Ausstellungstipps

Stonehenge, Models, Comics: Ausstellungen an Rhein und Ruhr

| Lesedauer: 7 Minuten
Nur eine von vielen empfehlenswerten Ausstellungen in NRW: „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer Oberhausen.

Nur eine von vielen empfehlenswerten Ausstellungen in NRW: „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer Oberhausen.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Römer am Rhein, Mode in Düsseldorf – und dazu diverse spannende Foto-Ausstellungen. Hier sind unsere Tipps für den Ausstellungsherbst in NRW.

Im Ruhrgebiet und den umliegenden Regionen locken das ganze Jahr über Museen, Galerien & Co. mit attraktiven Ausstellungen. Das Publikum hat die Qual der Wahl – zu bestaunen gibt es auch aktuell wieder große Fotokunst und Gemälde, spannende Ausstellungen zur Geschichte von Mensch wie Natur und vieles mehr. Hier stellen wir Ihnen derzeit laufende Highlights vor.

Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990

Von März bis Mai 1990 reiste der renommierte türkische Fotograf Ergun Çağatay (1937–2018) durch Deutschland und fotografierte türkische Einwanderer in Hamburg, Köln, Werl, Berlin und Duisburg. 120 der Bilder sind in teils großformatigen Abzügen derzeit im Ruhrmuseum zu sehen – sie dokumentieren das Alltagsleben der sogenannten „Gastarbeiter“, von denen viele blieben. Die Ausstellung anlässlich des 60. Jahrestags des Anwerbeabkommens zwischen Bonn und Ankara läuft nur noch bis zum 31.10.21 – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sie sich schon angeschaut.

>>> Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990. Fotografien von Ergun Çagatay, bis 31.10.21, Ruhr Museum in der Kohlenwäsche Welterbe Zollverein, Gelsenkirchener Str. 181, Essen. Mo-So 10-18 Uhr. Eintritt: 7 €. Hier geht’s zur Ausstellung.

Die besten Pressefotos der Welt

Jedes Jahr zeichnet die World Press Photo Foundation die besten Pressefotografien aus. In einer Wanderausstellung werden 150 preisgekrönte Fotos rund um den Globus gezeigt – nur noch bis zum 17. Oktober sind sie im Dortmunder Depot zu sehen. Es sind spektakuläre Aufnahmen aus dem Sport, stille, poetische Naturbilder und Fotoreportagen, die ganz intime Einblicke in persönliche Geschichten gewähren. In der Kategorie „Umwelt“ gewann Ralph Pace mit seinem Bild eines Seelöwen und einer FFP2-Maske. Empfohlen ist der Besuch der Schau ab 14 Jahren.

>>> World Press Photo, bis 17.10., Kulturort im Depot, Immermannstr. 29, Dortmund. So-Do 11-20 Uhr, Fr/Sa 11-22 Uhr. Eintritt: 8 €. Mehr Infos hier.

„Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer Oberhausen

Die XXL-Tonne unweit des Shopping-Tempels Centro ist mit seinen außergewöhnlichen Dimensionen regelmäßig Schauplatz spektakulärer Ausstellungen. Der Hingucker in der aktuellen ist ein 20 Meter großer Globus, der im 100 Meter hohen Raum frei über den Köpfern der Besucher und Besucherinnen schwebt. Darauf zu sehen ist eine animierte Projektion, die Naturereignisse wie Taifune und Hurrikans zeigt – ihre zunehmende Häufigkeit: ein Symptom des Klimawandels. In der unteren Ebene illustrieren 100 großformatige preisgekrönte Fotografien, aufwühlendes Filmmaterial sowie weitere Exponate zugleich Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Heimatplaneten. Hier geht’s zu unserem ausführlichen Bericht zur Ausstellung.

>>> Das zerbrechliche Paradies, bis 30.12.22, Gasometer, Arenastr. 11, Oberhausen. Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr Eintritt: 11 €. www.gasometer.de

Stonehenge in Herne

Seit ewigen Zeiten schon fasziniert die Menschen die Kreise aus riesigen Steinen in Stonehenge – und bis heute sind noch viele Fragen rund um das 4500 Jahre errichtete Monument offen. Im Archäologiemuseum Herne kann man den inneren Kreis nun aus nächster Nähe bestaunen – nicht im Original, aber in Originalgröße als 1:1-Modell. Die Ausstellung erzählt dazu mit virtuellen Rekonstruktionen die Geschichte von Stonehenge in der prähistorischen Landschaft und setzt sie in Beziehung zu den zeitgenössischen Entwicklungen in Westfalen. VR-Technik, 3D-Modelle, Grafiken und Multimedia-Installationen nehmen die Besucher und Besucherinnen multimedial und interaktiv mit auf eine Reise durch Zeit und Landschaft. Hier geht’s zu unserem ausführlichen Bericht zur Ausstellung.

