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Netflix bis Sky: Welches Streaming-Abo brauche ich wirklich?

| Lesedauer: 6 Minuten
Welches Streaming-Portal entspricht den eigenen Wünschen? Kostenlose Probeabos helfen bei der Orientierung.

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Foto: Proxima Studio / Shutterstock/Proxima Studio

Berlin.  Das Angebot wird immer unübersichtlicher: Allein in diesem Jahr starten drei weitere Streaming-Dienste in Deutschland. Ein Überblick.

Eine Weile sah es so aus, als würden Netflix, Amazon und Sky die Streaming-Welt unter sich aufteilen. Doch seit dem Start von Disney+ differenziert sich die Anbieter-Landschaft stetig aus. Das ist für Zuschauer nicht nur erfreulich, denn wahrscheinlich wird Streaming dadurch teurer. Die Mehrheit der Streaming-Nutzer zahlt bereits für mindestens zwei Streaming-Abos, wie eine Umfrage vom Branchenverband Bitkom zeigt.

In diesem Jahr starten drei neue Streaming-Dienste – und die alten müssen bei der Film- und Serienauswahl kräftig Federn lassen. Ein Überblick:

Neue Streaming-Dienste: Peacock als Bonus für Sky-Kunden

Fast unbemerkt startete im Januar hierzulande der Streaming-Dienst Peacock von NBC Universal (NBCU). Grund für den leisen Auftritt: Auf Peacock kann man nur über Sky zugreifen. In den USA gibt es auf Peacock über 1500 Filme und 500 Serien – darunter die Filmreihe „Fast & Furious“ und die Neuverfilmung von „Der Prinz von Bel-Air“.

Für Sky-Kunden soll Peacock dauerhaft kostenlos bleiben – mit Sky Q per TV-Receiver klassisch über den Fernseher und mit Sky Ticket über das Internet. Denn NBC und Sky gehören zum gleichen Mutterkonzern. Der Streaming-Dienst Peacock ist damit eher ein Bonus für Sky-Kunden (10 bis 40 Euro/Monat) als ein eigenständiges Streaming-Portal. NBCU ist nach Disney die zweite große Medienfirma, die ihre Filme und Serien verstärkt selbst anbietet – statt über Netflix und Co.

Auch Paramount+ nur auf Sky

Wahrscheinlich kommt auch Paramount+ Ende des Jahres als Streaming-Angebot nach Deutschland. In den USA sollen mehr als 2000 Filme und fast 600 Serien verfügbar sein, darunter Klassiker wie „Mission Impossible“ und das „Star Trek“-Universum. Paramount-Filme werden wohl mit der Zeit bei anderen Anbietern verschwinden.

Ähnlich wie Peacock arbeitet auch Paramount hierzulande mit Sky zusammen. Anstatt über ein eigenes Streaming-Portal können Sky-Kunden Paramount+ als Paket kostenpflichtig hinzubuchen. Mit dem Cinema-Paket bekommen Sky-Kunden Paramount+ voraussichtlich ein Jahr kostenlos.

Discovery+ startet eigenes Portal

Discovery+ soll ab Sommer eine eigene App samt Streaming-Abo rausbringen. Die Pay-TV-Sender rund um den Discovery Channel zeigen vor allem Dokumentationen oder Kochsendungen. Im Moment sind die Sender noch in Joyn enthalten, dem Streaming-Portal von ProSiebenSat.1 Media. Kunden von Sky Q sollen Discovery+ ein Jahr kostenlos nutzen können.

Sky zuletzt zunehmend unter Druck

Sky hat zuletzt erheblich an Strahlkraft verloren. Seit dem Start von Disney+ im Jahr 2019 (9 Euro/Monat) sind zahlreiche Blockbuster umgezogen: Die Marvel-Streifen, das „Star Wars“-Universum, aber auch Pixar- und Disney-Animationsfilme finden sich nun bei Disney selbst. Darüber hinaus verlor Sky beim Fußball die UEFA Champions League sowie Teile der 1. Bundesliga an Dazn. Es wird sich zeigen, ob das Material von Peacock, Paramount+ und Discovery+ ausreicht, um die Kunden zu binden.

Welcher Streaming-Anbieter soll es am Ende sein?

Auch die Filmauswahl von Netflix (8 bis 18 Euro/Monat) und Amazon Prime (8 Euro) wird durch die neue Streaming-Vielfalt abnehmen. Um den Schwund auszugleichen, setzt Netflix schon länger auf eigene Produktionen.

Amazon Prime richtet sich hingegen besonders an Online-Shopper. Denn mit dem Streaming-Abo kommen einige Vorteile aus der Amazon-Welt wie schnellerer Versand oder eine extra E-Book-Bibliothek.

Disney+ hingegen richtet sich nach wie vor besonders an Familien, auch wenn seit Februar 2021 vermehrt auch Filme für Erwachsene in die Mediathek gekommen sind. So ist das passende Streaming-Abo immer auch eine Frage der eigenen Vorlieben.

Wer sich nicht sicher ist, welches Streaming-Portal den eigenen Filmgeschmack am besten entspricht, findet bei fast allen Streaming-Anbietern regelmäßig Schnupperangebote und kostenlose Probeabos.

RTL+ bis Joyn+: Deutsche Sender mischen mit

Die Sendergruppen um Pro Sieben und RTL versuchen den internationalen Streaming-Diensten Konkurrenz zu machen. Im November 2021 hat die RTL-Gruppe aus TVNow den neuen Dienst RTL+ kreiert (ab 5 Euro/Monat). Außerdem kooperiert RTL nun mit dem US-Medienkonzern Warner (zum Beispiel „Harry Potter“-Reihe oder „Sex and the City“).

ProSiebenSat.1 Media hat Joyn schon 2020 mit der Online-Mediathek von Maxdome verschmolzen. Joyn+ (7 Euro/Monat) wie RTL+ bieten eine Mischung aus Live-TV-Streaming und Mediathek. Die Telekom hat ihren Dienst Magenta-TV (10 Euro/Monat) schon vor Längerem für alle Internetnutzer geöffnet – und greift damit Sky an.

Nur Streaming versus TV-Plattform

Während Netflix und Amazon nur das eigene Programm anbieten, versuchen andere Dienste, alles zu integrieren. Am weitesten sind dabei Sky und Magenta-TV: Hier lassen sich auch alle klassischen TV-Programme sehen, die eigenen Kanäle und zusätzlich Dazn, Netflix oder Disney buchen – teilweise sogar vergünstigt.

Über den hauseigenen Receiver und eine integrierte Benutzeroberfläche lässt sich alles in einer App schauen. Auch Apple verfolgt mit seiner Apple-TV-Hardware und Apple-TV-App (5 Euro/Monat) einen ähnlichen Ansatz, ohne aber andere Abos mit abzuwickeln.

Kostenlose Angebote zum Stöbern

Der Vorteil von Joyn und RTL+ ist, dass die Angebote in der Grundversion durch die eingeblendete Werbung kostenlos sind. Auch die Mediatheken von ARD, ZDF und Arte sind kostenlos. Dafür gibt es schließlich den Rundfunkbeitrag. Filmfriend kann jeder nutzen, der einen Bibliotheksausweis hat. Und Netzkino oder Pluto TV setzen bereits einige Jahre auf kostenloses Streaming mit Werbung.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Der Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der Finanztip-Stiftung.

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