Rockkonzert

Volbeat norden die Kölner Arena mit Elvis-Metal ein

Sänger und Gitarrist Michael Schøn Poulsen gastiert mit seiner dänischen Metal-Band Volbeat  auf ihrer „Rewind, Replay, Rebound“-Tour in der ausverkauften Lanxess Arena Köln.

Sänger und Gitarrist Michael Schøn Poulsen gastiert mit seiner dänischen Metal-Band Volbeat auf ihrer „Rewind, Replay, Rebound“-Tour in der ausverkauften Lanxess Arena Köln.

Foto: Thomas Brill

Köln.  Die dänische Band Volbeat beweist in ausverkaufter Lanxess Arena am Donnerstagabend, warum Fans ihren Mix aus Metal und Rockabilly lieben.

So mancher Band eilt ihr Ruf voraus: Metallica zum Beispiel wird als die Live-Band überhaupt gesehen & gebucht – denn die Altmeister des Heavy Metal haben vor allem einen guten Leumund als Entertain-Maschine. Volbeat, vier Dänen mit Rock im Blut und Pomade im Haar, sind bei James Hetfield & Co vor Jahren mal als Vorgruppe in die Lehre gegangen.

Zufall? Vielleicht. Allerdings beweist das Volbeat-Konzert in der ausverkauften Kölner Lanxess Arena am Donnerstag: Die Jungs haben gut aufgepasst.

Skandinavischer Mainstream: Volbeat wissen wie Hits klingen

Anderthalb Stunden beackern die beiden Bands Danko Jones und Baroness mit wohligen Klangteppichen und schnellen Riffs die Bühne, bevor die Stars aus Dänemark ernst machen. Martialisch, männlich und melodiös: Volbeat-Fans bejubeln von Minute eins ihre Idole. Hits hat Sänger Michael Schøn Poulsen in bald 20 Jahren Bandgeschichte schließlich genug geschrieben.

„Fallen“ oder „Still Counting“: Die Fanlippen kennen jede Silbe der Texte. Poulsen ist dazu eine Rampensau und sein Outfit steht seit Jahren: Schwarze Weste, schwarze Hose, Gel-Tolle wie der „King“. Kein Schnickschnack. Die Fans lieben das, was Kritiker stets für zu einfach gestrickt halten.

Mit der aktuellen Platte „Rewind, Replay, Rebound“ mengen Volbeat ihrem Stilmix aus Folk, Country, Rock und Metal weniger brachiale Riffs als früher unter; und sparen nicht mit Nostalgie-Songs wie „When We Were Kids“ und „Last Day Under The Sun“. Die opulente Videoshow hilft erstem Lied deshalb live nur bedingt weiter. Zu Pop reckt niemand freiwillig „Hörner“ in die Luft und brüllt seinen Frust raus. Doch die Fans können das verschmerzen – als kleine Entschuldigung gibt’s Klassiker.

Johnny Cashs Erben sind „Outlaw Gentlemen“

Ob Glatze oder Pferdeschwanz, Handtasche oder Vollbart: Zu Johnny Cash nicken alle mit dem Kopf. Auch wenn wegen zwei Stunden Kölsch bei manchem Besucher vorm „Winz-Moshpit“ die Beine wackeln: Im „Ring Of Fire“ und zu „Sad Man’s Tongue“ rocken sie nochmal alle gemeinsam als „Outlaw Gentlemen“ und „Shady Ladies“ zu den druckvollen Beats von Drummer Jon Larsen. Der will, trotz Krankheit, die Ohrstöpsel der Sicherheitsbewussten rauspielen. Die dänischen Musiker geben in zwei Stunden alles – inklusive spucken, schwitzen und schreien.

Volbeat mögen mit ihrem eigenen Sound namens Elvis-Metal mittlerweile im Mainstream angekommen sein – schließlich sind die Konzerte in Köln ausverkauft. Und ihre neuen Songs klingen beliebiger und ja, austauschbarer. Wer unken will meint sogar Stadionrock fordert seine Opfer. Aber – und das ist ein großes ABER: Mitreißend sind die Konzerte trotzdem – weil Volbeat ihren Job machen! Das haben sie bei den Besten gelernt – und mit Metallicas Weg sind auch viele nicht einverstanden.

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