Finanzen

Kein Geld zum Sparen? Mit diesen Tipps klappt es trotzdem

Strom, Handyvertrag, Internet – es gibt einige Lebensbereiche, in denen Geringverdiener sparen können.

Strom, Handyvertrag, Internet – es gibt einige Lebensbereiche, in denen Geringverdiener sparen können.

Foto: BartekSzewczyk / iStock

Berlin.  Jeder vierte Deutsche hat am Ende des Monats nicht mal 50 Euro übrig. Wie soll man da sparen? Finanztip hat vier Strategien erarbeitet.

Weihnachten ist längst vorbei, das Konto aber immer noch im Dispo? Eine Mieterhöhung frisst alles auf? Man wüsste schon, wohin der Urlaub gehen soll – nur das Geld ist noch nicht zusammen?

Dieses Gefühl kennen viele: Gegen Monatsende wird das Geld knapp. Jeder vierte Bundesbürger gibt an, am Ende des Monats nicht mal 50 Euro übrigzuhaben, um etwas auf die Seite zu legen. So das Ergebnis einer YouGov-Umfrage im Auftrag einer Versicherung. Und Sorgen, ob das Geld im Alter noch reicht, macht sich laut derselben Studie gar jeder Dritte.

Vier Strategien für knappe Sparer

Aber jeder kann etwas tun. Der gemeinnützige Verbraucherratgeber Finanztip empfiehlt eine Kombination von vier Strategien:

1. Die Kosten senken: Wahrscheinlich klappt das nicht mit der Miete, aber sicher bei Strom, Internet und Handy.

2. Die Einnahmen versuchen zu erhöhen: Also zum Beispiel das Gehalt neu verhandeln oder Spargelder vom Chef mitnehmen.

3. Wenn es gerade ganz eng wird: Direkte Hilfen vom Staat annehmen wie zum Beispiel Wohngeld. Keine falsche Bescheidenheit: Das steht jedem zu!

4. Wer dann tatsächlich etwas zum Sparen übrig hat, sollte unbedingt die staatlichen Zulagen mitnehmen.

Kosten senken

Jeder Dritte gibt in der oben genannten Umfrage an, mehr als 30 Prozent vom Nettolohn für Miete und Nebenkosten zu zahlen. Wenn die Miete drastisch erhöht wird, sollte jeder prüfen, ob sie überhaupt in dieser Höhe erlaubt ist. Nicht immer müssen Mieter auf die Barrikaden gehen. Manchmal hilft es auch, an den guten Willen des Vermieters zu appellieren – und die Erhöhung etwas herunterzuhandeln.

Wer im Schnitt mit 1000 Euro im Dispo liegt, zahlt einer normalen Bank knapp 100 Euro Zinsen im Jahr, oft noch mehr. Wer schon tief in den Miesen steht, hat es mitunter schwer, eine neue Bank zu finden. Ein zeitiger Wechsel lohnt sich. Drei Empfehlungen von Finanztip – die DKB, Comdirect und ING – verlangen für 1000 Euro Dispo allesamt rund 30 Euro weniger Zinsen als andere Banken.

Besser ist es natürlich, gar nicht erst in den Dispo zu geraten. Deshalb sollte jeder versuchen, einen kleinen Puffer zusammenzusparen – zwei bis drei Nettogehälter sind ideal.

Wer sich beim Umzug keine Gedanken um den Stromversorger macht, landet automatisch beim teuren Grundversorger. Eine Familie kann rund 200 Euro im Jahr sparen, wenn sie den Stromanbieter wechselt.

Viel teurer als nötig ist oft auch der Handyvertrag. Eine Allnet-Flat mit schnellem LTE-Internet und 3 GB Datenvolumen muss auch im D-Netz inzwischen kaum mehr als 10 Euro im Monat kosten. Und Festnetz mit Internet nicht mehr als 30 Euro.

Und wer das Gefühl hat, ihm rinnt das Geld nur so durch die Finger, der sollte vielleicht mal zwei, drei Monate lang ein Haushaltsbuch führen. Das schafft Klarheit, wohin das viele Geld fließt.

Einnahmen erhöhen

Viele sind zurückhaltend, wenn es darum geht, das Gehalt zu verhandeln. Selbst wenn es im Betrieb feste Gehaltsstufen gibt, kann man immer noch über die richtige Einstufung reden. Manchmal kann es sich auch lohnen, über Extras wie Jobticket, Essenzuschüsse oder Ähnliches zu verhandeln.

Wer selbst zu wenig übrig hat zum Sparen, der kann das einfach den Chef für ihn tun lassen. Viele Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sehen sogenannte vermögenswirksame Leistungen vor: Dann gibt der Arbeitgeber manchmal 6,65 Euro für einen Sparvertrag dazu wie im Öffentlichen Dienst, manchmal bis zu 40 Euro pro Monat. Die Art des Sparens können die Angestellten sich aussuchen. Sechs Jahre wird eingezahlt, dann ein Jahr liegen gelassen. Bis dahin kommen bei 40 Euro Einzahlung 2880 Euro zusammen – plus Rendite.

Direkte Hilfe

Wer ohnehin wenig verdient, den kann ein Rückschlag im Job oder eine drastische Mieterhöhung schnell in Probleme bringen. Damit man in so einer Situation in der alten Wohnung bleiben kann und auch nicht in Richtung Hartz IV abrutscht, gewährt der Staat Wohngeld und Kinderzuschlag.

Ein Rechenbeispiel fürs Wohngeld: Eine vierköpfige Berliner Familie mit zwei Kindern kommt mit 22.800 Euro Jahresbrutto und 700 Euro Kaltmiete auf einen Zuschuss von 402 Euro im Monat. Das ist mehr als die halbe Miete. Bei diesem Einkommen hätte die Familie außerdem Anspruch auf den vollen Kinderzuschlag von der Familienkasse. Das sind für zwei Kinder noch einmal 370 Euro. Also zusammen mehr als die gesamte Miete.

Übrigens: Auch bei einem Jahresbrutto von 36.000 Euro würden 91 Euro Wohngeld für unsere vierköpfige Beispielfamilie fließen. In teureren Städten auch mehr.

Staatliche Förderung

Wer vermögenswirksame Leistungen (VL) bezieht und als Ehepaar nicht viel mehr als 50.000 Euro im Jahr verdient, der erhält vom Staat noch eine kleine Prämie obendrauf: die Arbeitnehmersparzulage. Über die sechs Jahre kann die sich auf bis zu 480 Euro summieren, sofern die vollen 40 Euro der VL im Monat gespart werden. Ein guter Anreiz, beim Vertrag die Zahlung vom Chef aufzustocken.

Wer trotz knapper Kasse auch an sein Alter denkt, sollte anfangen zu riestern. Vor allem Geringverdiener können mit wenig Eigenleistung viele Zulagen mitnehmen. Hierzu noch einmal das Beispiel der Familie mit 22.800 Euro Jahresbrutto.

Nehmen wir an, beide verdienen jeweils die Hälfte davon, dann sind die Sparbeträge für ihre beiden Verträge vier Prozent, also je 456 Euro. An Zulagen bekommen die beiden je 475 Euro, falls die Kinder ab 2008 geboren sind. Das bedeutet: Die beiden müssen nur die Mindesteinlage von jeweils fünf Euro im Monat sparen, um die vollen Zulagen zu bekommen.

Selbst bei einem gemeinsamen Einkommen von 36.000 Euro müssten die beiden (bei gleichem Einkommen) jeweils nur 21 Euro im Monat in den Riestervertrag einzahlen und bekämen immer noch die volle Zulage.

Gut auch beim Riestern: Selbst wer im Alter auf die Grundsicherung zurückfällt, darf bis zu 200 Euro Monatsrente behalten. Bei niedriger Riester-Sparsumme zum Rentenbeginn ist auch eine Einmalauszahlung denkbar.

Fazit

Auch wer wenig verdient, kann mitunter etwas zur Seite legen. Gut, um dem Dispo zu entfliehen und auch mal etwas Größeres anzuschaffen. Kleinere und größere staatliche Förderungen helfen dabei, auch auf längere Sicht und sogar fürs Alter ein wenig vorzusorgen.

Dieser Beitrag erscheint in einer Kooperation mit finanztip.de. Finanztip ist gemeinnützig und hilft Verbrauchern bei den täglichen Finanzentscheidungen.

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