Mieten

Der erste Eindruck zählt auch bei der Wohnungssuche

Bei der Erstbegehung sollte man nicht über zu viele Details verhandeln wollen

Foto: dpa Picture-Alliance / Rainer Hackenberg / picture-alliance / Rainer Hacken

Bei der Erstbegehung sollte man nicht über zu viele Details verhandeln wollen Foto: dpa Picture-Alliance / Rainer Hackenberg / picture-alliance / Rainer Hacken

Berlin/Hamburg  Wer auf Wohnungssuche ist, verhält sich am besten wie bei einem Bewerbungsgespräch. Dazu gehört, wichtige Unterlagen parat zu haben.

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Man könnte bei der Wohnungssuche auf Glück hoffen. Aber das klappt in den allermeisten Fällen genauso gut wie beim Lottospielen. Ein Besichtigungstermin mit 100 Mitbewerbern – trotz Vorauswahl – drückt auf die Motivation. Doch wo anfangen, wo suchen, und wo lohnt sich noch das Inserieren? Experten geben folgende Tipps.

• Soll man gleich den Makler beauftragen?

„Zwar haben Makler einen guten Überblick über den Markt in ihrer Region“, sagt Sun Jensch, Bundesgeschäftsführerin des Immobilienverbands Deutschland (IVD) in Berlin. „Seit das sogenannte Bestellerprinzip in Kraft ist, nimmt aber kaum ein Makler einen Auftrag von potenziellen Mietern an.“ Denn das sei ein großes Risiko für ihn. Warum das? Werde eine Wohnung nicht von einem Auftraggeber angemietet, sei sie gewissermaßen „verbrannt“, so Sun Jensch. Sie stehe dann im Datenbestand des Maklers – er könne die Wohnung aber nicht nachfolgenden Kunden anbieten, denn laut Gesetz bekomme er nur dann eine Provision, wenn er aufgrund eines konkreten Auftrags tätig geworden sei. „Also bieten Makler diese Dienstleistung für Mieter lieber nicht an“, sagt Jensch.

• Lohnt sich die Suche über die Zeitung noch?

Ja, meint Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Zwar hätten Immobilienportale inzwischen einen sehr großen Bestand aufgebaut und die Suche dort könne schwerpunktmäßig stattfinden. „Doch von 21 Millionen Mietwohnungen in Deutschland werden 15 Millionen von privaten Vermietern angeboten“, sagt er. Unter ihnen seien viele ältere Leute, die neue Mieter nicht per Computer, sondern mit herkömmlichen Zeitungsannoncen suchten. Er glaubt: „Wer in der regionalen Presse nach einer Wohnung schaut, kann mitunter wahre Schätzchen finden.“

• Wie finde ich Lagen mit verhältnismäßig guten Mieten?

Es ist sinnvoll, sich auf Gegenden zu konzentrieren, die man sich leisten kann und will. Einen allgemeinen Überblick über bessere und schlechtere Lagen kann der örtliche Mietspiegel geben. „Allerdings darf man nicht erwarten, die Wohnung auch zu dem Preis zu bekommen, der im Mietspiegel angegeben ist“, sagt Happ. Denn dort würden nur die ortsüblichen Vergleichsmieten aufgeführt, nicht aber die oft höher ausfallenden Neuvermietungen. „Erfahrungsgemäß bieten Wohnungsbaugenossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen preiswerteren Wohnraum an“, sagt Siegmund Chychla vom Mieterverein zu Hamburg. Allerdings erstrecke sich dieser auch auf Stadtteile, die weniger beliebt seien.

• Wie beeindrucke ich den Vermieter bei der Besichtigung?

„Der Mietinteressent sollte versuchen, sich in die Lage eines Vermieters hineinzuversetzen“, rät Chychla. Erfahrungsgemäß wolle der pünktlich seine Miete haben, erwarte einen schonenden Umgang mit der Immobilie sowie ein gutes Auskommen mit den anderen Hausbewohnern. „Die Erfahrung zeigt auch, dass der erste Eindruck zählt“, so der Experte weiter. „Gute Umgangsformen und Höflichkeit sowie ein positiver Eindruck durch ein gepflegtes Erscheinungsbild erhöhen die Chancen.“ Da Besichtigungen oft mit mehreren Interessenten stattfinden, rät Happ, gleich an Ort und Stelle zu verabreden, wer wann den Kontakt wieder aufnimmt. Chychla mahnt in diesem Zusammenhang, beim ersten Termin nicht allzu forsch aufzutreten. „Verhandlungen über Mietkaution oder Miethöhe sind zu diesem Zeitpunkt nicht angebracht, vor allem wenn noch andere Bewerber in den Räumen sind“, rät Chychla.

Ungeschickt sei auch das Hinterfragen der exakten Wohnungsgröße, das zentimetergenaue Nachmessen mit einem Zollstock oder die Anfertigung einer Fotodokumentation. „Gegen ein paar Handyfotos haben die meisten Vermieter aber nichts, wenn man vorher fragt“, sagt Happ.

Vermieter erwarten meist auch, dass bereits zum Besichtigungstermin alle notwendigen Unterlagen zur Hand sind. Dazu gehören Personalausweis, Einkommensnachweise und Schufa-Eigenauskunft. Diese Dokumente dürften nicht zu alt sein, sagt Happ. „Gerade wenn sich die Wohnungssuche über längere Zeit hinzieht, sollten sie immer wieder aktualisiert werden.

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