Geniessen

An Sommertagen ruft die Natur zum Picknick

Sommervergnügen: Picknick.

Sommervergnügen: Picknick.

Foto: istock/Ridofranz

Mit Decke, Korb und netten Menschen auf ins Grüne. Wer einen Aufenthalt an der Luft mit Essen kombinieren möchte, erhält bei uns nützliche Tipps

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Als „Sommervergnügen“ war es bereits vor Jahrhunderten unter den Adligen beliebt, besonders populär wurde es aber im 19. Jahrhundert durch die britische Königin Victoria: das Picknick. Ein Korb, eine Decke und ein Platz auf der Wiese, im Wald oder am Strand – es ist Einfachheit und Abenteuer zugleich und eine dieser Mahlzeiten, bei denen es nicht so sehr auf das Was, sondern das Wo und Wie ankommt.

Erinnerungen an die Kindheit

Für Roland Giebner vom Familien-Hofcafé in Monheim ist das Picknick auch eine Kindheitserinnerung: „Früher hat man einfach ein paar Brote eingepackt und sich in die Natur gesetzt, anstatt essen zu gehen. Heute ist es eher ein besonderes Event, man plant es vorher“, sagt er. Es sei eine absolute Sommeraktivität. In seinem Café befüllt Giebner deshalb nach vorheriger Anmeldung Picknickkörbe für verschiedene Anlässe, etwa speziell für Verliebte oder Familien. Mit Decke und Geschirr geht es dann ins Grüne – geeignete Plätze in und um Monheim gebe es genug, so Giebner.

Die Suche nach Orten zum Picknicken brachte vor einigen Jahren auch Marc Steinhilb auf die Idee zu seinem Blog picknick-tipps.de. „Ich koche gern und bin im Sommer gerne mit Freunden draußen“, sagt er. „Grillen zum Beispiel darf man aber nicht überall – so entstand die Idee, geeignete Picknickplätze zusammenzustellen.“ Inzwischen ist der Blog ein Ratgeber rund ums Picknick geworden – vom richtigen Zubehör über praktische Tipps bis zur Befüllung des Picknickkorbes.

Denn auch, wenn im Freien sowieso alles besser schmeckt – auf den Inhalt kommt es eben doch ein bisschen an. „Die Lebensmittel sollten frisch sein und auch frisch eingepackt werden, damit sie nicht zu lange stehen“, sagt Roland Giebner. Alles, was gekühlt werden muss, ist daher weniger geeignet – oder muss entsprechend aufbewahrt werden. Wichtig sei auch, dass sich die Speisen gut einzeln verpacken lassen, so Giebner. Bei ihm kommen zum Beispiel Brot und Brötchen, Marmelade, aber auch Müsli oder Obst in kleinen Portionen in den Korb.

Mit den Fingern essen erlaubt

„Alles, was fest ist, ist gut geeignet“, findet auch Marc Steinhilb. „Flüssiges wie Dressing sollte man separat, zum Beispiel in einem Glas, transportieren.“ Steinhilb empfiehlt außerdem, die Speisen so vorzubereiten, dass man sie am Picknickplatz ohne Besteck essen kann. Es ist also Fingerfood angesagt, etwa Spieße, handliche Gemüsesticks oder der Picknick-Klassiker schlechthin: Sandwiches. „Immer dabei sind bei mir Bouletten und ein frisches Baguette mit verschiedenen Dips“, nennt Marc Steinhilb seine Favoriten. Wer es süß mag, bringt Muffins und Kekse mit oder bereitet Obstsalat vor. Auch die passenden Getränke dürfen nicht fehlen: Kaffee oder Tee kommen in die Thermoskanne, Saftschorle oder Eistee in die Kühlbox.

Das Wichtigste ist natürlich der Picknickkorb. Vom kleinen Weidenkorb bis hin zur aufklappbaren Luxusvariante mit Gurten für Geschirr und Besteck gibt es verschiedene Modelle.

Auch Picknicktaschen oder -rucksäcke eignen sich für den Transport der Lebensmittel und des Zubehörs. Gerade im Sommer sind Kühlboxen praktisch.

Teller, Tassen, Gläser: Geschirr darf nicht fehlen. Am besten sind robuste Materialien, etwa Kunststoff oder Emaille, damit draußen nichts zerbricht.

An passendes Besteck sollte ebenfalls gedacht werden, etwa an Gabeln für den Nudelsalat.

Eine Decke ist fürs Picknick unentbehrlich. Sie sollte an der Unterseite isoliert sein, damit keine Feuchtigkeit durchkommt. Wer nicht auf dem Boden sitzen möchte, braucht Klappstühle.

Die Lebensmittel selbst sollten verpackt sein: In Gläsern, Boxen, Schüsseln, Flaschen oder etwa Butterbrotpapier.

Deshalb auch kleine Helfer wie Korkenzieher oder Flaschenöffner, aber auch Abdeckungen für Flaschen oder Gläser nicht vergessen.

Ebenfalls wichtig: Servietten und Tücher für kleine Kleckereien.

Essensreste und Müll wieder mitnehmen!

Das Große Krabbeln

Auf der Picknickdecke sind Genießer selten allein. Insekten zieht der Duft von Sandwiches, Cupcakes & Co. an. So kann man ihnen den Appetit vermiesen

Sommerzeit ist Wespenzeit. In Scharen schwärmen die schwarz-gelb-gestreiften Insekten aus, um Nahrung zu suchen. Kuchen, Süßigkeiten und Marmelade stehen bei den Wespen hoch im Kurs. Aber auch vor Fleisch machen sie nicht Halt. Einige Aromen können Wespen aber gar nicht leiden. Bei Basilikum und Knoblauch nehmen sie Reißaus. Ein weiteres Hausmittel gegen Wespen ist verbranntes Kaffeepulver. Einfach das Pulver in eine feuerfeste Schale füllen und anzünden, bis es glimmt.


Gegen anrückende Ameisen können sich Feinschmecker ebenfalls mit einfachen Mittelchen zur Wehr setzen. Deckel, Kuchenhauben & Co. halten die Krabbler schon mal vom Essen fern. Rücken sie den Menschen dennoch zu sehr auf die Pelle, hilft eine kleine Schüssel mit Essig oder Zitronensaft.


Entgegen des vorherrschenden Mythos vertreibt der Duft von Zitronen allerdings keine Mücken. Viel besser helfen dagegen verschiedene Insektensprays. Und wer dennoch zum Mücken-Opfer geworden ist, sollte den Stich schnell kühlen. So lässt sich das Picknick selbst in den Abendstunden noch genießen.

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