Smartphones

Was Sie beim Verkauf Ihres alten Handys beachten sollten

Deutlich über 100 Millionen ausgediente Handys lagern in deutschen Schubladen, schätzt der Branchenverband Bitkom.

Foto: imago stock&people

Deutlich über 100 Millionen ausgediente Handys lagern in deutschen Schubladen, schätzt der Branchenverband Bitkom. Foto: imago stock&people

Berlin.  Millionen ausgediente Geräte liegen nutzlos in den Schubladen der Deutschen. Hier gibt es hilfreiche Tipps zu Verkauf und Entsorgung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Über 100 Millionen Althandys – ein gigantischer Berg Elektroschrott also – lagerte laut dem IT-Branchenverband Bitkom im vergangenen Jahr in deutschen Schubladen und Schränken. Spätestens Weihnachten dürfte dieser Haufen noch einmal deutlich anwachsen, wenn neue Smartphones ihre alten Vorgänger ersetzen. Denn viele Altgeräte landen einfach auf dem persönlichen Elektronikfriedhof. Dabei ist es ganz einfach, mit dem alten Gerät noch ein paar Euro zu verdienen oder es wenigstens fachgerecht und nachhaltig recyceln zu lassen. Einige Dinge sollten Verbraucher dabei beachten.

Verkaufen

Wer sein altes Smartphone zu Geld machen will, kann das bei einer Reihe von Online-Plattformen wie Rebuy.de, Wirkaufens.de oder Flip4new.de tun. Der Ablauf ist bei diesen Ankäufern sehr ähnlich: Über ein Onlineformular sucht man das exakte Modell heraus, beantwortet einige Fragen zum Gerätezustand und bekommt dann einen vorläufigen Ankaufpreis genannt.

In der Regel ist der Versand zum Händler kostenlos. Dieser prüft nach Erhalt, ob das Gerät den Angaben des Kunden entspricht und passt gegebenenfalls den Preis an. Ist der Kunde mit dem Angebot einverstanden, wird das Geld dann nach einigen Tagen überwiesen.

Aber funktioniert das stets so problemlos? Stiftung Warentest hat insgesamt sieben Anbieter getestet. Dazu verkauften die Tester über jede der Plattformen je zwei Apple iPhone 5s sowie zwei Samsung Galaxy S5 mini. Damit die Ergebnisse vergleichbar sind, wurden die Geräte vorher neu eingekauft – und je eines beim Verkauf korrekt als „wie neu“ deklariert.

Die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Preis, der von den Händlern geboten wurde, ist beachtlich: am meisten zahlten der Testsieger Clevertronic.de (Note: 2,0) und Zoxs.de (Note: 2,4). Hier erhalten Kunden für ein neuwertiges Galaxy S5 mini je 125 Euro, für ein iPhone 5s 220 beziehungsweise 225 Euro. Am schlechtesten waren die Preise bei My-Ankauf.de (Note: 4,7). Hier erzielte sowohl Apples als auch Samsungs Smartphone nur 70 Euro.

Den Zustand des jeweils zweiten Geräts bewerteten die Tester bewusst als schlechter – um zu prüfen, ob die Anbieter fair sind und den Preis auch zum Vorteil des Kunden anpassen. Das taten aber nur zwei: Asgoodasnew.com (Note: 2,4) und Flip4New.de (Note: 2,9) zahlten dieselbe Summe wie bei den korrekt beschriebenen Geräten.

Hat man dem Verkauf zum vorgeschlagenen Preis des Händlers zugestimmt, heißt es geduldig sein: Bei der Mehrheit der Anbieter warteten die Tester über eine Woche auf ihr Geld, bei Schlusslicht Handy-Bestkauf.de (5,2) sogar 20 Tage. Nur der Testsieger Clevertronic.de war auch hier vorbildlich: Nach nur drei Tagen war der gebotene Betrag überwiesen.

Wer bereit ist, etwas mehr Arbeit in den Verkauf zu stecken, kann sein Smartphone auch über Ebay verkaufen – Stiftung Warentest erzielte bei Testverkäufen für das Samsung-Smartphone sogar zehn Euro mehr als bei der spendabelsten Plattform – beim iPhone dagegen zehn Euro weniger. Die Tester raten davon ab, die Geräte etwa direkt über Apple (apple.com/de/recycling) oder bei einem Elektronikfachmarkt wie Media Markt oder Saturn zu verkaufen. Man erhalte weniger Geld, das im Falle der Elektronikmärkte auch noch in Gutscheinen ausgezahlt wird.

Recycling oder Spende

Für Geräte, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben, lohnt ein Verkauf in der Regel nicht – hier bieten die Plattformen nur Centbeträge. Dafür kann man mit den alten Knochen Gutes tun: Die Naturschutzorganisation Nabu leitet die Geräte zum fachgerechten Recycling weiter und erhält im Gegenzug eine Spende von 1,60 Euro. Unter der Adresse goo.gl/NQMbjM findet man den Standort von Nabu-Sammelstellen oder den Link für einen kostenlosen Retourenschein. Alternativ können Geräte auch in O2-Shops abgegeben werden.

Ähnliches bietet die Telekom an: Sie nimmt alte Handys zum Recycling entgegen und spendet den Erlös der Deutschen Umwelthilfe. Informationen dazu gibt es unter Handysfuerdieumwelt.de.

Richtig sichern und löschen

Wer sich von seinem Handy oder Smartphone trennt, sollte vor dem Verkauf wichtige Daten sichern und sie anschließend auf den Geräten gründlich löschen, damit keine persönlichen Informationen darauf zurückbleiben. Also am besten prüfen: Sind alle Fotos gesichert, wichtige Telefonnummern, Nachrichten und sonstige Informationen? Hat man eine mögliche Speicherkarte aus dem Mobiltelefon entfernt? Muss wirklich nichts mehr vom Gerät gerettet werden, folgt das gründliche Löschen.

Sehr einfach geht das bei Apples iPhones unter Einstellungen > Zurücksetzen > Alle Inhalte & Einstellungen löschen. Apple-Geräte sind von Haus aus komplett verschlüsselt, durch das Zurücksetzen wird der Schlüssel vernichtet. Das hat zur Folge, dass die Daten auch nicht nachträglich ausgelesen werden können.

Bei Android geht das ebenfalls unter Einstellungen > Sichern & Zurücksetzen > Auf Werkszustand zurück. Wer sichergehen will, dass sich keine Daten mehr aus dem Speicher retten lassen, aktiviert zuvor noch die Verschlüsselung unter Einstellungen > Sicherheit > Telefon verschlüsseln, der Vorgang kann allerdings durchaus einige Minuten bis zu einer Stunde dauern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik