Valentinstag

Valentinstag: Das muss man zum Tag der Liebe wissen

Tag der Liebe: In einem Zoo in San Francisco überreichen sich Brillenpinguine einen herzförmigen Valentinsgruß, der von einer Tierpflegerin geschrieben wurde.

Tag der Liebe: In einem Zoo in San Francisco überreichen sich Brillenpinguine einen herzförmigen Valentinsgruß, der von einer Tierpflegerin geschrieben wurde.

Foto: Jeff Chiu / dpa

Berlin  Ist der Valentinstag eine Erfindung der Blumenindustrie und hat man am Tag der Liebe frei? Wir klären die wichtigsten Fragen.

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Der Valentinstag steht wieder an. Viele Paare zelebrieren den Tag der Liebe auf romantische Art, andere schließen sich im Hass auf den Valentinstag zusammen und wieder andere stehen peinlich berührt vor der Partnerin oder dem Partner, weil sie schlicht vergessen haben, dass es schon wieder so weit ist. Damit das nicht passiert, klären wir die wichtigsten Fragen rund um den Tag der Liebe.

Wann ist Valentinstag?

Valentinstag findet jedes Jahr am 14. Februar statt . In diesem Jahr fällt der Tag der Liebe somit auf einen Donnerstag. Für die meisten heißt das, dass sie also nicht den gesamten Tag mit dem oder der Liebsten verbringen können. Denn der Valentinstag ist kein gesetzlicher Feiertag und Liebe reicht den meisten Arbeitgebern nicht als Grund, um ohne Urlaubstag freizugeben.

Was wird am Valentinstag gefeiert?

Millionen Paare auf der ganzen Welt zelebrieren am Valentinstag ihre Liebe, schenken sich Blumen, gehen essen und verbringen den Tag zusammen. Kaum einer weiß aber, warum man sich am Valentinstag so um den Partner bemüht.

Ursprünglich war der Valentinstag ein kirchlicher Gedenktag, der auf einen der frühsten Christen zurückging: Valentin von Terni. Der später heiliggesprochene Valentin lebte im 3. Jahrhundert nach Christus. Damals war das Christentum im Römischen Reich nicht nur eine sehr kleine Religion, sie war auch noch verboten.

Trotzdem traute Valentin Liebespaare nach dem christlichen Glauben. Nach der Hochzeit habe er der Sage nach den Paaren Blumen geschenkt, die er in seinem Garten pflückte. Selbst Soldaten, denen es nach römischem Gesetz untersagt war zu heiraten, soll Valentin getraut haben.

Die romantische Geschichte fand allerdings ein abruptes und ganz und gar unromantisches Ende für Valentin von Terni. Valentin wurde festgenommen und enthauptet – am 14. Februar 269. Ihm zu Ehren ist der 14. Februar als Tag erhalten geblieben.

Auch wenn die Kirche Valentin von Terni heiligsprach, so ist seine Existenz historisch tatsächlich schwer nachzuweisen und sagenumwoben. Zeitgleich gab es nämlich auch noch einen Valentin von Rom, ebenfalls ein Märtyrer.

Es könnte sein, dass es zwei verschiedene Valentins waren, vielleicht war es aber auch ein und dieselbe Person. Die historisch unsichere Beweislage führte zu einer ganz eigenen Theorie: Der Valentinstag ist eine kapitalistische Erfindung.

Steckt die Blumenindustrie hinter dem Valentinstag?

Was für ein trefflicher Zufall ist es doch, dass der heilige Valentin den Paaren ausgerechnet Blumen aus seinem Garten schenkte und damit die Blumen zum Symbol des Valentinstages machte. Viele Skeptiker glauben allerdings nicht an Zufälle. Sie meinen: Die Lobby der Blumenhändler und Süßwarenverkäufer hat sich den Tag ausgedacht, um den eigenen Gewinn zu steigern.

Dabei sollte aber bedacht werden: Der Tag ist schon viel älter als die Blumenlobby und erst recht als die Süßwarenindustrie. Papst Gelasius nahm den Valentinstag 469 in den Generalkalender auf, aus dem er allerdings 1969 wieder herausflog. Trotzdem wurde Valentin schon lange gedacht, bevor der Blumenhandel seine heutigen Züge erreichte.

Nichtsdestotrotz lässt sich festhalten, dass Blumenhändler und Süßwarenhersteller es perfekt verstehen, den Valentinstag zu bewerben und ihren Profit daraus zu ziehen. Im letzten Jahr transportierte allein die Lufthansa 800 Tonnen rote Rosen nach Deutschland, die meisten kommen aus den Niederlanden.

Die Blumenbranche nutzt den Tag perfekt aus. Die Preise steigen durchschnittlich um fast acht Prozent an, der Umsatz der Blumenhändler liegt am Valentinstag 400 Prozent über dem Durchschnitt. Das meiste Geld für Blumen geben übrigens die Hamburger aus: Im Schnitt zahlen sie 36 Euro, fand das „Handelsblatt“ heraus.

Was sind gute Valentinstagsgeschenke?

Rote Rosen zum Valentinstag sind der Klassiker. Drei Viertel der Valentinstagsgeschenke sind Blumen, jedes sechste Geschenk ist eine Süßigkeit. Eine Auswertung von Google Trends zeigt, dass bei den Blumen Rosen und bei den Süßwaren Schokolade am beliebtesten sind.

Fast die Hälfte der Beschenkten erhält eine Karte, jeder Dritte ein Abendessen. Eine erotische Komponente darf am Valentinstag natürlich auch nicht fehlen, jedes zehnte Geschenk ist ein Dessous.

Immer beliebter werden aber auch gemeinsame Kochkurse und selbstgebastelte Geschenke. Auch Hotels freuen sich am Valentinstag über regen Zulauf – und ziehen teils kräftig die Preise an. Die beliebtesten Reiseziele am Valentinstag sind Paris und Venedig.

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Wie sieht es mit erotischen Geschenken aus?

Der Onlinehandel boomt auch am Valentinstag. Nicht nur Blumen werden mittlerweile bequem vom Sofa aus bestellt, vor allem landet alles rund um die – körperliche – Liebe im Online-Warenkorb.

Wie das Vergleichsportal idealo ermittelte, kaufen die Deutschen im Februar im Schnitt alle vier Minuten Vibratoren. Der Kondomverbrauch insgesamt liegt laut dem Erotik-Unternehmen Amorelie zufolge in Deutschland bei 342 Gummis pro Minute.

Wer darauf verzichtet, könnte in einer anderen Zielgruppe der Online-Händler landen: Alle zwölf Minuten werden Schwangerschaftstest im Februar gekauft. Ob es dort einen Zusammenhang gibt mit einer Single-Börse, die dafür wirbt, dass sich alle zwölf Minuten ein Paar verliebt, ist nicht bekannt.

Wie viel Geld geben Deutsche für Valentinstagsgeschenke aus?

Im Schnitt geben die Deutschen 50 Euro für den Valentinstag aus. Wie schon bei den Blumen sind auch im Gesamtschnitt die Hamburger diejenigen, die am meisten Geld für Geschenke ausgeben. 73,60 Euro lassen sie sich den Valentinstag im Schnitt kosten, dicht gefolgt von den Bremern, die 72,80 Euro durchschnittlich ausgeben. Mit deutlichem Abstand folgt Brandenburg (66,34 Euro) auf Platz drei.

Am wenigsten Geld geben die Hessen (35,05 Euro), Mecklenburg-Vorpommern (34,67 Euro) und Sachsen-Anhalter (33,83 Euro) am Valentinstag aus.

Wird der Valentinstag auch in anderen Ländern gefeiert?

Der Valentinstag wird weltweit gefeiert. In den USA ist es ein beliebter Brauch, dass sich Schulkinder und Jugendliche mit selbst geschriebenen Valentinskarten eine Freude machen. Rund 190 Millionen Karten werden am Valentinstag verschickt.

Wer keinen festen Partner hat, muss in Großbritannien nicht traurig sein. Denn dort werden am Valentinstag Paare zugelost, die sich dann gegenseitig eine kleine Aufmerksamkeit schenken. Laut timeanddate.com geben die Briten pro Jahr rund 1,3 Milliarden Pfund (ca. 1,48 Milliarden Euro) für Valentinsgeschenke aus.

In Südafrika ist der Valentinstag ein optischer Hingucker. Denn die Menschen kleiden sich in Weiß und Rot, um so Reinheit und Liebe zu symbolisieren.

Auch in Asien wird der Valentinstag gefeiert, allerdings teils auf ungewöhnliche Art und Weise. In Japan schenken die Frauen den Männern am Valentinstag dunkle Schokolade. Einen Monat später, also am 14. März, sind dann die Männer an der Reihe und revanchieren sich mit weißer Schokolade.

In China findet das Pendant zum Valentinstag, das Qixi-Fest, nicht am 14. Februar, sondern am Abend des siebten Tages des siebten Monats nach dem chinesischen Mondkalender statt. In diesem Jahr ist das der 7. August. In China ist es Brauch, dass sich junge Frauen am Qixi-Fest treffen, um gemeinsam Nadeln einzufädeln. Auch werden Früchte kunstvoll geschnitzt, beispielsweise in Form von Vögeln oder Blumen.

Ist es auch okay, den Valentinstag zu hassen?

Wer gerade nicht verliebt ist, dem dürfte der Valentinstag ziemlich egal sein. Doch auch viele Paare halten nicht viel davon, den 14. Februar als Tag der Liebe zu zelebrieren. 40 Prozent der Deutschen gaben 2015 an, dass sie den Tag hassen würden.

Selbst den Hass zum Valentinstag kann man mittlerweile zelebrieren. So bietet ein britischer Zoo an, Kakerlaken zum Valentinstag nach den Ex-Partnern zu benennen. (tki)

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