Energiesparen

Mit diesen Tricks frisst der Kühlschrank weniger Strom

Für Ein- und Zweipersonenhaushalte reichen Kühlschränke mit 120 bis 140 Litern Nutzinhalt. Pro weiterer Person 50 Liter zusätzlich.

Für Ein- und Zweipersonenhaushalte reichen Kühlschränke mit 120 bis 140 Litern Nutzinhalt. Pro weiterer Person 50 Liter zusätzlich.

Foto: AMK / dpa-tmn

Berlin.  Das Siegel für Energieeffizienz auf Kühlschränken kann leicht in die Irre führen. Tipps zum Kauf und zum sparsamen Geräte-Gebrauch.

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Kühlschränke laufen 24 Stunden jeden Tag und verbrauchen – vor allem an heißen Sommertagen – entsprechend viel Strom. Das geht ins Geld, auch wenn die Note A+ auf dem Gerätelabel womöglich das Gegenteil verspricht. Wie Kunden beim Kauf nicht in eine Falle tappen und beim Gebrauch eines Kühlschranks mit einfachen Tricks sparen können.

EU-Kennzeichnung

Das EU-Energielabel mit den großen Buchstaben auf den Geräten soll – eigentlich – auf einen Blick zeigen, ob der Stromverbrauch hoch oder niedrig ist. Aber die Kühlschränke mit den schlechtesten Effizienzwerten tragen momentan den Buchstaben A+. Das klingt ziemlich gut und nicht nach Stromfresser im Vergleich zu Alternativmodellen.

Wichtig zu wissen daher: Die aktuell beste Effizienzklasse der Geräte im Handel lautet A+++ (Tripleplus). „Eine so unübersichtliche Kennzeichnung ist für Verbraucher nicht nachvollziehbar und schlicht nicht logisch“, sagt Cathrin Becker, Energieberaterin der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Sie warnt: Wer jetzt einen neuen, sparsamen Kühlschrank kaufen will, zum Beispiel auch als Zweitgerät für die Grillabende im Sommer, bekommt mit der Effizienzkennzeichnung „keine große Hilfe“. Und die Stiftung Warentest ermittelte: Die Stromkosten von Kühl-Gefrier-Kombinationen mit Note A+ „betragen im Laufe der Lebensdauer oft ein Vielfaches des Kaufpreises“.

Jahres-Stromverbrauch

Die zur Verfügung stehende Buchstabenskala reicht im Prinzip von A bis D. Eine ursprünglich für Ende dieses Jahres vorgesehene Anpassung daran – mit der Folge, dass A-Kühlgeräte wirklich sparsam sind – hat die EU laut Verbraucherzentrale um zwei Jahre verschoben.

Das EU-Energielabel soll zu klaren Effizienzklassen von A bis G zurückkehren. Nach der Novelle sollen die energieeffizientesten Geräte höchstens mit B ausgezeichnet werden, erklärt das Bundeswirtschaftsministerium auf seiner Internetseite. Beim Start des neuen Labels sollen die Effizienzklasse A und bei besonders dynamischen Produkten die Klassen A und B frei bleiben, damit wieder Spielraum für Fortschritte entsteht.

Bis dahin der Rat der Verbraucherschützer: Auf dem Label steht außer den Buchstaben auch der Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. „Diese Angabe ist ein verlässlicher Hinweis darauf, ob das Gerät im Vergleich zu anderen wenig oder viel Strom verbraucht“, erläutert Cathrin Becker.

Laut Verbraucherzentrale benötigt eine in Sachen Energieeffizienz gute Kühl-Gefrier-Kombination mit 180-Liter-Kühlbereich und 15- Liter-Gefrierfach 114 kWh im Jahr. Achtung: Ein weniger effizientes Altgerät kann den Verbraucherschützern zufolge doppelt so viel Strom verschlingen.

Das bedeutet, dass sich ein Austausch auf Dauer gesehen lohnen kann – zumindest wenn der Oldtimer auch sonst eine Macke hat oder einfach zu groß oder zu klein für den Bedarf ist. Kleine, aber gute Kühlschränke mit einfacher Ausstattung gibt es laut Stiftung Warentest bereits ab 180 Euro.

Nutzinhalt

Soll ein alter Kühlschrank durch einen effizienteren ersetzt werden, ist die Gerätegröße besonders zu beachten. Eine Überdimensionierung kostet unnötig Strom. „Für Ein- und Zweipersonenhaushalte reicht meist ein Kühlschrank mit 120 bis 140 Litern Nutzinhalt. Pro weiterer Person werden etwa 50 Liter zusätzlich benötigt“, berichtet die von Industrie und Energiewirtschaft getragene Initiative Hausgeräte+.

Für das Gefrieren rät die Initiative bei normaler Vorratshaltung zu einem Nutzinhalt pro Person von 50 bis 80 Litern. „Bei ausgeprägter Vorratshaltung können es auch 100 bis 130 Liter sein“, sagt Hausgeräte+-Expertin Claudia Oberascher. Ein Vorteil des EU-Labels: Es gibt über die Nutzinhalte von Kühl- und Gefrierbereich des jeweiligen Geräts genaue Auskunft.

Innentemperatur

Viele Haushalte neigen dazu, den Kühlschrank lieber etwas kälter einzustellen. Laut Verbraucherzentrale reicht aber eine Innentemperatur von sieben Grad Celsius völlig aus, die Stiftung Warentest empfiehlt eine mittlere Temperatur von fünf bis sechs Grad.

Verfügt das Gerät nur über einen einfachen Drehknopf statt über ein Display zum gradgenauen Einstellen, kann der Nutzer mit einem eigenen Thermometer zur Kontrolle selbst nachmessen. Tipp: Wer seine Einkäufe auf dem Nachhauseweg in einer Kühlbox oder einer Kühltasche transportiert, schützt sie vorm Aufwärmen und Auftauen – und erspart dem Kühlschrank stromfressenden Stress beim erneuten Abkühlen auf die Soll-Temperatur.

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Standort und Verhalten

Funktioniert ein älterer Kühlschrank noch tadellos, muss er nicht zwangsläufig gegen einen neuen ausgetauscht werden. Um ihn sparsam zu betreiben, sollte er nicht neben einer Wärmequelle wie Heizung, Herd, Spül- oder Waschmaschine stehen, rät die Verbraucherzentrale.

Vermieden werden sollten eine direkte Sonneneinstrahlung, ein unnötig langes Öffnen und das Hineinstellen warmer Speisen. Hilfreich auch: Die Gummidichtungen der Türen sollten regelmäßig gereinigt und die Lüftungsschlitze nicht zugedeckt werden, damit kein Wärmestau entsteht.

Urlaubsfunktion

Steht eine Urlaubsreise bevor, kann der Kühlschrank zuvor abgetaut und ausgeschaltet werden, um so Strom zu sparen. Wenig bekannt ist eine zweite Option, die Aktivierung der sogenannten Urlaubsfunktion oder Holiday-Schaltung.

In diesem Energiesparmodus, über den zahlreiche Modelle verfügen, wird der mehr oder weniger leere Kühlraum während der Zeit der eigenen Abwesenheit statt auf zum Beispiel sieben nur auf 15 Grad Celsius abgekühlt, erläutert die Initiative Hausgeräte+. Vorsicht: Bei Kühl-Gefrier-Kombinationen müssen beide Bereiche voneinander getrennt geregelt werden können, damit die Temperatur im Gefrierfach nicht mit ansteigt und der Inhalt verdirbt.

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