Musical-Premiere in Oberhausen

Pausenloser Bühnenzauber beim „Tanz der Vampire“ im Metronom

Filippo Strocchi (Graf von Krolock) und Diana Schnierer (Sarah) im neuen „Tanz der Vampire“ im Metronom-Theater

Filippo Strocchi (Graf von Krolock) und Diana Schnierer (Sarah) im neuen „Tanz der Vampire“ im Metronom-Theater

Foto: Stage Metronom Theater Oberhausen

Oberhausen.  Präziser Chor, bizarre Lichteffekte, aufwendige Kostüme: Der erneute „Tanz der Vampire“ in Oberhausen bringt Spaß für die ganze Familie.

Es liegt elf Jahre zurück, dass Knoblauchknollen, liebestolle Blutsauger, lebende Leichen und Nebelschwaden in Hülle und Fülle die Bühne des Oberhausener Metronom-Theaters unsicher machten. Im 20. Jahr seines Bestehens lädt das Musical-Theater nun erneut zum „Tanz der Vampire“ ein, eines der effektvollsten Erfolgsstücke des Genres.

Fünf Monate lang werden Graf von Krolock & Co. in Oberhausen ihr Unwesen treiben. Täglich, außer montags, am Samstag und Sonntag sogar je zwei Mal. Librettist Michael Kunze und Komponist Jim Steinmann nutzten die Steilvorlage der legendären Filmversion von Roman Polanski mit professionellem Gespür, um die Zuschauer das Gruseln zu lehren. Einen Herzstillstand muss trotz mancher Schockeffekte niemand befürchten. Dafür sorgen der locker ironische Unterton des Librettos, die spielfreudige Inszenierung und nicht zuletzt die imposante Ausstattung, die eher an Märchenpanoramen aus dem Disneyland erinnern als an das bedrohliche Transsylvanien Bram Stokers.

Pausenloser Bühnenzauber und bizarre Lichteffekte

22 Tonnen wiegen die liebevoll von William Dudley gestalteten Dekorationen für das morbide Wirtshaus und die unheimlichen Schloss- und Friedhofs-Szenarien. Die üppig aufgetragene Schminke und die aufwendigen Kostüme von Sue Blanes dürften gefühlt kaum weniger Tonnen auf die Waage bringen. Und der pausenlos rotierende Bühnenzauber mit bizarren Lichteffekten, Nebelschwaden und Lasergewittern bringt die Bühnentechnik zum Glühen.

Filippo Strocchi als Graf Krolock, Luc Steegers als Professor Ambrosius

Das Charisma Den Biss der Dialoge aus dem Film kann Kunze naturgemäß in seinem Libretto nicht erreichen. Dafür enthält auch die routiniert-professionell arrangierte Musik zu viele Abstecher in seicht-sentimentale Gefilde, so dass selbst Graf von Krolock sympathischer wirkt als er es eigentlich verdiente. Allerdings verleiht Filippo Strocchi der Rolle mit seinem Charisma markantere und schärfere Untertöne als Jan Ammann vor elf Jahren. Ein rollenerfahrener Musical-Darsteller wie die meisten der Protagonisten von Diana Schnierer als Sarah bis Luc Steegers als Professor Ambrosius.

Die Segnungen des Knoblauchs

Der Chor lobt die Segnungen des Knoblauchs mit der gleichen Präzision wie er später den Grüften entsteigt. Und die Choreografien von Dennis Callahan stehen voll auf der Höhe des heutigen Musical-Standards. Das alles, das sorgfältig ausgewählte Ensemble und das zehnköpfige Orchester des Metronom Theaters unter Leitung von Martin Gallery helfen über die an sich ein wenig dünne Handlung hinweg, der halt die brillanten Dialoge des Films fehlen. Insgesamt jedoch ein Spaß für die ganze Familie (empfohlen ab 12 Jahre).

Infos: Bis März 2020. Karten ab 50 Euro. Infos und Reservierungen: www.musicals.de

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