Interview

„Die Natur um Bad Laasphe beruhigt mich“

Bad Laasphe.   Im Interview mit den Zeus-Reportern Daniel und Karina erklärt Schauspieler August Wittgenstein, warum er so gerne in seine Wittgensteiner Heimat zurückkehrt.

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In einer Nebenrolle war August Wittgenstein schon 2009 im US-Blockbuster „Illuminati“ zu sehen. Bekannt wurde er aber durch seine Rollen in deutschen TV-Produktionen wie „Wüstenherz“ und „SOKO Leipzig“. Der 34-Jährige Schauspieler, der mit ganzem Namen August-Frederik Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg heißt, gehört dem alten Adelsgeschlecht der Familie Sayn-Wittgenstein an und wuchs im Wittgensteiner Land auf. Heute lebt er hauptsächlich in Berlin. Die Zeus-Reporter Daniel Scheinmeier und Karina Töws sprachen mit ihm über seine Schauspielkarriere und seine Verbindung in die Heimat.

Jeden Tag fahren wir mit dem Schulbus an Ihrem Elternhaus vorbei. Was verbindet Sie mit Bad Laasphe und unserer Schule auf dem Berg?

Den Schlossberg kennen wohl nur wenige besser als ich. Zehn Jahre bin ich ihn hoch und runter gelaufen oder gefahren, um zur Schule zu kommen – erst zur Grundschule, später zum Gymnasium. Bad Laasphe und das Wittgensteiner Land sind meine Heimat und ich komme immer gerne zurück.

War es schon immer Ihr Wunsch, Schauspieler zu werden?

Das war es tatsächlich schon immer. Allerdings hatte ich natürlich als Kind eine andere Vorstellung von dem Beruf als heute. Er ist weitaus steiniger, als man sich das wünschen würde.

Hat Ihnen das schauspielerische Talent auch in der Schule weitergeholfen? Zum Beispiel, wenn Sie keine Hausaufgaben gemacht hatten und in Erklärungsnot gerieten?

Sehr gute Frage. Leider hat mir die Schauspielerei in dieser Hinsicht wenig geholfen. Ich hätte mich hin und wieder lieber mehr mit den Hausaufgaben beschäftigen sollen. Dann kommt man gar nicht erst in derartige Erklärungsnöte.

Haben Sie schon mal Ihren Text vergessen?

Ich musste letztes Jahr eine Gala in München moderieren. Als ich auf die Bühne kam und vor circa 800 Gästen stand, wusste ich plötzlich meinen Text nicht mehr. Das kommt immer wieder mal vor, ist aber normal. Da muss man die Nerven bewahren, tief durchatmen, und dann erinnert man sich schon wieder.

Nehmen Sie auch Rollen an, die Ihnen eigentlich gar nicht zusagen?

Ja, da bin ich noch nicht so wählerisch. Außerdem ist es auch mal ganz gut, ein paar Rollen zu spielen, die man nicht mag. Da muss man sich mit der Schauspielerei aufs Neue auseinandersetzen, und das gefällt mir.

Schauen Sie Ihre Filme selbst an? Wenn ja, wie ist es dann, sich selbst auf der Leinwand zu sehen?

Natürlich muss ich mir meine Filme manchmal anschauen – etwa auf Premieren. Die ersten Male mochte ich es gar nicht, mich zu sehen und meine Stimme zu hören, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Wenn der Film gut ist, macht es mir nichts aus. Wenn er schlecht ist, versinke ich immer ein wenig im Kinosessel.

Welche Rolle würden Sie gerne mal spielen?

Ich wollte immer James Bond spielen, aber ich glaube das wird nichts mehr. Aber vielleicht reicht es ja mal für einen Bond-Bösewicht.

Friedrich-Adolf Roth und Peter Clös, zwei Laaspher, ebenfalls Schauspieler, kennen Sie die beiden? Haben Sie Kontakt?

Leider nicht. Aber jetzt ist gerade Berlinale, und da lauf ich ja vielleicht dem einen oder anderen über den Weg. Würde mich freuen.

Von Laasphe in die Hauptstadt – der Traum vieler Jugendlicher aus Wittgenstein. Was zieht Sie immer wieder nach Bad Laasphe?

Berlin ist natürlich dynamischer als Bad Laasphe. Allerdings möchte ich in nicht allzu ferner Zukunft wieder auf dem Land Leben. Die Natur um Bad Laasphe beruhigt mich, und meine Familie lebt ja auch noch dort. Außerdem liebe ich Bosch Pils, und das allein ist immer eine Heimreise wert.


Daniel Scheinmeier, Karina Töws, Klasse 8b, Schule: Realschule Schloss Wittgenstein, Bad Laasphe

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