Datenschutz

Datenlecks: Facebook rechnet mit Milliarden-Strafen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat mit Datenskandalen zu kämpfen. (Archivfoto)

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat mit Datenskandalen zu kämpfen. (Archivfoto)

Foto: Niall Carson / dpa

Menlo Park  Facebook musste in den vergangenen Monaten mehrere Datenskandale einräumen. Warum Strafzahlungen den Konzern nicht hart treffen werden.

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Nach mehreren Datenschutz-Skandalen drohen Facebook Strafzahlungen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar. Das soziale Netzwerk hatte im vergangenen Quartal dafür bereits drei Milliarden US-Dollar zurückgestellt, nun wurde die Rückstellungssummer auf fünf Milliarden erhöht.

Bei dem Vorgang geht es vor allem um Ermittlungen der US-Handelsbehörde FTC. Die Behörde und Facebook hatten eine Vereinbarung getroffen, die den Datenschutz bei dem Netzwerk erhöhen sollte. Tatsächlich gab es aber weitere Datenlecks.

Die Ermittlungen der FTC können zum Beispiel mit einer Strafe oder mit einem Vergleich enden. Auslöser für die Untersuchung war vor allem der Skandal um Cambridge Analytica. Im Fall Cambridge Analytica hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor Jahren einige Informationen von Millionen Facebook-Nutzern an die Datenanalyse-Firma weitergegeben. Facebook betont zwar, der Entwickler habe damit gegen die Regeln verstoßen.

Facebook musste mehrere Datenskandale einräumen

Das Online-Netzwerk geriet aber trotzdem in die Kritik, weil die Datenweitergabe überhaupt möglich war – und weil Facebook zwar schon seit Ende 2016 davon wusste, aber sich mit der Zusicherung zufriedengab, dass die Daten gelöscht worden seien.

Macht Facebook dumm?

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Macht Facebook dumm?

Die FTC hatte ihre Untersuchungen vor rund einem Jahr eingeleitet, nachdem der Fall öffentlich bekanntgeworden war. Die Behörde prüft unter anderem, ob Facebook mit der Möglichkeit zur Datenweitergabe gegen eine Vereinbarung mit der FTC aus dem Jahr 2011 verstoßen haben könnte. Damals hatte das Online-Netzwerk in einem Vergleich nach Datenschutz-Verstößen unter anderem zugesichert, keine Informationen von Nutzern ohne ihre Zustimmung weiterzugeben.

Facebook könnte eine Strafzahlung wohl leicht verdauen – das Online-Netzwerk hat Geldreserven von über 45 Milliarden Dollar. Die Anleger zeigten sich entspannt nach der Ankündigung der Rückstellung: Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent zu.

Facebook: Zahl der aktiven Nutzer ist gewachsen

Die Vorsorge drückte zugleich den Gewinn im vergangenen Quartal auf 2,43 Milliarden Dollar nach knapp 5 Milliarden ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 26 Prozent auf gut 15 Milliarden Dollar. Nach wie vor werden 93 Prozent der Werbeerlöse auf Mobilgeräten wie Smartphones erwirtschaftet.

Die Zahl monatlich aktiver Facebook-Nutzer wuchs binnen drei Monaten um rund 60 Millionen auf 2,38 Milliarden. Täglich griffen auf das Online-Netzwerk 1,56 Milliarden Nutzer zu – nach 1,52 Milliarden im Vorquartal.

Doch es waren zuletzt nicht die Nutzerzahlen, die für Schlagzeilen sorgten, sondern neue Datenskandale. So wurde Anfang April bekannt: Wieder waren Passwörter bei von Facebook-Nutzern öffentlich zugänglich. Bereits Ende März hatte es ähnliche Berichte gegeben. So hatte Facebook Nutzer-Passwörter unverschlüsselt gespeichert. Ein Großteil der Facebook-Mitarbeiter hatte Zugriff auf diese sensiblen Nutzerdaten.

Die Skandale hatten unter anderem zur Folge, dass mehrere Zuckerberg-Vertraute gingen. Der Facebook-Chef selbst will den Datenschutz nun verbessern. (dpa/ac)

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