Festival-Bilanz

World Club Dome macht Qualitätssprung: die Tops und Flops

Die World Club Dome Winter Edition steigerte sich bei der zweiten Auflage im Vergleich zur Premiere.

Die World Club Dome Winter Edition steigerte sich bei der zweiten Auflage im Vergleich zur Premiere.

Foto: Socrates Tassos

Düsseldorf.  So sieht das Fazit nach der World Club Dome Winter Edition in Düsseldorf aus: Was lief gut? Und wo gibt es noch Luft nach oben? Eine Übersicht:

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die zweite Ausgabe der World Club Dome Winter Edition in der Arena Düsseldorf hat im Vergleich zur Premiere (November 2018) einen Qualitätssprung gemacht. BigCityBeats-CEO Bernd Breiter und sein Team haben sich viele Kritikpunkte der Besucher zu Herzen genommen und einige Verbesserungen vorgenommen.

Mit durchschnittlich 30.000 Besuchern an den drei Festival-Tagen haben sich die Erwartungen des Veranstalters erfüllt. Hier werfen wir einen Blick auf die Tops, aber auch auf die Punkte, die für das nächste Mal noch besser laufen könnten:

Die Tops beim World Club Dome 2020 in Düsseldorf

Mainstage und Effekte in der Arena

Die neue Mainstage in Stadionbreite hat die Besucher des World Club Dome schwer beeindruckt. Eine gigantische Video-Leinwand im Rücken der DJ-Kanzel sorgte durchgehend für visuelle Effekte im Einklang mit den elektronischen Beats. Dazu gab es rechts und links zwei weitere Video-Screens, auf denen oft live das Publikum oder die Künstler gezeigt wurden.

Das Line up beim WCD in Düsseldorf

Mit Dimitri Vegas & Like, Martin Garrix und Steve Aoki gehörten einige DJ-Weltstars zum Line up bei der World Club Dome Winter Edition 2020 in Düsseldorf. Selbst ein kurzfristiger Ausfall durch Afrojack konnte BigCityBeats mit einem anderen Superstar wie Don Diablo auffangen.

Dazu waren unter den 170 Künstlern noch viele weitere spannende Acts, die nicht nur auf der Mainstage wie Ummet Ozcan, Le Shuuk und Da Tweekaz, sondern zum Teil auch auf den kleineren Bühnen auflegten - etwa Younotus, Laidback Luke und Lost Identity.

Zudem wurde der Mut der Veranstalter, nicht nur Acts aus der Elektronischen Musik-Szene zu buchen, zumindest zum Teil belohnt. Bausa und speziell Sido wurden am Festival-Sonntag für ihre starken Auftritte vom Publikum gefeiert. Es gab aber auch Flops... (siehe weiter unten)

Die Influencer-Party Glam

Der World Club Dome hatte seine Pforten noch nicht geöffnet, da gab es schon die erste Support-Welle bei Instagram. Mit der Influencer-Party Glam ist BigCityBeats-CEO Bernd Breiter ein cleverer Schachzug gelungen: Indem er die "Macht" über 70 Millionen Follower in die Düsseldorfer Arena versammelte, gelangten jede Menge Bilder und Videos in die Instagram-Welt. Dazu kamen Promis wie Cathy Hummels, Jasmin Wagner, Mola Adebesi, Lukas Podolski, David Odonkor und Frank Rosin.

Das Pfandsystem hat funktioniert

Im Rundlauf der Arena lag nur sehr wenig Müll auf dem Boden - auch in der Arena hielt sich die Zahl der Becher und Dosen in Grenzen, die herumlagen. Eine gute Sache - auch wenn es mit der Wiedergabe manchmal etwas schwierig war: Man musste genau das an Becher oder Dosen wiederbringen, was vorher über die Karte gekauft wurde, damit der Pfand zurückgebucht wurde.

Nur ein Bezahlsystem für Essen und Getränke

Gab es bei der Premiere der World Club Dome Winter Edition 2018 noch zwei Bezahlsysteme (fürs Essen Cash und für Getränke über eine aufladbare Karte), so konnte der Veranstalter mit dem Caterer für 2020 eine Einigung erzielen und es wurde alles über eine Karte abgerechnet.

BigCityBeats macht den nächsten Astronauten zum Weltraum-DJ

Dass ESA-Astronauten Matthias Maurer vor 30.000 Besuchern beim Elektro-Festival World Club Dome in der Arena Düsseldorf als DJ auf der Mainstage steht, hätte er sich bis vor einem halben Jahr nicht träumen lassen. Doch der größte Auftritt folgt noch: Der 49-Jährige wird der zweite Mensch sein, der im Rahmen der Kooperation der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA mit dem Veranstalter BigCityBeats ein DJ-Set in der Internationalen Raumstation ISS spielen wird.

WCD-Resident Le Shuuk landet Festival-Hit

Das perfekte Lied zum perfekten Zeitpunkt? Am Freitag veröffentlichte Le Shuuk seine neueste Produktion "Sandmann". Das Lied lief nicht nur auf der Mainstage, als Matthias Maurer vorgestellt wurde. Le Shuuk musste es zig mal auflegen: "Bei einem Auftritt forderte das Publikum den Sandmann so oft, dass ich ihn viermal spielen musste", schwärmt der DJ im Interview mit der Redaktion. Noch nie habe Le Shuuk so viele positive Reaktionen auf eine Produktion wie beim "Sandmann" bekommen.

DJs feiern mit und im Publikum

Die Zeiten, wo sich DJs am liebsten hinter dem Mischpult abschotten würden und einfach ihr Ding durchziehen wollen, ist längst vorbei. Die DJ-Generation beim World Club Dome liebt und sucht den Kontakt zum Publikum. Die Künstler steuern die Stimmung durch gemeinsame Interaktionen mit dem Publikum, die auf den kleinen Bühnen im Stage-Diving oder in von den Künstlern selbst angezettelten Moshpits wie bei Younotus enden.

Die Flops beim World Club Dome 2020 in Düsseldorf

Tür zu - es zieht!

Tür zu!!! Die kleinen Clubs im Rundlauf der Arena Düsseldorf sind durch zahlreiche Türen mit dem Outdoor-Bereich des Stadions verbunden. Auch wenn an jeder Tür stand "Bitte schließen", scherten sich nur wenige darum. Dadurch war es teilweise recht frisch rund um die Bühnen. Einige tanzten sich warm. Andere wie etwa die Mitarbeiter hinter den Theken ärgerten sich über die Nachlässigkeit.

Der Instagram-Wahn

Es gab Zeiten, da haben die Menschen bei Konzerten oder auch DJ-Auftritten schlicht zur Musik gefeiert und getanzt. Irgendwann wurde es in der Menge ruhiger, weil ein Teil stillstand, damit das Video der Smartphone-Aufnahme nicht verwackelte. "Hey, Ihr habt dazu gelernt. Ich sehe gar nicht so viele filmende Handys in der Luft", stellte Sido am Sonntag erstaunt fest.

Das mag auch daran liegen, dass einige Smartphones stattdessen auf das Konterfei der Besitzer selbst gerichtet waren, um die Instagram-Follower hautnah am eigenen Leben teilnehmen zu lassen. Die Bühne und Acts wie Sido werden da zum bewegten Hintergrund.

Nicht alle Experimente beim Line up gelangen

Beim "World Club Dome" legt Bernd Breiter großen Wert darauf, dass es sich nicht um ein EDM-Festival, sondern um einen Club handelt. Dort gebe es auch Konzerte sowie HipHop- und Rap-Sound.

So stand am Sonntag ein dreistündiges HipHop-Crossover an: Waren die Auftritte von Bausa, Loredana und vor allem Sido ein Volltreffer, so geriet Ice-T direkt im Anschluss zum Flop. Schneller leerte sich die Arena vor keinem anderen Akt an dem Wochenende. Dabei zeigte Mr.X am Mixer sogar noch eines der besten technischen DJ-Sets des gesamten Festivals - was allerdings nicht mehr viele mitbekamen.

Alma: Eine fantastische Sängerin am falschen Ort

Dass die Finnin Alma-Sofia Miettinnen eine grandiose Sängerin ist, haben die Besucher des World Club Dome in der Arena schnell registriert. Ihr Sound kam allerdings überhaupt nicht an. Erst als sie ihre Chart-Hits spielte, kam ein wenig Stimmung auf.

Ob sie deshalb 18 Minuten vor dem im Timetable angekündigten Ende die Bühne verließ, ist nicht bekannt. Hardstyle-Act Mandy sprang jedenfalls für 15 Minuten ein und heizte die Arena vor den Hardstylern Da Tweekaz wieder auf.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben