World Club Dome

Younotus beim World Club Dome: „Stillstand ist für Kunst der Tod"

Younotus zeigten beim World Club Dome in Düsseldorf einen starken Auftritt.

Younotus zeigten beim World Club Dome in Düsseldorf einen starken Auftritt.

Foto: Ingmar Kreienbrink

Düsseldorf.  Younotus begeisterte das Publikum beim World Club Dome. Im Interview sprach das Duo über ihr DJ-Gen, Spaß im Publikum und glückliche Zufälle.

Eurer Auftritt beim World Club Dome in Düsseldorf gehörte zu den Höhepunkten an dem Festival-Wochenende. Wie habt Ihr selbst die Zeit auf der Bühne empfunden?

Tobias: Mega gut! Die Leute waren von Minute 1 am Start und riefen schon die ersten HeyHos, da hatten wir noch gar keinen Track gespielt.

Gregor: Und am Ende ist es wiederausgeartet in Moshpits.

Die habt ihr aber selbst angezettelt… – Macht ihr das öfter?

Tobias: „Ja, wenn die Crowd das hergibt und die Leute richtig Bock haben, wird es bei uns in den letzten zehn Minuten immer etwas wilder. Dann gehen wir auch ins Publikum und machen den Moshpit mit.“

Gregor: „Es verbindet den DJ mit dem Publikum viel mehr, als wenn da immer diese Wand vor der DJ-Kanzel zwischen ist.“

Habt ihr keine Berührungsängste oder schlechte Erfahrungen gemacht?

Tobias: „Nein, überhaupt nicht. Die Leute vor der Bühne sind uns so wohl gesonnen. Da gibt es bislang nur positive Erfahrungen.“

Hättet Ihr gerne auch auf der Mainstage beim World Club Dome gespielt?

Tobias: „Na klar. Aber wir haben dieses DJ-Gen und spielen überall, wo man sagt, da kann man Musik machen. Uns kommt es eigentlich immer nur auf die Stimmung an. Du kannst mit 50 als auch mit 15.000 Leuten die beste Party haben.“

Du stammst aus der Region und hattest einen kleinen Heimvorteil oder?

Tobias: „Ja, ich bin im Duisburger Süden aufgewachsen, wo meine Eltern immer noch wohnen. Ich war in Düsseldorf auf der Schule und habe hier noch viele Freunde. Meine Mama war ebenfalls da und stand direkt neben der Bühne.“

Hat es Ihr gefallen?

Tobias: „Klar, die ist immer hin und weg und unser Fan Nummer 1.“ (lacht)

Wie gefällt Euch die Stimmung beim World Club Dome?

Gregor: „Was den World Club Dome besonders auszeichnet, sind die Leute, die hier unfassbar Bock haben, Party zu machen. Das spürt man auf jeder Bühne."

Tobias: „Ich habe zudem das Gefühl, dass das Publikum beim World Club Dome elektronische Musik versteht. Da kann man auch mal ein bisschen anders spielen.“

Deshalb habt ihr Eurer DJ-Set musikalisch recht abwechslungsreich gestaltet?

Gregor: „Wir versuchen das Club-Feeling mit bekannten Songs zu verbinden.“

Tobias: „Das ist ja auch das, was wir als Younotus machen. Wir veröffentlichen Musik, die im Radio gespielt wird und machen davon Club-Mixe, die wir in unsere DJ-Sets einbauen.“

Ihr habt eine große Fanbase in NRW, wart für die 1Live Krone nominiert und tretet hier regelmäßig auf – etwa bei Parookaville

Tobias:Parookaville-Mitorganisator Bernd Dicks hat uns früh unter seine Fittiche genommen, weil er großes Potenzial sah und uns gerne beraten wollte.“

Gregor: „Deshalb sind wir seit der zweiten Auflage auch jedes Jahr dabei.“

So wie Franz Zimmer alias Alle Farben, mit dem ihr schon mehrere Produktionen hattet wie Supergirl oder Please tell Rosie. Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Tobias: „Das ist so eine Bilderbuch-Story. Unseren zweiten Track haben wir auf Soundcloud hochgeladen, wo wir bis dahin nur wenige Follower hatten. Trotzdem hat Frans den Song durch Zufall gefunden und fragte uns, ob er ihn in seinen DJ-Sets spielen dürfte.“

Gregor: „Dann haben wir bei einem Remix-Contest zu der Single She Moves von Alle Farben mitgemacht und ihn gewonnen. Dann wollte Frans uns auch mal persönlich kennenlernen. Und daraus ist eine schöne Freundschaft entstanden.“

Wie ist vor der Neuauflage des Songs Narcotic der Kontakt zu Liquido-Sänger Wolfgang Schrödl zustande gekommen?

