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Ohrhörer im ersten Test: Google Buds können überzeugen

Die Google Buds sind jetzt in Deutschland erhältlich.

Foto: Jan Mölleken

Die Google Buds sind jetzt in Deutschland erhältlich. Foto: Jan Mölleken

Berlin  Ohrhörer, die in Verbindung mit dem Smartphone übersetzen? Mit dieser Funktion können die Google Buds in unserem Schnelltest punkten.

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Sie waren das vielleicht coolste Gadget bei Googles großer Produktvorstellung im Herbst: die Google Buds (179 Euro). So heißen Googles neue, kabellose Kopfhörer. Das Besondere an ihnen ist allerdings, dass sie Pixel-2-Smartphones quasi zum bequemen Universal-Übersetzer machen: Einfach lossprechen und die Lautsprecher des Smartphones geben das Gesagte dann in der gewünschten Sprache über die Lautsprecher des Handys aus. Die jeweilige Antwort wird dann zurück übersetzt und direkt in den Google Buds ausgegeben. Bei Googles Demo funktionierte das natürlich tadellos – uns interessiert, ob das auch im realistischen Einsatz klappt. Wie sich Googles neue Buds im Kurztest schlagen:

Schon beim Auspacken der Pixel-Buds ist klar: hier hat sich Google von Apples AirPods inspirieren lassen: Die kleinen Ohrhörer sitzen in einem Transportcase, das gleichzeitig als Ladestation dient: Sprich, immer wenn man hier Pixel Buds nicht braucht, legt man sie in ihr Case und lässt sie so wieder aufladen.

Kabel verbindet beide Ohrteile

Insgesamt soll man so auf rund 24 Stunden Akkulaufzeit kommen – spätestens nach fünf Stunden aber immer wieder von kleinen Ladepausen unterbrochen. Ob diese Werte auch im Alltag gelten, wird ein längerfristiger Test zeigen müssen. Nach dem ersten Ausprobieren scheint es zumindest nicht unwahrscheinlich, dass das etwa stimmt.

Im Unterschied zu Apples AirPods sind die Pixel Buds aber nicht gänzlich kabellos - ein dickeres Nylonband verbindet die beiden Ohrteile, sodass man sie bei Nichtbenutzung einfach um den Hals baumeln lassen kann. Außerdem sorgt das für ein gewisses Sicherheitsgefühl, dass die kleinen Stöpsel nicht auf nimmerwiedersehen im Unterholz verschwinden, sollten sie doch einmal aus dem Ohr fallen. In unserem ersten Test saßen die Pixelbuds aber durchaus sicher.

Anmeldung am Smartphone gut gelöst

Zum Einsetzen braucht man Anfangs allerdings ein bisschen Übung: die Hörer sitzen recht locker im Ohr und werden durch eine verschiebbare Bandschlaufe gesichert. Das geht einem dann aber recht schnell von der Hand. Gleiches gilt für das Einsetzen ins Ladecase: Bis man das Kabel so gewickelt hat, dass sich das kleine Kästchen wieder schließen lässt, vergeht anfangs doch etwas Zeit. Die AirPods zeigen, wie man es besser macht.

Gut klappt dagegen das Anmelden beim Smartphone: öffnet man das Ladecase neben dem Pixel 2, erscheint ein kleines Fenster, das den Nutzer Auffordert, die Pixel Buds mit dem Smartphone zu verbinden. Nach dem Verbinden durchläuft man eine kurze Einrichtungsprozedur. Ist das passiert, muss man die Stecker nur noch einsetzen und sie verbinden sich automatisch mit dem Handy. Das klappt übrigens auch mit anderen Android-Telefonen, so sie denn mindestens Android 7.1 installiert haben.

Siri reagiert langsamer

Musik klingt auf den Pixel Buds sehr anständig. Vor allem bieten sie einen deutlich druckvolleren Bass als man es bei dem eher lockeren Sitz der Hörer erwarten würde. Zum Starten und Stoppen der Wiedergabe tippt man einfach auf den rechten Hörer, um die Lautstärke zu verstellen wischt man ebenfalls rechts einfach vor oder zurück. Wirklich gut funktioniert vor allem aber das Aufrufen des Google Assistenten: dazu legt man einfach den Finger auf den rechten Stöpsel und redet los. Das funktioniert ohne jegliche Verzögerung, sodass man wirklich dass Gefühl hat direkt mit dem Google Assistant verbunden zu sein. Das mag sich nach einem unwichtigen Detail anhören – tatsächlich machte es im Test den wesentlichen Unterschied.

Auch mit den AirPods kann man Siri aufrufen, wenn man zweimal gegen einen der Hörer tippt. Doch bis Siri wirklich zuhört, vergeht noch ein spürbarer Moment, mit den Pixel Buds ist etwa die Frage „Wie spät ist es” eine kurze Geste, die tatsächlich schneller ist, als das Handy aus der Tasche zu holen. Hier ist Google allen anderen wirklich einen Schritt voraus – zumal der Google Assistant ohnehin der kompetenteste der Sprachassistenten ist.

Übersetzungsfunktion für den Urlaub ausreichend

Doch wie steht es nun um die viel beworbene Übersetzungsfähigkeit? Gut, erstaunlich gut! Tatsächlich steht die Funktionalität jedem Android-Nutzer zur Verfügung, der die Google-Übersetzer-App installiert hat. Mit den Pixel Buds fühlt es sich aber spürbar weniger umständlich an. Man startet die App, stellt die Sprachen ein, zwischen denen übersetzt werden soll, tippt auf das rechte Ohrteil und redet los. Anschließend übersetzt die App in die gewünschte Sprache und gibt die Antwort über das Smartphone aus.

Das Gegenüber hält dann eine Schaltfläche auf dem Smartphone gedrückt und spricht seine Antwort hinein. Die wird dann übersetzt in den Pixel Buds ausgegeben. Der viel beschworene Universalübersetzer ist das noch nicht, aber für den Urlaub dürfte das schon reichen, wenn man sich das entsprechende Sprachpaket vorher heruntergeladen hat.

Für ein fundiertes Fazit hat die Testdauer zwar noch nicht ausgereicht - aber auf den ersten Blick gefällt uns sehr viel an den Pixel Buds. Besitzer eines Pixel 2 sollten einen Kauf ernsthaft ins Auge fassen, soviel kann man jetzt aber schon sagen.

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