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Im Test: Für wen lohnen sich die neuen AirPods von Apple?

Airpods von Apple: Optisch ist die zweite Generation von Apples kabellosen Kopfhörern nicht von der ersten zu unterscheiden.

Airpods von Apple: Optisch ist die zweite Generation von Apples kabellosen Kopfhörern nicht von der ersten zu unterscheiden.

Foto: Jan Mölleken

Berlin  Die zweite Generation von Apples äußerst erfolgreichen kabellosen Kopfhörern ist nun erhältlich. Wir haben sie im Alltag getestet.

Als Apple im September 2016 erstmals seine AirPods präsentierte, war der Spot im Netz groß: „Kopf für elektrische Zahnbürste“ war da noch einer der schmeichelhafteren Vergleiche.

Heute sind die Spötter längst verstummt und die AirPods laut Schätzungen von Analysten das Produkt mit dem zweitstärksten Wachstum nach Neueinführung in der Unternehmensgeschichte. Allein im vergangenen Jahr verkaufte Apple Schätzungen zufolge 35 Millionen Paar AirPods, demzufolge dürften etwa drei von vier 2018 verkauften True-Wireless-Kopfhörern aus Cupertino stammen.

AirPods können jetzte kabellos geladen werden

Jetzt sind also die Nachfolger erhältlich – und von außen nicht von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Tatsächlich hat Apple nur zwei wesentliche – aber wichtige – Punkte verändert.

Erstens ist nun ein Ladecase erhältlich, das sich wie auch die aktuellen iPhones kabellos über ein Qi-kompatibles Ladepad mit Strom befüllen lässt. Selbstverständlich kann man das neue Case aber auch weiterhin über Apples Lightning-Kabel aufladen. Die gute Nachricht für alle, die bereits Airpods besitzen und diese Funktionalität gern hätten: das Ladecase ist auch separat für 89 Euro erhältlich.

Die Akku-Kapazität blieb unverändert. Äußerlich ist das neue Case nur durch die anders positionierte Lade-LED erkennbar: Diese war vorher im Innern des kleinen Kästchens. Jetzt sitzt sie auf der Vorderseite – und zeigt nicht nur den Ladestand der AirPods an, sondern auch, wenn das Ladecase selbst gerade geladen wird.

Was ist gleich geblieben?

Die Hörer selbst sind von den Vorgängern überhaupt nicht unterscheidbar – auch in Sachen Audioqualität oder Sitz hat sich nichts verändert. Nach wie vor lassen sie sehr viele Außengeräusche ans Ohr, was etwa als Fußgänger im Straßenverkehr Vorteile (Sicherheit) und Nachteile (Lärm) hat.

Sie klingen auch genauso wie ihre Vorgänger: also recht luftig und klar, allerdings ohne die Basswiedergabe, wie sie manch ein In-Ear-Kopfhörer bietet, der per Gummipfropfen den Gehörgang abdichtet. Und zu guter Letzt gilt nach wie vor die One-Size-Fits-All-Devise: Bei erstaunlich vielen Menschen sitzen die AirPods sicher im Gehörgang und fallen auch nicht plötzlich heraus. Aber bei einzelnen Menschen passen sie aus anatomischen Gründen schlicht nicht - und für diese gibt es auch nach wie vor keine Alternative.

Was ist neu an den neuen AirPods?

Eine wesentliche Änderung gibt es aber doch: einen neuen Chip in Inneren. Statt des W1-Chips der ersten Generation wird nun der neue H1-Chip genutzt. Er soll wesentliche Vorteile bieten: Erstens soll sich mit ihm die Sprechdauer verdoppeln. Die bisherigen AirPods mussten spätestens nach einem anderthalbstündigen Telefonat zurück in das Lade-Case. Die neuen sollen bis zu drei Stunden durchhalten. Nach unseren Alltagserfahrungen kann das durchaus hinkommen.

Die Musikwiedergabe von maximal fünf Stunden entspricht hingegen auch der Laufzeit der alten AirPods. Ebenfalls gleich geblieben sind die 24 Stunden Laufzeit, die sich aus einer Case-Ladung maximal herausholen lassen. Für den Alltag mehr als ausreichend.

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Der neue Chip erlaubt auch einen schnelleren Wechsel beim Umschalten zwischen zwei Geräten. Denn während die Anmeldung an nur einem iPhone stets sehr schnell und sicher funktionierte, konnte der Wechsel etwa zu einem iPad oder einem Mac durchaus einige Sekunden dauern, hin und wieder musste das Umschalten sogar mehrfach angestoßen werden. In unserem bisherigen Test klappte das mit den neuen AirPods schneller und besser – durchaus angenehm.

Die letzte Änderung ist, dass auch mit den AirPods nun der Zuruf „Hey Siri“ genügt, um den Sprachassistenten zu aktivieren. Bislang musste man dafür auf eines der Ohrstücke tippen. Das ist immerhin ein wenig leichter – zumal bei den Vorgängern das Antippen nicht immer funktionierte.

Lohnt das Upgrade bei den AirPods? Lohnt der Neukauf?

Die AirPods sind mit Abstand die beliebtesten True-Wireless-Kopfhörer – und das bislang auch zurecht. Für Nutzer von Apple-Geräten bietet der W1 bzw. nun der H1-Chip eine so einfache und komfortable Anmeldung, wie es kein anderer Hersteller vermag.

Selbst viele Android-Nutzer kauften sich im vergangenen Jahr die Apple-Hörer. Sie haben mittlerweile immerhin einige Alternativen, die neuen AirPods dürften auch für sie aber eine interessante Option bleiben.

Wer bereits AirPods benutzt, muss nicht upgraden – es sei denn, man ist ein Vieltelefonierer. Alle anderen können bei Bedarf einfach das neue Ladecase nachkaufen – die alten Ohrteile laden darin problemlos auf.

iPhone-Nutzer, die schon länger mit dem Gedanken gespielt haben, sich die weißen Hörer zu kaufen, haben jetzt noch drei Gründe mehr es zu tun – zumal sie nicht teurer als vergleichbare Geräten sind und in der Apple-Welt den größten Nutzungskomfort bieten.

Hifi-Nerds sollten generell besser nicht zu True-Wireless-Kopfhörern greifen, egal von welchem Hersteller. Hier bieten große Overear-Modelle schlicht den besseren Klang – allerdings meist auch zu einem deutlich höheren Preis.

(von Jan Mölleken)

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