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Thermomix-Kopien: So schießen Lidl und Aldi gegen Vorwerk

Thermomix im Test: Das kann das neue Modell wirklich
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Berlin.  Aldi bietet mit einer neuen Küchenmaschine eine sehr günstige Alternative zum Thermomix. Zwei Dinge überzeugen im Vergleich besonders.

Es ist für viele das absolute Kult-Gerät, Standard für die eigene Küche. Zwar lästern Kritiker, Essenszubereitung mit einem Thermomix sei kein echtes Kochen. Die Vorwerk-Hardliner stört das aber kaum. Und weil im Markt viel Geld steckt, versuchen auch die Discounter, ein paar Kunden mit Küchenmaschinen, die richtig viel können, zu gewinnen.

Ab dem 21. Oktober gibt es bei Aldi Nord und Aldi Süd eine neue günstige Alternative zum beliebten Thermomix zu kaufen. Die Thermomix-Kopie der Marken Ambiano und Quigg kostet dabei nur 199 Euro.

Der Markt ist umkämpft – kurz nach Bekanntgabe, dass Aldi am Montag das Gerät anbieten wird, startete Lidl eine Werbekampagne im Netz. Inhalt: Am 5. Dezember kommt der Thermomix-Klon des Unternehmens zurück auf den Markt. Der „Monsieur Cuisine Connect“ hatte im Mai für ordentlich Andrang gesorgt.

Dass Lidl so früh in die Werbung für eine erst in mehreren Wochen erscheinende Küchenmaschine einsteigt, dürfte durchaus mit dem Angebot der Aldi-Konkurrenz zu tun haben. Ob es sich um eine absolut deckungsgleiche Variante des Angebots von Mai handelt oder ob Lidl der Küchenmaschine noch weitere Funktionen verpasst ist, ist bisher unklar.

Online wirbt Lidl mit der Topfwaage, dem 6,9-Zoll-Touchpad, 200 vorinstallierten Rezepten und Temperaturen bis 130 Grad geworben. Das entspricht dem Mai-Modell. Damals hatten die Kunden einen regelrechten Ansturm verursacht, das Gerät war nach Minuten vergriffen.

Was die Küchenmaschine von Aldi genauso wie der Thermomix kann

Wer nicht abwarten will oder ohnehin mehr Wert auf das Aldi-Modell legt: Lohnt sich der Kauf der günstigen Küchenmaschine?

Was zunächst klar für die Maschine von Aldi spricht, ist der Preis. Kunden sparen ganze 1150 Euro im Vergleich zum Thermomix von Vorwerk. Abstriche muss man dafür aber im Design machen. Auf den ersten Blick sehen die Geräte von Ambiano und Quigg nicht so hochwertig aus wie das Original. Wie Tester des Portals „Gute Wahl“ feststellen, sollte man sich von der Optik jedoch nicht täuschen lassen.

Im Test der Aldi Geräte hätte vor allem das Mixmesser gut abgeschnitten, da es sehr robust sei. Die Aldi-Küchenmaschinen hätten zudem alle wichtigen Funktionen, die auch bei älteren Thermomix-Modellen vorhanden sind.

Außerdem sei das Gerät von Aldi leicht zu bedienen. Besonders die zugehörige Smartphone-App erleichtere die Nutzung der Küchenmaschine und hebe sie von anderen Küchenmaschinen ab.

Was der Thermomix besser kann als die Aldi-Küchenmaschine

Großer Nachteile der Maschine sind jedoch die Lautstärke und die Temperaturbeschränkung. Bei dem Test wurden über 90 Dezibel gemessen, das entspricht etwa der Lautstärke eines Kammerkonzertes oder Türknallens.

Damit das Mixmesser funktioniert, muss zudem der Behälter gut gefüllt sein, da sonst, wie beispielsweise bei der Herstellung von Pesto, nicht alle Zutaten verarbeitet werden. Nach dem Gebrauch soll der Klingeneinsatz laut der Produktbeschreibung herausnehmbar und leicht zu reinigen sein.

