Hitzewelle

Extrem-Hitze: Das müssen Senioren und Herzkranke beachten

Senioren sollten sich bei der Hitze möglichst im Schatten oder im Haus aufhalten.

Senioren sollten sich bei der Hitze möglichst im Schatten oder im Haus aufhalten.

Foto: Sebastian Kahnert / ZB

Essen.  Herzkranke können durch die Hitze gesundheitliche Probleme bekommen. Was ältere Menschen bei sommerlichen Temperaturen beachten sollen.

Die sommerliche Hitze kann besonders für ältere Menschen, Herzkranke oder Blutdruckpatienten zu einer gesundheitlichen Herausforderung werden. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen sind Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe.

„Diesen Folgen können Betroffene vorbeugen, indem sie mit ihrem behandelnden Arzt Vorsichtsmaßnahmen besprechen, die je nach Herzerkrankung unterschiedlich sein können, zum Beispiel Anpassung der Trinkmenge oder notwendige Dosierungsänderungen bei Medikamenten“, betont Herzspezialist Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Den Alltag an die Hitze anpassen

Durch altersbezogene und körperliche Einschränkungen sind Senioren im Alltag weniger anpassungsfähig. Trotzdem sollten Besorgungen in die kühleren Morgen- und Abendstunden verschoben werden. Dabei sollte am besten leichte Kleidung getragen werden. Je größer die Fläche der unbedeckten Haut, je kühler und trockener ist die vorbeistreichende Luft.

Ein gesundes Herz kann die Mehrbelastung durch die Hitze problemlos vertragen. Ein krankes Herz kommt hingegen schnell an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. „Ältere Menschen und vor allem Patienten mit einer Herzschwäche sollten daher möglichst größere Hitze meiden, sich körperlich schonen und besonders darauf achten sich sommerlich zu kleiden“, empfiehlt der Kardiologe.

Vermehrtes Schwitzen führt zu einem zusätzlichen Flüssigkeitsverlust

Auch über den Schweiß gibt der Körper Wärme ab, verliert dabei aber an Flüssigkeit und Elektrolyten. Für den Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlust ist das Trinken besonders wichtig. „Gesunde Menschen trinken bei Durst automatisch so viel, wie sie zum Ausgleich brauchen. Aber bei älteren oder herzkranken Menschen kann das Durstgefühl nicht richtig intakt sein, so dass sie nicht ausreichend trinken und der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird“, warnt Andresen.

„Wenn in einer solchen Situation durch eine zusätzliche Einnahme wassertreibender Medikamente ein stärkerer Flüssigkeitsverlust entsteht, nimmt das Blutvolumen in den Gefäßen ab: der Blutdruck sinkt und es kann vor allem beim Aufstehen aus liegender oder sitzender Position zu Kreislaufkollaps mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kommen.“

Zu viel Flüssigkeit kann auch zur Gefahr werden

Wenn zu viele Salze ausgeschwitzt werden, kann es zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, allgemeine Müdigkeit aber auch Muskelkrämpfen und bisweilen Herzrhythmusstörungen kommen. „,Genügend heißt aber auch: Nicht zu viel! Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr kann bei herzkranken Patienten zur Verschlechterung ihrer Herzleistung führen“, so Andresen. „Deshalb sollten herzkranke Patienten ihre Trinkmenge, aber auch die Medikamenteneinnahme, mit ihrem betreuenden Arzt abstimmen. Tägliches Wiegen hilft, die notwendige Trinkmenge festzulegen.“

Was Kommunen gegen den Hitzestress tun können

Doch nicht nur das persönliche Verhalten von Senioren kann bei der Hitze die Gesundheit schützen. Prognostizierte Klimaveränderungen wie anhaltende Hitzeperioden oder steigende Temperaturen stellen Städte vor Herausforderungen. „Alltägliche Mobilität ist eine Grundvoraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe und vor allem auch wichtig, um die Grundversorgung sicherzustellen. Das Thema hat daher eine große politische Dimension. Die Kommunen sind gefragt, die Umwelt- und Wohnumgebungen für ihre alternde Bevölkerung anzupassen“, sagt Wissenschaftlerin Kerstin Conrad vom vom Institut für Landes-und Stadtentwicklungsforschung. Bisherige Maßnahmen reichen von Trinkwasserspendern und Sonnenschutz an Haltestellen bis zu baulichen Veränderungen wie hellere Straßenbeläge und Fassaden, die die Strahlung effektiv reflektieren. (red)

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