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Das müssen Verbraucher zum Umstieg auf LED-Birnen wissen

Laut Stiftung Warentest macht sich ein Austausch der alten Glühbirnen durch neue LED-Leuchtmittel schon nach wenigen Monaten bezahlt.

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Laut Stiftung Warentest macht sich ein Austausch der alten Glühbirnen durch neue LED-Leuchtmittel schon nach wenigen Monaten bezahlt. Foto: iStock

Berlin.  Die große Modellvielfalt und kompliziertes Fachlatein überfordern viele Verbraucher beim Kauf von LED-Birnen. Eine kleine Lichtkunde.

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Das Aus der guten alten Glühbirne ist verschmerzt, die neueste Lampengeneration liegt längst in den Regalen der Baumärkte. Doch spätestens mit dem Siegeszug der super sparsamen und hell leuchtenden LED-Lampen müssen sich Verbraucher an neue Bezeichnungen wie Kelvin oder Lumen gewöhnen. Auch klappt der Umstieg von Halogen nicht immer so einfach, wie es die Werbeprospekte versprechen. Eine kleine Lichtkunde.

LEDs im Test: Wann sich der Birnenwechsel auszahlt

In den meisten Haushalten wird noch die ein oder andere Glühlampe in den klassischen Schraubfassungen (E27) stecken. Zwar dürfen gängige Birnen mit Glühdraht seit September 2012 nicht mehr verkauft werden – doch viele Verbraucher haben sich rechtzeitig einen Vorrat angelegt und zehren seit Jahren davon. Laut Stiftung Warentest macht sich ein Austausch der alten Birnen durch neue LED-Leuchtmittel teils schon nach wenigen Monaten bezahlt.

Für das aktuelle Heft nahmen die Prüfer 20 LED-Birnen unter die Lupe, die 75- und 100-Watt-Glühbirnen ersetzen können. Sie urteilten zufrieden: „Noch nie leuchtete ein Testfeld so hell wie dieses.“ Insgesamt bewertete die Stiftung sieben LED-Leuchten mit „sehr gut“, die restlichen mit „gut“.

Ein Rechenbeispiel: Eine 75-Watt-Glühbirne, die im Schnitt drei Stunden täglich brennt, verursacht bei einem Strompreis von 28 Cent pro Kilowattstunde Kosten von 23 Euro. der günstigste Testsieger, Bioledex Araxa (Note 1,4), verbraucht bei gleicher Helligkeit nur 12 Watt, die Stromkosten liegen bei 3,68 Euro.

Bei dieser Nutzung macht das eine Einsparung von 1,61 Euro pro Monat – damit ist der Anschaffungspreis von etwa 7 Euro bereits nach gut vier Monaten wieder eingespart. Unter den 100-Watt-Alternativen schnitt Lightme LED Classic (Note 1,5 / 13 Euro) am besten ab, etwas günstiger ist die Osram LED Star Classic (Note 1,7 / 10 Euro).

Vorsicht bei Spots und Halogenleuchten

Während der Wechsel auf LED bei den E27-Schraubgewinden meist unproblematisch ist, gilt es, beim Wechsel von Spotleuchten (auch: Reflektorlampen) und Halogenlämpchen ein paar Dinge zu beachten: Die Sockel der Spots (zwei gerade, dünne Metallstifte bei GU5.3, zwei Metallstifte mit rundlichen Verdickungen bei GU10) sind zwar dieselben, das Leuchtmittel selbst ist aber größer, hier sollte man auf die Passform achten.

Ein weiteres Problem betrifft Leuchten mit GU5.3-Sockel. Sie sind Niedervoltleuchten und werden mit einer 12-Volt-Spannung betrieben. Deshalb benötigen sie zwingend einen Transformator, der die Spannung aus der Steckdose (230V) wandelt.

Leider gibt es keinen allgemeingültigen, einfachen Weg, um vorab festzustellen, ob ein alter Trafo zusammen mit LED-Leuchten funktioniert – hier heißt es schlicht, ausprobieren. Leuchten die neuen LEDs problemlos, können sie ohne weitere Maßnahmen auch verwendet werden.

Sollten sie dagegen flackern, brummen, sich verzögern oder gar nicht einschalten, ist der Trafo ungeeignet. Oftmals müssen ältere Trafos eine Mindestleistung umsetzen – die sparsamen LEDs ziehen schlicht zu wenig Strom. Hier kann es helfen, eine alte Halogenlampe stecken zu lassen und die restlichen gegen LEDs zu tauschen. Andernfalls muss der Trafo gegen ein modernes, LED-fähiges Gerät getauscht werden.

LEDs und Dimmen

Ob der neue LED-Ersatz dimmbar ist oder nicht, steht auf der Verpackung. Stiftung Warentest prüfte die dimmbaren E27-Modelle jeweils mit vier handelsüblichen Dimmern. Keine der Leuchten funktionierte mit allen problemlos – Brummen, Surren und Flackern war die Folge.

Ob LED und Dimmer zusammenpassen, müsse man schlicht ausprobieren und eine mögliche Rückgabe mit dem Händler vereinbaren, so der Rat der Warentester. Nicht dimmbare LED-Birnen sollte man übrigens selbst dann nicht an einem Dimmer betreiben, wenn man diesen immer voll aufdreht. Das könnte zu einem frühzeitigen Defekt führen.

Lumen: Wie hell ist hell?

Die gewohnten Watt-Zahlen taugen schon seit den Energiesparlampen nicht mehr wirklich zur Einschätzung der Helligkeit. Mittlerweile wird die Helligkeit in der Einheit „Lumen“ angegeben. Grob kann man sagen, dass 800 Lumen dem Licht einer 60-Watt-Birne entsprechen, 1000 Lumen einer 75-Watt- und 1500 Lumen einer 100-Watt-Birne. Allerdings beeinflusst auch die Lichtfarbe, wie hell ein Licht wahrgenommen wird.

Kelvin: Warm oder kalt?

Anders als die Birnen mit Glühfaden kann man beim Kauf über die Lichtfarbe entscheiden – also wie warm oder kalt ein Licht wirkt. Gemessen wird sie in der Temperatureinheit Kelvin. Je niedriger die Zahl, desto rötlicher das Licht, je höher, desto weiß-blauer. Das Licht einer Kerze etwa hat 1500 Kelvin (K), das eines Xenonscheinwerfers liegt meist zwischen 4000 und 5500 K. Das Licht einer 60-Watt-Glühlampe hat etwa die Farbe 2700 K.

Daran orientieren sich auch viele der LED-Birnen, oft wird die Farbe auch „warmweiß“ genannt. LED-Spots richten sich teilweise auch nach der Lichtfarbe von Halogenleuchten, die mit 3000 K etwas kälter ist.

Es gibt auch Leuchten in „kaltweiß“ – ihre Lichtfarbe liegt meist zwischen 4000 und 6000 K. Für den Wohnbereich empfinden viele Menschen dies aber als zu kalt und ungemütlich.

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