Festival

Besucher feiern trotz Hitze ausgelassen beim Juicy Beats

Die heißen Temperaturen haben der guten Stimmung beim Juicy Beats in Dortmund nicht geschadet: Tausende Besucher tanzten zu der Musik.

Die heißen Temperaturen haben der guten Stimmung beim Juicy Beats in Dortmund nicht geschadet: Tausende Besucher tanzten zu der Musik.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Dortmund.  Tausende sind am Freitag zur Eröffnung Juicy Beats nach Dortmund geströmt. Trotz der Hitze tanzten sie zu Trettmann und Annenmaykantereit.

Sonnencreme, Fächer und Trinkbeutel: Das sind am ersten Tag auf dem Juicy Beats in Dortmund die wichtigsten Begleiter für die Fesitvalbesucher. Denn die Sonne scheint am Freitag gnadenlos vom Himmel, das Thermometer zeigt 37 Grad an. Doch an den heißen Temperaturen stören sich die Besucher nicht: Sie tanzen sich am Nachmittag trotz sengender Hitze und mit roten Köpfen zu den Beats von Larissa Rieß, der Antilopengang oder Moop Mama ein.

Und wem es dann doch zu heiß geworden ist, der macht eine kurze Verschnaufpause im Schatten der unzähligen Bäume im Westfalenpark oder kühlt sich an einer der Wasserstellen ab. Hier können Besucher ihre faltbaren Trinkbeutel mit Wasser auffüllen, die extra an den Eingängen beim Einlass verteilt wurden. Schließlich hatte sich der Veranstalter auf den heißen Tag eingestellt und entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Lange Schlangen an den kostenlosen Trinkwasserstellen

Trotzdem kommt es immer wieder zu langen Schlangen vor den Trinkwasserstellen. „Bei der Hitze hätte es ruhig mehr davon geben können“, sagt der 43-jährige Marcel. Auch die Faltflaschen wären schnell vergriffen gewesen. Doch den Vorwurf weist der Veranstalter von sich: „Wir haben vorher sehr deutlich und mehrfach darauf hingewiesen, dass die Besucher selbst welche mitbringen sollen“, sagt Sprecher Jan Kempinski.

Am frühen Abend zieht sich der Himmel dann zu, dicke graue Wolken hängen über den Bühnen. Doch die Besucher haben Glück: Dortmund wird an diesem Abend von Regen und Gewitter verschont. Und die verschwundene Sonne bietet eine willkommene Verschnaufpause von der Hitze.

Trettmann heizt den Besuchern auf der Hauptbühne ein

Genau richtig, um unbeschwert zu den Melodien von Trettmann zu tanzen. Sein Auftritt zählt zu den Höhepunkten am Abend. Der 45-Jährige ist bereits zum vierten Mal auf dem Juicy Beats: „Das erste Mal war ich auf der Reggae Bühne und jetzt auf der Mainstage, das ist schon irre. Deshalb danke an den Pott!“, ruft der Musiker zu den ersten Klängen seines Hits „Knöcheltief“ ins Mikro – und seine Fans rasten aus. Und spätestens zu seinem Nummer-1-Erfolg „Standard“ kann auch in der letzten Reihe niemand mehr still stehen.

Trettmann über Vorteile des späten Erfolgs und Rock 'n' Roll

Seine musikalischen Einflüsse, eine Mischung aus Hip Hop, R’n’B und Dancehall, hat er nicht auf seinen unzähligen Reisen nach Jamaika gesammelt, auch die Schallplattensammlung seiner Mutter habe ihn schon früh beeinflusst, sagt Trettmann vor seinem Auftritt im Interview: „Die 70er- und 80er-Jahre, von den Beatles über Aretha Franklin und Stevie Wonder, haben mich stark geprägt. Meine Musik ist ein Sammelsorium aus all diesen Einflüssen.“

Auch dem elfjährigen Julian gefällt Trettmanns Musik. Er ist das erste Mal mit seinen Eltern hier, die als gebürtige Dortmunder schon seit Jahren zum Juicy Beats kommen: „Wir haben ihn jetzt zum ersten Mal mitgenommen, da er langsam anfängt die Musik zu hören, die hier gespielt wird“, sagt Mutter Nicole (42). Und das letzte Mal wird das sicher nicht gewesen sein: „Wir haben jetzt noch knapp vier Jahre, bis er uns dann nicht mehr dabei haben will“, sagt Vater Sven (44) lachend.

Annenmaykantereit liefern den perfekten Sound für den Sommerabend

Er freut sich vor allem auf Annenmaykantereit. Und lange muss er nicht mehr warten: Denn pünktlich um 21.10 Uhr betreten die vier Kölner Jungs die Bühne. Für viele ist ihr Auftritt das Highlight auf dem Festival und so ist es auf dem Hang um die Hauptbühne ziemlich voll geworden. Mit Songs wie „Oft gefragt“, „Marie“ und „Pocahontas“ liefern sie den perfekten Sound an dem lauen Sommerabend. Und als Sänger und Pianist Henning May dann mit seiner markanten tiefen Stimme alleine „Barfuss am Klavier“ singt, wird es noch mal ganz ruhig, überall gehen die Feuerzeuge hoch – Gänsehaut!

Überhaupt hat es der 27-Jährige den weiblichen Fans angetan: „Henning“-Rufe erschallen von allen Seiten in Richtung Bühne. Passend dazu haben sich die grauen Wolken am Himmel nun rosa gefärbt. Obwohl die gefeierten Headliner die Fans mit ihrem Auftritt nicht enttäuschen, bleibt doch am Ende ein Wehmutstropfen: Zehn Minuten früher als geplant endet der Auftritt der Band. Der Wunsch der Feiernden nach einer weiteren Zugabe bleibt ungehört.

Für viele Festivalbesucher ist der Abend nun vorbei, sie verlassen das Festival in Richtung Ausgang. Doch ein paar Nachtschwärmer bleiben noch, sie wollen noch weitertanzen und verschwinden im Dunkel des Parks.

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