Tobias: „Bei uns im Studio in Berlin-Kreuzberg produzierte auch der Wolfgang. Obwohl wir ihn schon lange kannten, wussten wir überhaupt nicht die Verbindung zu Liquido. Da kam uns die Idee, den Song mal neu aufzunehmen, was Wolfgang am Anfang überhaupt nicht wollte. Dann hat Gregor ihn sehr bearbeitet…“

Gregor: „Ja…“ (lacht) „… Das war auf einer Aftershow-Party, wo ich ihm seine eigene Melodie so oft ins Ohr gepfiffen und gesungen habe, bis er sie selber nicht mehr hören konnte und mit uns ins Studio gehen wollte.“

Tobias: „Und wir haben natürlich behauptet, dass wir schon den Mega-Plan für den Song hatten. Dabei waren wir anfangs noch völlig blank. Umso schöner, dass es dann mit Wolfgang richtig gut funktioniert hat.“

Mit welchem Anspruch geht man denn an eine neu-Produktion von so einem bekannten Lied?

Tobias: „Das war eine Todes-Herausforderung. Es gibt 34 Versionen von uns, und immer wieder dachten wir: Nee, das klingt zu cool oder zu prollig. Wir wollten auf keinen Fall, dass es wie ein Mallorca-Schlager klingt. Deshalb mussten wir eine besondere Brücke finden.“

Das Aufeinandertreffen mit Frans Zimmer und Wolfgang Schrödl waren dann zwei glückliche Zufälle, die für Euren weiteren Karriereweg enorm wichtig waren…

Gregor: „Das gehört dazu, man muss auch mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.“

Tobias: „Wenn uns junge Nachwuchs-DJs oder Künstler nach einem Tipp fragen, raten wir deshalb: Immer vorbereitet sein, immer Bock haben und das Glück auch mal herausfordern. Wenn sich dann eine Chance ergibt, muss man am Start sein und abliefern können.“

Weil ihr bislang vor allem durch Produktionen mit anderen Künstlern so erfolgreich wart, ist Euch die aktuelle Single Seventeen als komplett eigenes Werk besonders wichtig….

Gregor: „Auf jeden Fall! Das ist der erste Song, den wir mit Sänger Kelvin Jones zusammen geschrieben haben und wo wir als Produzenten ganz vorne stehen.“

Seid ihr zufrieden mit der Resonanz?

Tobias: „Ja, er ist in den Radio-Charts bis auf Platz 3 gelandet.“

Was kommt als nächstes?

Tobias: „Auf jeden Fall etwas komplett eigenes.“

Gregor: „Für das nächste Cover brauchen wir ein bisschen Zeit. Wir wollen nämlich nicht als die Cover-Boys dastehen.“

Bastelt Ihr auch an einem Album?

Tobias: „Es ist ein Traum, aber aktuell nicht konkret geplant. Wir haben ja auch erst fünf Singles herausgebracht und wollen da schon ein richtiges Konzept für ein Album entwickeln.“

Ihr habt mal gesagt „Stillstand ist für Kunst der Tod und deshalb wollt Ihr die Weiterentwicklung“. Ist das Euer Motto?

Tobias: „Ja, es muss immer weitergehen. Sonst werde ich total nervös und unruhig.“

Gregor: „Ich kann auch mal die Woche nur die Augen zu und einfach nix machen. Bei Tobi ist der Motor einfach immer an.“ (lacht)

Wenn ihr selbst Eure Zukunft gestalten könntet, welche drei Dinge oder Ereignisse sollten in den nächsten Jahren auf jeden Fall passieren?

Tobias: „Eine erfolgreiche eigene Tour. Mein Traum ist es zudem auf dem Tomorrowland zu spielen, weil es die Mutter aller Festivals ist. Und dass es weiter so bergauf geht wie bisher. Das letzte Jahr hat einfach super viel Spaß gemacht.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben