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Elvis – das Musical: Hommage an einen König

| Lesedauer: 4 Minuten
 Heute ein König: Patrick Grahame schlüpft für „Elvis – das Musical“ in die Rolle des King of Rock’n’Roll.

 Heute ein König: Patrick Grahame schlüpft für „Elvis – das Musical“ in die Rolle des King of Rock’n’Roll.

Foto: COFO-ENtertainment

Essen.  „Elvis – das Musical“ geht 2022 wieder auf Tournee. Mit dabei: Ein Weggbegleiter, der noch an Elvis’ Sarg für den King sang

Am Vormittag des 21.12.1970, heute vor 51 Jahren, hob US-Präsident Richard Nixon erstaunt die Brauen, als man ihm einen unangekündigten Besucher meldete: Elvis Presley stünde vorm Weißen Haus und wünsche ihn zu sehen. Tatsächlich bat Nixon den King spontan in sein Oval Office. Und der bekam bei dem ungewöhnlichen Treffen dann auch, was er eigentlich wollte: eine Polizeimarke der US-Drogenfahndung, die Elvis noch in seiner Sammlung fehlte.

„Elvis – das Musical“ präsentiert Songs von „Suspicious Mind“ bis „Love Me Tender“

Selbst für den King of Rock’n’Roll war das Weihnachtsfest 1970 also ein besonderes – und Elvis liebte Weihnachten. Noch heute wird sein Anwesen Graceland jedes Jahr genau so opulent zum Fest dekoriert wie zu Lebzeiten des Hausherrn – und seine nach wie vor zahlreichen Fans pilgern durch Garten und Wohnzimmer.

Diesseits des Atlantiks können sich die Anhänger des Hüftenschwingers und seiner Musik aktuell zumindest in Vorfreude ergehen – auf ein Ereignis, das ihr Idol auch im kommenden Jahr wieder im besten Licht und Sound in Erinnerung hält: „Elvis – das Musical“ geht einmal mehr auf Tour, um Songs wie „Suspicious Mind“, „Jailhouse Rock“ und „Love Me Tender“ in funkelnder Kulisse live erklingen zu lassen.

Abklatschen mit der King-Kopie

Das gelingt der Show aus dem Berliner Estrel Center seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Wichtigste Zutat dabei: Ein Elvis-Imitator, der seiner Zunft alle Ehre macht – was bekanntlich nicht für alle Aushilfselvisse gilt. Grahame Patrick kombiniert perfekten Gesang aber mit Ausstrahlung und zumindest einer leichten physiognomischen Nähe zum Vorbild. So gelingt live die Illusion derart überzeugend, dass sich das Publikum am Ende der Show regelmäßig begeistert ums Abklatschen mit der irischen King-Kopie bemüht. Zumindest vor Corona, als Patrick beim Finale noch zum Berühren das Parkett durchschreiten durfte.

Elvis und die Showgirls in Las Vegas

Auch szenische Anteile hat die Hommage an den 1977 verstorbenen Weltstar. Die biografischen Sprengsel in Spielform verdanken sich dabei möglicherweise nicht zuletzt der Tatsache, dass sich die Zielgruppe mit dem Zauberwort „Musical“ noch effizienter mobilisieren lässt. Und neben einer siebenköpfigen Band stellt man Imitator Patrick sogar Showgirls an die Seite, wie Elvis sie seinerzeit aus Las Vegas gekannt haben mochte. Wohlgemerkt „gekannt“ – mit ihnen aufgetreten ist er bei seinen über 600 Konzerten im Spielermekka nie, wie man als allzu gestrenger Elvis-Experte rügen könnte.

Ed Enoch: Dieser Mann sang einst mit Elvis

Gleichwohl hat „Elvis – das Musical“ auch pure Authentizität zu bieten. Mit den Stamps steht nämlich jenes Gesangsquartett auf der Bühne, das schon den King selbst harmonisch unterstützte. Klar, die Besetzung ist längst nicht mehr dieselbe. Einer jedoch ist immer noch dabei: Ed Enoch sang einst viele Male mit Elvis. Bei Konzerten, aber auch danach – wenn sich der Star in der Hotelsuite beim gemeinsamen Intonieren seiner geliebten Gospels entspannte.

Letzter Gospelgruß am Grab

Und Ed Enoch sang auch ganz zuletzt noch für seinen berühmten Arbeitgeber – als es kein Engagement mehr war, sondern eine Ehrbezeugung zum Abschied. Vernon Presley, Elvis’ Vater, hatte Ed Enoch und die Stamps gebeten, am Sarg seines so früh verstorbenen Sohnes zu singen. Keine leichte Aufgabe, wie er sich später erinnerte: „Das hat weh getan. Und ich schätze, wir haben auch nicht besonders gut gesungen. Aber wir haben es mit dem Herzen getan.“

>>> „Elvis – das Musical“ – die Tournee:

Termine: 20.2. Köln (Musical Dome), 23.2. Mülheim (Stadthalle), 25.2. Dortmund (Westfalenhalle 2), 4.3. Mönchengladbach (Red Box), 17.4 Düsseldorf (Capitol-Theater). Karten ab ca. 42 € gibt’s auf www.ruhrticket.de.

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