Die Tester bekamen das Messer jedoch nur schwer heraus und mussten am Ende den gesamten Topf inklusive dem Mixmesser unter fließendem Wasser mit einer Spülbürste reinigen.

Küchenmaschine Ambiano und Quigg – Produktmerkmale

  • Funktionen: Kochen, Dampfgaren, Mixen, Rühren, Kneten, Wiegen und Timerfunktion
  • Leistung maximal: 1200 Watt/Motorleistung: 800 Watt mit zuschaltbarer Heizfunktion bis 120 °C
  • Integrierte Küchenwaage mit exakter Wiegfunktion von 1 Gramm bis max. 5000 Gramm
  • Fassungsvermögen: großer Edelstahl-Mixbehälter, bis zu 2,2 Liter
  • beleuchtetes Display zeigt Temperatur, Geschwindigkeit, Zeit und Gewicht
  • Gerät per iOS- oder Android-App über Smartphone und Tablet im Geräte-eigenen WLAN bedienbar

Internetentzug beim Kochen mit der Aldi Küchenmaschine

Anders als bei der ersten Küchenmaschine der Marke Ambiano von Aldi hat das ab Oktober erhältliche Gerät eine WLAN-Funktion und kann mit dem Smartphone verbunden werden. Die Anleitungen zu den vorinstallierten 200 Rezepten in der Smartphone-App schnitt im Test jedoch nur mittelmäßig ab, da jeder Arbeitsschritt einzeln angewählt und bestätigt werden musste, ehe das Gerät anfängt zu arbeiten.

Das Internet des Smartphones ist zudem während des Kochens nicht verwendbar, da die App nur in Verbindung mit dem WLAN-Hotspot der Küchenmaschine genutzt werden kann. WhatsApp und Instagram sind neben dem Kochen also nur erschwert möglich.

Fazit: test- vorwerk thermomix tm6 – so schlägt sich die neuauflage Wer Geld sparen möchte und auf ein größeres Display und auf eine höhere Heizfunktion bis zu 160 °C, wie beim neusten Thermomix-Modell TM6, verzichten kann, findet in der Aldi-Küchenmaschine Ambiano und Quigg eine kostensparende Alternative. Günstiger wäre es nur, einfach ohne eine Küchenmaschine zu kochen.

Wer vor dem Kauf einer neuen Küchenmaschine doch noch einmal vergleichen möchte, kann sich auch die Thermomix-Alternativen von anderen Anbietern ansehen. Für Verbraucher lohnt sich dabei vor allem der Blick auf die Küchenmaschinen von Severin, Krups und Kenwood. Die James Wondermachine von Severin gibt es bereits ab 290 Euro.

Allerdings hat keine der genannten Küchenmaschinen eine WLAN-Funktion, so dass man beim Kochen immer noch ein Koch- und Anleitungsbuch daneben legen muss. Und auch bei der Reinigung gibt es Nachteile: Bei den Maschinen der genannten Marken lassen sich Schneidemesser und mehrteilige Deckel nur schwer oder gar nicht auseinanderbauen.

Eine Küchenmaschine, die ab Mitte 2020 vielleicht alle vorhandenen Modelle in den Schatten stellt, ist die Cookit von Bosch. Das Gerät wurde auf der diesjährigen Funkausstellung (IFA) in Berlin vorgestellt. Fünf Jahre hat Bosch gebraucht, um die neue Küchenmaschine zu entwickeln, die mit der Home-Connect-App verknüpft werden kann.

was die cookit-küchenmaschine besser kann als der thermomix Im Gegensatz zum Vorbild von Vorwerk bietet der Cookit zudem einen Topfboden, der sich mit 17 Zentimetern Durchmesser durchaus zum flächigen Anbraten von Fleischstücken eignet, Schneidemesser oder Rührbesen lassen sich dazu einfach herausnehmen.

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