Songs, Jazz-Gassenhauer – vor, das einmal mehr seine Fans erfreuen wird.

Vor allem zu Beginn ist „American Standard“ (Fantasy Records/Universal Music) umwerfend gut. Denn „My Blue Heaven“ kommt als swingende Frühlingsbrise daher, wunderbar eingeleitet mit sanft getupft-gezupften Gitarrenfiguren, umspielt von der Geige von Stuart Duncan, mündend in einen lässigen Groove, wie man ihn von frühen Django-Reinhardt-Aufnahmen kennt.

Der „Moon River“ schlängelt sich ins Ohr

Dann schlängelt sich der „Moon River“ ins Ohr, ein Traum von einer Ballade. Taylor erweist sich stimmlich immer noch in Höchstform, und die Gitarren (John Pizzarelli unterstützt Taylor) legen einen fein gewebten Teppich aus eleganten Jazzakkorden dazu.

Beim im Bossa-Feeling präsentierten „Teach Me Tonight“ zahlt es sich aus, dass Taylor auch bei der Rhythmusgruppe nur der ersten Liga vertraut. Steve Gadd ist schließlich der unumstrittene Fellestreichler der Szene und die Percussions bedient gekonnt niemand Geringeres als Luis Conte. Da hat man als Musikfreund keine weiteren Fragen mehr. Bemerkenswert ist auch, dass Taylor die ein oder andere Nummer durch waghalsige Satzgesänge würzt; Lieder wie „Almost Like Being In Love“ oder „Sit Down, Your Rockin’ The Boat“ haben was von Manhattan Transfer.

Ein bisschen Eintönigkeit

Man muss allerdings auch festhalten, dass es im Verlauf der immerhin 14 (!) Songs umfassenden Sammlung durchaus ein paar dahinplätschernde Momente gibt. Handwerklich ist das stets über alle Zweifel erhaben, aber es schleicht sich ein bisschen Eintönigkeit ein. Man könnte es auch Mantra nennen. Auf jeden Fall ist auch das typisch Taylor.

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