Musik

Gelungenes Comeback: La Roux mit neuem Album „Supervision“

Steht nach wie vor auf schrille Farben: Elly Jackson alias La Roux

Steht nach wie vor auf schrille Farben: Elly Jackson alias La Roux

Foto: © Andrew Whitton Photography 2019

Berlin.  Elf Jahre nach dem Super-Hit: Die britische Sängerin und Produzentin La Roux meldet sich mit ihrem dritten Album „Supervision“ zurück.

Elf Jahre ist es her, dass Elly Jackson alias La Roux mit „Bulletproof“ einen Welthit landete. Nach einem Zweitling im Jahr 2014 erscheint nun ihr drittes Album: „Supervision“. Schon die erste Vorabsingle „International Woman Of Leisure“ verströmt reichlich Energie und ein neues Selbstbewusstsein.

Überwog auf dem Vorgänger „Trouble In Paradise“ noch eine melancholische Grundstimmung, so findet Jackson auf „Supervision“ ihren Weg zurück zu ihren Wurzeln: gut gelaunter Elektropop mit klaren 80er-Jahre-Anklängen und der hohen Falsett-Stimme, mit der La Roux internationale Bekanntheit erlangte.

La Rouxs neues Album weist starke 80er-Einflüsse auf

Die lange Produktionszeit von fünf Jahren hat indes einen Grund, wie die Sängerin erklärt. Ursprünglich arbeitete sie bereits einige Zeit an einem neuen Album: „Im Sommer 2017 habe ich entschieden, die Arbeit daran abzubrechen“, erzählt Jackson. „Ich habe mit einem Typen zusammengearbeitet, der offensichtlich Probleme damit hat, Projekte zu beenden. Ich war ständig im Studio, ohne dass wir neue Musik geschrieben hätten, bis ich mich elend gefühlt habe.“

Das bisherige Material verwarf sie und schrieb das neue Album alleine. „Als ich damit angefangen habe, dachte ich nur: Jetzt weiß ich wieder, warum das meine einzig wahre Liebe ist und was es mir gegeben hatte, ,In For The Kill‘ in meinem Schlafzimmer zu schreiben.“ Für den Feinschliff holte sich Jackson Dan Carey ins Boot. Das sei in diesem Fall gut gewesen, aber grundsätzlich wolle sie niemanden mehr an ihre Songs lassen.

Die berufliche Krise verarbeitet

Schon in der Vergangenheit hatte die Sängerin zu kämpfen, verlor zwischendurch sogar ihre Stimme. Auf „Supervision“ schließt sie mit der turbulenten Zeit ab und verarbeitet diesen Prozess. Zeilen, wie „And now I can feel it a change in the weather/Oh where I’m goin’ I know it’s much better“ in „International Woman Of Leisure“ lassen zwar Raum für Interpretation, immer wieder werden die zumeist assoziativen Texte aber recht deutlich. „Ich denke nicht bewusst darüber nach, was ich schreiben will. Ich beginne mit der Basslinie und fange einfach an zu singen – dann wird der Song zu dem, was es ist“, sagt Jackson.

Mit acht Liedern ist „Supervision“ recht kurz geworden, verzichtet aber auf unnötiges Füllmaterial. Nach knapp 42 Minuten liefert „Gullible Fool“ einen hervorragenden und kraftvollen Albumausklang, der von einer sich immer wieder repetierenden Klaviermelodie getragen wird und sich im Kopf geradezu festsetzt.

La Roux >> Supervision
Believe Digital GmbH (Soulfood)
Wertung: 5 / 5 Punkte

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