Musik

Genre-Chaos beim Musikfestival „Bautz“ in Lüdenscheid

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Popsängerin ist Headlinerin beim diesjährigen „Bautz“.

Popsängerin ist Headlinerin beim diesjährigen „Bautz“.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Lüdenscheid.  Pop trifft auf Metalcore, Deutschrap auf Techno: Beim „Bautz“ in Lüdenscheid prallen am 18. und 19. August musikalische Welten aufeinander.

Es hätte sicher günstigere Zeitpunkte gegeben, um in Lüdenscheid ein neues Festival zu etablieren. 2019 feierte das „Bautz“ im Stadion Nattenberg seine Premiere, dann kam Corona – und inmitten der Pandemie die Sperrung der A45-Auf- und Ausfahrt wegen der maroden und mittlerweile gesprengten Talbrücke Rahmede. Von all dem ließen und lassen sich die Veranstalter aber nicht unterkriegen. Mit der zweiten Auflage im vergangenen August zeigt sich das Team um Sprecher Sven Prillwitz hochzufrieden: „Wir haben an beiden Tagen die 10.000er-Zuschauer-Marke geknackt, eine richtig tolle Atmosphäre mit Leuten, die nach zwei Jahren des Darbens richtig Bock hatten. Und auch organisatorisch lief es einwandfrei.“

Am 18. und 19. August treten nun wieder mehr als 40 Acts im Stadion auf drei Bühnen auf. Erneut besteht das Aufgebot aus Bands und Solo-Acts verschiedenster musikalischer Couleur. Seien es die Berliner Punkrocker Beatsteaks, die Brassband Querbeat oder Chartstürmer Ski Aggu (alle Fr), Sängerin Lea, Singer/Songwriter Bosse oder das Rap-Duo 257ers (alle Sa) – zwischen Rock, Pop, Rap und elektronischer Tanzmusik wird einiges geboten. „Das Konzept, möglichst viele Fangruppen anzusprechen, setzen wir im dritten Jahr fort, wobei der Freitag auf unserer ‘Collabo Stage’ eher den Hip-Hoppern und der Samstag dort eher Freunden härterer Gitarrenmusik gehört“, sagt Prillwitz.

„Bautz Festival“ vereint Generationen auf den Bühnen

Dabei wird Veteranen wie Newcomern gleichermaßen Platz eingeräumt. Als die Crossover-Pioniere von Clawfinger (Sa) schon in den 90ern mit ihrem Rap-Metal für Moshpits sorgten, war Raphaella Henn, besser bekannt unter ihrem Rap-Namen Rote Mütze Raphi (Fr), beispielsweise noch gar nicht geboren.

Und in den späten Samstag­stunden unterhalten gleichzeitig Techno-DJ Thomas Schumacher, der 2000 als Elektrochemie LK mit „Schall“ einen Top-20-Hit hatte und die US-Metalcore-Formation Lionheart, die sich erst vier Jahre später überhaupt gründete. Für Lokalkolorit stehen am Freitag die Arjuna Allstars. „Ein Rap-Act, dessen Mitglieder alle in irgendeiner Form mit Lüdenscheid verbunden sind“, wie Sven Prillwitz erklärt.

Auf große Neuerungen im Vergleich zum Vorjahr wird dabei verzichtet. Ein Detail verbessert den Komfort vor Ort allerdings: „Wir bieten ab sofort Schließfächer an, mit Steckdose und USB-Anschluss, damit man zwischendurch auch mal das Handy laden kann, ohne geht ja heute nichts mehr“, weiß Prillwitz.

A45- & Bahnsperrung: Anfahrt über Shuttlebusse

Bei dem einen ganz großen Problem sind aber auch er und das weitere „Bautz“-Team machtlos: Sowohl die Anreise per Auto wie auch die per Zug (Streckensperrung) gestaltet sich schwierig. Der bewährte Anfahrtsweg aus dem Vorjahr wird daher beibehalten. Gäste werden von drei verschiedenen Parkplätzen im Stadtgebiet (Firma Kostal, Bahnhof und Schützenplatz Hohe Steinert) per Shuttlebus (ein Wochenendticket kostet acht Euro) zum Festivalgelände transportiert.

„Bautz Festival“, 18.+19.8., Fr 16-2 Uhr, Sa 14-2 Uhr, Stadion Nattenberg, ­Lüdenscheid. Festivalkarten für ca. 85 €, Tageskarten für ca. 55 € und das komplette Aufgebot gibt’s auf www.bautzfestival.de.

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