Festival

Zum zweiten Mal in Ehrenfeld: Das c/o Pop Festival

Letztes Jahr waren Scooter im Rahmen des c/o Pop im Kölner Palladium zu Gast. Dieses Jahr sollen die Foals dort spielen – hoffentlich.

Letztes Jahr waren Scooter im Rahmen des c/o Pop im Kölner Palladium zu Gast. Dieses Jahr sollen die Foals dort spielen – hoffentlich.

Foto: Jonathan Braasch / cologne on pop GmbH

Wenn die Behörden es möglich machen, soll Ende April das c/o Pop Festival in Köln über die Bühnen gehen. Eine kleine Programmübersicht.

Keine Frage: Es gab schon mal ruhigere Zeiten für Veranstalter. Insbesondere dann, wenn sie ein Festival organisieren müssen, für das 44 verschiedene Venues und zahlreiche Künstler aus dem Ausland gebucht wurden. Den aktuellen Herausforderungen rund um die Corona-Pandemie und damit verbundenen Absagen und Verlegungen muss sich natürlich auch das Team des c/o pop Festivals in Köln stellen. „Wir arbeiten an Plan B. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass Absagen, auch von einzelnen Künstlern, kommen. Aber wir planen jetzt mit allen Eventualitäten – aber eben auch mit der Eventualität, dass nach dem 19. April wieder alles stattfindet“, zeigt sich Festivaldirektorin Elke Kuhlen optimistisch.

Wenn denn alles glatt geht, werden zwischen dem 22. und 26. April 120 Künstler aus verschiedensten Genres im Kölner Stadtgebiet auftreten. Wobei: „Künstler“ trifft es in Zeiten geschlechtergerechter Sprache tatsächlich nur so halb. Denn im Vergleich zu vielen anderen Musikevents achtet das Orga-Team auf ein ausgeglichenes Verhältnis bei Mann und Frau: „Musik sollte man buchen, weil die Musik gut ist. Aber wir haben ein Auge darauf, dass die Anteile 50:50 sind“, sagt Kuhlen. So gehören neben den britischen Indierockern Foals (24.4., Palladium), den kölschen Brass-Poppern Querbeat (23.4., Carlswerk Victoria) und den Essener Spaß-Rappern 257ers (22.4., E-Werk) drei Musikerinnen zu den größten Namen auf den Plakaten.

Kat Frankie ganz ohne Instrumente

Eine durchaus Festival-unübliche Show im A-cappella-Stil bietet dabei Kat Frankie. Die australische Singer/Songwriterin steht am 23.4. ohne Musikinstrumente, aber mit sieben weitere Sängerinnen auf der Bühne des Sartory-Saals. Die Hamburgerin Eunique (24.4., Carlswerk Victoria) und das Ex-SXTN-Mitglied Nura (23.4., Gloria) stehen hingegen für modernen Rap nach weitestgehend tabulosem „Frei Schnauze“-Prinzip.

Dazu gesellen sich wie gewohnt zahlreiche Newcomer, die teils sogar bei freiem Eintritt zu sehen sind. Denn am Samstag und Sonntag verwandelt sich der Stadtteil Ehrenfeld – wie im Vorjahr – in eine riesige Kulturoase. In kleineren Lokalitäten treten Musiker unter dem Motto „c/o Ehrenfeld“ auf, es gibt aber auch Talkrunden, Tanzvorführungen, DIY-Workshops, ein DJ-Set von Schauspieler Lars Eidinger (24.4., Waggonfabrik) und Live-Aufzeichnungen von Podcasts. „Das Genre Podcasts wächst immens, also haben wir uns dazu entschlossen“, sagt Kuhlen.

Unzählige Konzertlocations

Die Veranstaltungen finden in Clubs, Kneipen, Trinkhallen, zum Teil aber auch in Friseursalons (!) statt. „Es entspricht eben dem Zeitgeist, dass Festivals nicht nur aus Musik bestehen und ein Rahmenprogramm da ist, das das Gesamtkonstrukt noch attraktiver macht“, betont Elke Kuhlen. Besonders auffällig: der neue Programmpunkt „Rave Aerobic“. „Ja, das ist das, wonach es sich anhört“, gibt sie lachend zu Protokoll. Zu überwiegend Techno-, House- und Electro-Beats getanzt wird an beiden Tagen in Fitnessstudios, im Ballettsaal oder im Park.

Zugegeben: Bei diesem prall gefüllten Programm wird es selbst für geübte Festivalgänger schwierig, wirklich alles mitzunehmen, was man sehen will. Ein letzter Tipp gebührt daher der Programmdirektorin: „Micah Erenberg ist der neue Adam Green, ihn habe ich selbst schon in seiner Heimat Kanada gesehen – sehr unterhaltsam!“ Zu sehen am 25.4. im Laden ⅓.

c/o pop Festival, 22.-26.4., Kölner Stadtgebiet. Karten für einzelne Konzerte, Tages- wie Festivalkarten sowie alle weiteren Infos gibt es auf www.c-o-pop-de.

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