KRANKHEIT

Zur Erkältungszeit den vielen Viren den Kampf ansagen

Erkältungen treten vor allem in dieser Jahreszeit auf, da es kalt und feucht wird. Viel trinken und schlafen sind die Evergreens der Erkältungsbekämpfung. Hygiene spielt hingegen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung.

Foto: Andreas Gebert

Erkältungen treten vor allem in dieser Jahreszeit auf, da es kalt und feucht wird. Viel trinken und schlafen sind die Evergreens der Erkältungsbekämpfung. Hygiene spielt hingegen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung. Foto: Andreas Gebert

Winterberg/Meschede.   Apotheker Jürgen Schäfer und Arzt Dr. Gisbert Breuckmann geben Tipps gegen Erkältungen. Hygiene ist ein wichtiger Faktor – Ruhe auch.

Die Nase ist zu, der Hals kratzt und der Husten kommt häufig und heftig – bei diesen Anzeichen ist es schon zu spät: Die Erkältung ist da. „Diese Erkrankung ist vor allem jahreszeitlich bedingt“, erklärt Jürgen Schäfer, Apotheker in Winterberg, „es wird kälter und ist feucht.“ Diese Erkältungs-Welle dauere meist bis Mitte März an.

Gerade in dieser Saison scheinen Infektionen besonders lange anzuhalten, ergänzt Dr. Gisbert Breuckmann, Vorsitzender der Ärztekammer des Bezirks Arnsberg aus Meschede: „In der Tat sind die Krankheitsverläufe der Erkältung in dieser Saison besonders lang. Dies ist auf die wechselnde, feucht-kalte Witterung zurückzuführen.“

Vorbeugung

Prophylaxe fängt schon bei der Kleidung an: „Man sollte sich wetterfeste Bekleidung anziehen und nicht mit nassen Haaren rausgehen“, sagt Schäfer.

Dr. Breuckmann rät von Vitaminzusätzen ab: „Über eine ausgewogene Ernährung und ausreichende körperliche Bewegung kommt man nicht herum – auch wenn es manchmal bequemer wäre, eine Pille zu schlucken.“ Er fügt hinzu: „Nur Risikogruppen brauchen Zusätze.“ Was aber helfe, sagt Apotheker Jürgen Schäfer, sei Vitamin C.

In natürlicher Form komme es in Paprika und in der Zitrone vor. Eine gesunde Lebensweise sei ohnehin die beste Vorbeugung gegen eine Erkältung, bekräftigt Breuckmann. Dazu gehöre auch ausreichend Erholung: „Wer zu wenig schläft, bekommt schneller eine Erkältung – das Risiko, sich zu erkälten, steigt um bis zu 30 Prozent, wenn Sie weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen“, betont der Arzt.

Zudem sei es auch gut, regelmäßig zu lüften. Das helfe gegen die trockene Heizungsluft, die den Schleimhäuten zu schaffen macht. „Im Büro und zu Hause sollte man deshalb immer mal wieder das Fenster für fünf Minuten vollständig öffnen“, empfiehlt Breukmann.

Wer von der Kälte draußen ins Warme komme, könne sich auch mal ein Fußbad gönnen: „Es wärmt nicht nur, sondern fördert die Durchblutung im gesamten Körper, auch in den oberen Atemwegen, und stärkt gegen Erkältungs- und Grippeviren“, ist Breuckmann überzeugt.

Generell sollte von kranken Personen Abstand gehalten werden.

Hygiene

Bei der Vorbeugung ist Hygiene ein Thema für sich: Viren haften an Gegenständen und können so übertragen werden. Berührt jemand diese

Dinge mit den Händen und fasst sich anschließend in die Augen oder an den Mund, gelangen die Viren direkt in den Körper. Dr. Breuckmann rät: „Waschen Sie sich mehrmals täglich gründlich die Hände – das ist die wichtigste und gleichzeitig einfachste Regel. Hierdurch lässt sich ein Viertel aller Erkältungen vermeiden.“ Er ist überzeugt, dass dafür Desinfektionsseifen nicht nötig sind. Zusätzlich helfe es, keine Türklinken im Büro oder Bus zu berühren. Im öffentlichen Raum ist es daher sinnvoll, Handschuhe anzuziehen.

Und sollte das Taschentuch nach dem Schnäuzen wieder zurück in die Hosentasche? „Auf gar keinen Fall!“, sagt Apotheker Jürgen Schäfer. „Da sammle ich die Bakterien ja noch – hole ich das Taschentuch dann raus, verteile ich sie damit überall“, fügt er hinzu.

Linderung

Ist die Erkältung da, hilft nur noch Abwarten und Tee trinken – im wörtlichen Sinne: Apotheker Jürgen Schäfer empfiehlt Lindenblütentee: „Der treibt den Schweiß und mit dem gehen die Schadstoffe aus dem Körper.“ Auch Dr. Gisbert Breuckmann empfiehlt Kräutertees, da sie den Flüssigkeitsbedarf decken.

Ansonsten sagen sowohl Apotheker als auch Arzt, dass spezielle Medikamente die Beschwerden lindern, wie beispielsweise Nasensprays. Tapferkeit ist hier fehl am Platz: „Ich muss dem Körper Hilfestellung geben, damit alles abfließt“, betont Schäfer. Was bei Erkältungen generell am Allerbesten ist, weiß Dr. Gisbert Breuckmann: „Viel trinken und viel schlafen.“

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