KlimaTeller

Neue Website zeigt, ob wir klimafreundlich genug essen

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Berlin  Spaghetti Bolognese oder Napoli? Für das Klima macht das einen Unterschied. Das Projekt KlimaTeller soll dafür Bewusstsein schaffen.

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Zugreisen sind umweltfreundlicher als Flugreisen und Strom aus Solar- und Windkraftanlagen ist grüner als Kohlestrom. So weit, so bekannt. Doch nicht nur Industrie und Verkehr tragen zum Klimawandel bei. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle.

Fasst man Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Konsum zusammen, verursacht die Ernährung etwa ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland. Wer also darauf achtet, was er auf seinen Teller packt, kann mit vergleichsweise wenig Aufwand einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

KlimaTeller App zeigt CO2-Ausstoß an

Doch welche Lebensmittel sind umweltfreundlich und welche sollte man eher in Maßen genießen? Eine neue Website liefert Antworten. Mit der KlimaTeller App, einem Verbundprojekt der Organisationen NAHhaft e.V. und Greentable e.V., kann man sich anzeigen lassen, wie hoch der CO2-Ausstoß des Essens ist.

Liegt dieser um mindestens 50 Prozent unter dem Durchschnitt (1,583 Kilogramm CO2 pro Speise), gilt das Gericht als KlimaTeller – und darf von Gastronomen als solcher auf der Speisekarte ausgezeichnet werden.

Spaghetti Napoli deutlich klimafreundlicher als Bolognese

Aber auch Privatpersonen soll das Tool ein Gefühl dafür geben, welche Lebensmittel dem Klima weniger schaden als andere. Trägt man Zutaten und Menge ein, kann man etwa lernen, dass bei einem Teller Spaghetti Bolognose aus Rind- und Schweinehackfleisch 1,792 Kilogramm CO2 anfallen, bei der vegetarischen Variante Spaghetti Napoli hingegen nur 390 Gramm.

Grundlage für die Berechnungen sind mehr als 76.000 Gerichte aus der wissenschaftlich fundierten Datenbank des Schweizer Kooperationspartners Eaternity. Das Projekt KlimaTeller wird als Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative aus Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

So viel CO2 verursachen Lebensmittel:

  • Gemüse, frisch: 0,2 kg CO2e/kg
  • Kartoffeln, frisch: 0,2 kg CO2e/kg
  • Pommes TK: 5,7 kg CO2e/kg
  • Tomaten, frisch: 0,5 kg CO2e/kg
  • Tomaten, Gewächshaus: 9,3 kg CO2e/kg
  • Getreide: 0,8 kg CO2e/kg
  • Nudeln: 1,1 kg CO2e/kg
  • Tofu (Soja): 1,6 kg CO2e/kg
  • Milch: 1,8 kg CO2e/kg
  • Reis: 2,6 kg CO2e/kg
  • Frischkäse: 3,2 kg CO2e/kg
  • Fisch: 3,6 kg CO2e/kg
  • Geflügel: 4,5 kg CO2e/kg
  • Sahne: 5,9 kg CO2e/kg
  • Schwein: 6,9 kg CO2e/kg
  • Käse: 9,4 kg CO2e/kg
  • Lamm: 11,2 kg CO2e/kg
  • Butter: 12,1 kg CO2e/kg
  • Rind: 16,7 kg CO2e/kg

Ein Kilo Rindfleisch so schädlich wie 250 Kilometer Autofahrt

Laut der WWF-Studie „Klimawandel auf dem Teller“ entfallen 44 Prozent der Treibhausgasemissionen durch Ernährung bei der Erzeugung tierischer Lebensmittel. Das liegt unter anderem daran, dass Wiederkäuer große Mengen des Treibhausgases Methan freisetzen und bei der Herstellung und dem Import von Kraftfutter viel Energie entfällt.

Zum Vergleich: Dem Projekt KlimaTeller zufolge belasten 250 Kilometer mit dem Kleinwagen auf der Autobahn und ein Kilogramm Rindfleisch im Supermarkt das Klima im gleichen Maß.

Die Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel habe hingegen nur einen Anteil von 8 Prozent an den Treibhausgasemissionen, die durch Ernährung entstehen. Weitere 19 Prozent entstünden in den Bereichen Verarbeitung, Verpackung und Transport sowie 29 Prozent bei der Lagerung und Verarbeitung in der Küche.

Das sind die zehn wichtigsten Regeln für gesundes Essen

Darum ist Bio besser fürs Klima

Bio-Lebensmitteln seien konventionellen vorzuziehen, da bei der Landwirtschaft keine chemisch-synthetischen Düngemittel zum Einsatz kommen, humusreiche Böden mehr CO2 binden und die Futterproduktion im Betrieb selbst oder in der Region stattfindet.

Dass weite Transporte vermieden werden sollten, liegt auf der Hand. „Würden wir nur die Lebensmittel importieren, die aufgrund von klimatischen Bedingungen nicht bei uns wachsen, könnten wir über 22 Prozent der Emissionen einsparen“, heißt es auf der KlimaTeller-Website.

So ernährt man sich gesund, ohne dem Klima zu schaden:

  • Öfter auf Fleisch und Milchprodukte verzichten
  • Bio statt konventionell
  • Regional und saisonal statt weit transportiert

In Sachen Bio scheint bereits ein Umdenken stattzufinden. Auf dem deutschen Markt herrscht Optimismus, da Bio weiter an Boden gewinnt und die Discounter erobert.

Wer eine noch genauere Anleitung haben möchte, wie gesunde und klimafreundliche Ernährung geht, dem dürfte der vor kurzem veröffentlichte Speiseplan eines internationalen Forscherteams entgegenkommen. Forscher raten: Das sollte man essen, um die Welt zu retten. (cho)

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