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Tanz und Temperament: „Ballet Revolución“ in der Region

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Das 21-köpfige Ensemble von „Ballet Revolución“ hat den Rhythmus im Blut.

Das 21-köpfige Ensemble von „Ballet Revolución“ hat den Rhythmus im Blut.

Foto: Johan Persson

Essen.  „Ballet Revolución“ mit Profis aus der Karibik tourt ab Ende Dezember durch die Region. An der Show ist auch TV-Star Jorge González beteiligt.

Zigarren, Oldtimer, Sandstrand oder Sozialismus – wer an Kuba denkt, dem erscheinen mannigfaltige Assoziationen. Berühmt ist der Inselstaat aber auch für Musik und Tanz, hierzulande insbesondere seit Wim Wenders’ Dokumentarfilm „Buena Vista Social Club“ (1999) über das gleichnamige Musikprojekt. In vergangenen Jahren war vor allem die in der Hauptstadt Havanna geborene Sängerin Camila Cabello mit Liedern wie „Señorita“ oder – passend betitelt – „Havana“ international erfolgreich. Wenig verwunderlich also, dass das Tanzshowprogramm „Ballet Revolución“ auch Musik der 25-Jährigen enthält.

Außerdem zeigt das 21-köpfige Ensemble in vier Städten Nordrhein-Westfalens – beim Stopp in Düsseldorf handelt es sich um Nachholtermine aus dem April 2022 – Choreografien zu Stücken von Ed Sheeran, Dua Lipa, Coldplay, Justin Timberlake und weiteren international bekannten Größen. Aus der Konserve kommt allerdings nichts, die Songs werden von einer siebenköpfigen Liveband gespielt.

„Ballet Revolución“: Bunte und knappe Kostüme von Jorge González

Dazu zeigen die Tänzerinnen und Tänzer, ausgebildet an den weltweit angesehenen Hochschulen Escuela Nacional de Arte und Escuela Nacional de Ballet, eine Performance zwischen Rumba, Salsa und Mambo, aber auch Hip-Hop-Dance sowie klassischem Ballett. Dieses Konzept hat sich bewährt: So feiert die pro Abend etwa zwei Stunden lange „Ballet Revolución“ nun schon den zehnten Geburtstag.

An der Produktion beteiligt ist übrigens der aktuell vielleicht bekannteste Kubaner in der deutschsprachigen Öffentlichkeit. Jorge González verließ sein Heimatland mit 17 Jahren eines Studiums wegen in Richtung Bratislava. Ihn sahen und sehen Millionen Menschen zunächst als Trainer in Heidi Klums Sendung „Germany’s Next Topmodel“ und seit 2013 regelmäßig als Jurymitglied der RTL-Show „Let’s Dance“.

Es geht um die Lebensfreude

Der Choreograf und Designer gestaltete die farbenfrohen Kostüme des Ensembles. „Wenn sie könnten, würden die Kubaner so viel Geld für Mode ausgeben wie die Deutschen für Autos“, ist González sicher. Von zu viel Selbstlob ist er aber weit entfernt, wenn es um das Bühnenprogramm geht: „Die andauernde Faszination von ‘Ballet Revolución’ liegt sicher in der Lebensfreude, die die Show vermittelt“, schwärmt der heute in Hamburg lebende 55-Jährige.

An den Tänzen selber hat der Stöckelschuh-Profi, der gerade die männlichen Tänzer mit eher knappen, figurbetonten oder gar gänzlich Oberkörper-freien Outfits aus Elastan und Latex ausgestattet hat, allerdings nicht mitgewirkt. Dafür zeichnen Roclan González Chávez und Aaron Cash verantwortlich. Ersterer ist fest davon überzeugt, dass „kubanische Tänzerinnen und Tänzer sich anders bewegen als alle anderen auf der Welt. Der afro-kubanische Tanzstil gibt ihnen eine große Lockerheit in den Schultern und Hüften.“ Cash fügt hinzu: „Die meisten tanzen mit der Musik. Die Kubaner aber tanzen in ihr.“

Conga-Solo ist eines der Höhepunkte

Aber auch Bestausgebildete brauchen mal eine Pause vom schweißtreibenden Bewegungsspiel – dafür sorgt in „Ballet Revolución“ die Liveband mit vereinzelten Soli. „Wenn man mit Livemusik auftritt, hat man immer sofort 50 Prozent mehr Power, denn sie geht direkt ins Blut“, sagt Chávez. Bei einer kubanisch geprägten Produktion dürfen neben Bass, Gitarre und Trompete natürlich die Conga-Trommeln nicht fehlen, der Schlagzeuger bedient während der Show gleich vier davon. Sein Solo ist traditionell ein Höhepunkt des Programms – auch wieder zum runden Geburtstag.

>>>INFO: „Ballet Revolución“ live

Termine: 3.-8.1. Dortmund (Konzerthaus), 17.-22.1. Düsseldorf (Capitol-Theater), 8.+9.4. Duisburg (Theater am Marientor), 4.-9.7. Köln (Philharmonie). Karten ab ca. 45 € und weitere Informationen auf www.ballet-revolucion.de.

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