>>> Stonehenge – Von Menschen und Landschaften, bis 25.9.22, LWL-Museum für Archäologie, Europaplatz 1, Herne. Öffnungszeiten: Di/Mi/Fr: 9-17 Uhr, Do 9-19 Uhr, Sa/So/Feiertag: 11-18 Uhr. Eintritt: 7 €. Mehr Infos hier.

Supermodels in Düsseldorf

In einer Düsseldorfer Disko wurde Claudia Schiffer einst als Model entdeckt, in der Landeshauptstadt hat sie nun ihre erste Ausstellung kuratiert. Darin nimmt sie die Besucher und Besucherinnen mit in die Modewelt der 90er-Jahre, als Supermodels wie Nadja Auermann, Cindy Crawford und Schiffer selbst wie Popstars gefeiert wurden. Zu sehen sind zahlreiche Modefotos – u.a. von Ellen Unwerth und Herb Ritts –, aber auch Videos und Erinnerungsstücke. Dazu erklingt Musik der Zeit, und auch ein echter Laufsteg darf nicht fehlen. Hier geht’s zu unserem ausführlichen Bericht zur Ausstellung.

>>> Captivate! Modefotografie der 90er, bis 9.1.22, Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, Düsseldorf. Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr. Eintritt: 12 €. www.kunstpalast.de

Rom am Rhein

Seit dem vergangenen Juli hat NRW ein UNESCO-Weltkulturerbe mehr: Die Grenze des antiken Römischen Reiches in unserer Region – der niedergermanische Limes – wurde in die prominente Liste aufgenommen. Ein wichtiger Schauplatz ist Xanten mit seinem Archäologischen Park und Römermuseum, indem aktuell eine Sonderausstellung zum Limes zu sehen ist: „Roms fließende Grenzen“ zeigt in einem eigens errichteten Pavillon einen begehbaren Limes mit allen Legionslagern, Kastellen, Siedlungs- und Kultplätzen beiderseits des Rheins. Weiteres Highlight der Schau sind zwei originalgetreue Nachbauten römischer Schiffe: der Lastensegler „Minerva Tritonia“ und das Patrouillenschiff „Quintus Tricensimanus“.

>>> Roms fließende Grenzen – der Limes am Niederrhein, bis 16.10.22, LVR-Archäologischer Park und Römermuseum, Trajanstr. 10, Xanten. Öffnungszeiten: Mo-So 10-18 Uhr. Eintritt: 9 € (jed. 1. Montag im Monat freier Eintritt). Mehr Infos hier.

Gursky in Duisburg: Fotokunst in XXL

Er studierte einst in Essen und Düsseldorf, heute zählt Andreas Gursky zu den höchstgehandelten Fotografen der Welt. 60 seiner Werke kann man derzeit in der Duisburger Küppersmühle bestaunen – eine Retrospektive die vier Jahrzehnte umfasst. Zu sehen sind neben Frühwerken aus dem Ruhrgebiet natürlich die für Gursky typischen Großformate wie das berühmte Bild „Montparnasse“. Hier geht’s zu unserem ausführlichen Bericht zur Ausstellung.

>>> Andreas Gursky, bis 30.1.22, Museum Küppersmühle, Philosophenweg 55, Duisburg. Öffnungszeiten: Mi 14-18 Uhr, Do-So und Feiertage 11-18 Uhr. Eintritt: 6 €. www.museum-kueppersmuehle.de

Comics im Schloss Oberhausen

In der Ludwiggalerie können Comicfans bislang verborgene Schätze entdecken: Zu sehen sind unveröffentlichte Arbeiten von 50 deutschen Comiczeichnern und -zeichnerinnen – insgesamt sind es 300 Zeichnungen. Die Palette der Künstler reicht vom berühmten Vorreiter Wilhelm Busch über Pioniere wie Willi Kohler aus den 50er-Jahren bis zu Comicgrößen wie Ralf König und „Werner“- Schöpfer Brösel.

>>> Unveröffentlicht – Die Comicszene packt aus, bis 16.1.22, Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, Oberhausen. Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr. Eintritt: 8 €. www.ludwiggalerie.de

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