Geniessen

Die Saison für heimische Tomaten steht in voller Blüte

Top view of cherry tomatoes in small wooden crate

Top view of cherry tomatoes in small wooden crate

Foto: Istock/grafvision

Mülheim.  Ob Cocktail-, Kirch- oder Romatomaten: Die roten Alleskönner sind beim Kochen vielseitig einsetzbar. Im August schmecken sie besonders vollmundig

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„Ich liebe Tomaten! Groß, klein, dick, dünn“, lacht Susanne Lontz vom Restaurant Tomate in Mülheim, das seinen Namen durch seine einst feuerroten Außenwände und das kupfergrüne Dach bekam. Mittlerweile leitet es Tomatenfreundin Lontz: „Die Tomate ist so ein gesundes Gemüse“, fährt sie fort, „am besten natürlich in Bio-Qualität.“

20 Kilo pro Kopf in einem Jahr

Nicht nur Susanne Lontz kann sich für die Tomate begeistern: Die roten Früchte sind eine der beliebtesten Gemüsearten der Deutschen – ganze 1,7 Millionen Tonnen frische und verarbeitete Tomaten wurden im Jahr 2012/13 verbraucht, das sind knapp über 20 Kilogramm pro Kopf. Tendenz steigend.

Ihren Ursprung hat das Nachtschattengewächs in Mittel- und Südamerika und erst in der Neuzeit fand sie ihren Weg nach Europa und weiter nach Asien, Afrika und Australien. Heute ist sie aber aus den Küchen und Töpfen der Welt nicht mehr wegzudenken. Man kann sich die italienische Küche gar nicht mehr ohne die aromatische Tomatensoße vorstellen, ebenso wenig persische Kebabs ohne saftige Tomaten vom Grill.

Der vollmundige Geschmack der Tomate und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben zweifellos zu ihrem Erfolg beigetragen. Sie ist roh genießbar, aber genauso gut einfach zu verarbeiten und haltbar zu machen, durch Trocknen oder Einkochen. Vor allem aber ist es ein gesundes Gemüse, kalorienarm, voller Vitamin C, Kalium und Folsäure. Daneben enthalten Tomaten den antioxidativen Stoff Lycopin, der Zellmembrane schützen soll. Am besten kann der Körper Lycopin übrigens aus gekochten Tomaten aufnehmen oder mit ein paar Tropfen Olivenöl angemacht, um den fettlöslichen Stoff freizusetzen.

Die höchste Konzentration an Vitaminen und Mineralien haben ganz reife Tomaten, deswegen sollte man unbedingt jetzt am Höhepunkt der Tomatensaison zuschlagen. „Wir sind gerade mittendrin“, sagt Markus Puffert von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Sortenvielfalt für Hobbygärtner

Aber es lohnt sich, auch Eigenanbau in Betracht zu ziehen. Zwar sei das Tomatenjahr für Gartenfreunde fast vorbei, aber zumindest für die nächste Saison kann man sich immer ein paar Pflanzen anschaffen: „Die Tomate ist eine dankbare Kultur und mit dem Wetter der letzten Jahre auch draußen gut anzupflanzen“, erzählt Puffert. „Keine Kulturpflanze verträgt hohe Hitze und trockene Luft so gut wie die Tomate. Solange sie mit Wasser und Dünger versorgt ist, ist sie glücklich.“ Die Vielfalt der Tomatensorten für Hobbygärtner sei auch extrem angewachsen, berichtet er, mit ihnen könne man geschmacklich tolle Varianten ziehen, die es im Profibereich gar nicht gäbe. „Die Tomate ist eine Pflanze, die einfach wächst und gesund bleibt, man hat geringste Sorgen.“ Gute Aussichten also für Tomatenfans.

Sortenvielfalt

Kirsch- und Cocktailtomaten sind sehr klein und süßer als größere Sorten. Daher eignen sie sich gut als sogenanntes Naschgemüse oder im Salat.


Eiertomaten. Foto: Istock/tolisma Eiertomaten, auch Romatomaten genannt, sind länglich geformt. Sie haben wenig Kerne, weshalb sie sich gut für Soßen und Suppen eignen.


Rundtomaten sind die klassischen Salattomaten. Sie sind größer als Cocktailtomaten und sehr saftig.


Fleischtomaten wie etwa die Ochsenherztomate können bis zu ein Kilogramm schwer werden. Sie eignen sich zum Beispiel zum Grillen oder können ausgehöhlt, gefüllt und überbacken werden.


Von allen Tomaten gibt es inzwischen auch gelbe und grüne Sorten – nicht zu verwechseln mit unreifen Früchten. Sie sind sehr aromatisch, gelbe Tomaten enthalten zudem oft weniger Säure.

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