Ballett

Getanztes Märchen

Schneewittchen und die sieben Zwerge proben bereits in Kostümen – auch wenn bis zur Aufführung noch das ein oder andere Detail verändert wird.

Schneewittchen und die sieben Zwerge proben bereits in Kostümen – auch wenn bis zur Aufführung noch das ein oder andere Detail verändert wird.

Foto: MediaCampus

Hagen.   Mit „Schneewittchen“ will die Ballettschule Ivancic das Publikum verzaubern. Wie viel Arbeit das ist, erfährt Helena Drexler von Diana Ivancic.

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Die Ballettschule Ivancic wird im Frühjahr 2016 wieder mit einem Märchenballett im Theater Hagen zu sehen sein. Die ganze Ballettschule wird auf der Bühne sein und das Tanzstück „Schneewittchen“ aufführen. Diana Ivancic, Leiterin der Ballettschule Ivancic, spricht mit Helena Drexler darüber, wie eine solche Aufführung organisiert wird.

Helena Drexler: Wie lange dauern die Planungen, wenn man ein Tanzstück auf die Bühne bringen will?

Diana Ivancic: Die Planung an sich dauert recht lange. Wir brauchen mindestens ein bis anderthalb Jahre – manchmal sogar länger. Zuerst muss die Frage geklärt werden, welches Stück man überhaupt aufführen möchte. Dann, beginnen wir damit, die Musik auszusuchen. Die Musik für „Schneewittchen“ suchen wir beispielsweise schon seit Juni diesen Jahres. Die Choreographien müssen erarbeitet und einstudiert werden. Allein das Einstudieren dauert mit über 40 Tänzern mehr als drei Monate. Im September haben wir damit begonnen die ersten Choreographien für „Schneewittchen“ einzuüben.

Und wie lange im Voraus muss man das Theater anmieten?

Man muss sich ungefähr ein bis anderthalb Jahre im Voraus beim Theater melden, um anzufragen, ob Termine verfügbar sind. Glücklicherweise haben wir für das kommende Frühjahr sogar drei Termine bekommen. „Schneewittchen“ wird also im Theater Hagen am 10. April sowie am 5. und 26. Mai 2016 zu sehen sein.

Wann ist die „hektischste“ Phase bei der Organisation einer Tanzaufführung? In der Zeit der Planung, in den letzten Monaten oder Wochen vor der Aufführung oder erst am Tag der Aufführung?

Die hektischste Zeit beginnt mit den ersten Proben der Choreographien und erstreckt sich bis zur Aufführung. Diese ganze Phase ist eine sehr arbeitsreiche Zeit. Es müssen Kostüme entworfen und gegebenenfalls geschneidert oder gekauft werden; die Musik muss geschnitten werden; die Beleuchtung muss geplant und geprobt werden bis sie steht; auch zahlreiche organisatorische Fragen müssen geklärt werden: Wer hilft hinter der Bühne? Wer hilft vielleicht beim Umbau auf der Bühne? All das sind Dinge, die im Vorfeld klar abgesprochen werden müssen, damit am Tag der Aufführung hoffentlich alles funktioniert.

Wie sind sie auf Schneewittchen gekommen? Ist es ein Tanzstück, Musical, …?

Auf Schneewittchen sind wir ganz einfach gekommen. Unser erstes Handlungsballett, das wir aufgeführt haben, war „Max und Moritz“. Bei der Planung der Inszenierung haben wir uns an der Geschichte von Wilhelm Busch orientiert. Das zweite Stück war „Peter Pan“, hier diente uns ebenfalls ein literarisches Werk als Vorlage, nämlich die gleichnamige Kindergeschichte von James Matthew Barrie. Allerdings ließen wir uns hier bereits auch vom Disneyfilm inspirieren. Also haben wir beim dritten Ballett gar nicht so lange nachgedacht und überlegt. Wir sind sehr schnell auf die Idee gekommen, dass „Schneewittchen“, das Märchen der Gebrüder Grimm eine schöne Geschichte ist, und dass der Disneyfilm „Schneewittchen“ unwahrscheinlich gut als Vorlage geeignet ist, um daraus ein Ballett zu kreieren. Unser „Schneewittchen“ wird nicht als Musical aufgeführt, sondern als getanztes Märchen. Unser Ziel ist es, etwas Romantisches auf die Bühne zu bringen. Damit möchten wir das Publikum verzaubern. Und natürlich auch Ballett und unsere Ballettschule präsentieren.

Was macht ihnen am meisten Spaß an ihrer Arbeit?

Am meisten Spaß macht es mir, mit den Schülern zu arbeiten, mit Jugendlichen, Erwachsenen und mit Kindern. Es macht unwahrscheinlich viel Freude, mit verschiedenen Altersklassen zu arbeiten. Außerdem genieße ich es, kreativ zu arbeiten und dabei zu sehen, dass man mit und durch Tanzen jeden begeistern kann. Die Freiheit, Dinge zu machen, die nicht vorgegeben sind, sondern die auch aus dem Stegreif heraus entstehen können sowie der kreative Arbeitsprozess, das sind Dinge, die mir sehr viel Freude bereiten. Und natürlich zu sehen, wie ein Stück langsam zusammenwächst. Denn wenn die einzelnen Tänze einstudiert werden, ergibt das noch lange keine Geschichte. Aber sobald die Übergänge stimmen und man vielleicht vier oder fünf Choreographien hintereinander sieht, ergibt sich ein roter Faden. Die Entwicklung vom einzelnen Tanz zur Geschichte mitzuerleben, das ist besonders toll und spannend.

Wie ist Ihre Ballettschule entstanden?

Die Ballettschule wurde von meinen Eltern gegründet. Beide waren Tänzer und zuletzt auch am Theater Hagen engagiert. Beiden habe ich zu verdanken, dass es die Ballettschule überhaupt gibt. Sie haben die Schule gegründet, die ich dann 2012 übernommen habe.

Wie sind sie Ballettlehrerin geworden und seit wann sind sie Ballettlehrerin?

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat mich von Grund auf begeistert. Eigentlich wollte ich Lehrerin werden, besser gesagt, ich bin es auch. Ich habe Sport und Deutsch auf Lehramt studiert und war dann an verschiedenen Schulen als Lehrerin tätig. Aber der Tanz hat mich nie losgelassen, so dass irgendwann schließlich die Liebe zum Tanz überwog. Also habe ich entschieden, nochmals zu studieren: Ballettpädagogik auf Diplom. Und jetzt bin ich Ballettlehrerin in meiner eigenen Schule.

Hinweis: Karten für die Schneewittchen-Aufführungen im Theater Hagen können telefonisch über die Ballettschule Ivancic bestellt werden. Für Gruppen ab fünf Personen gibt es Sonderkonditionen.

MediaCampus-Reporterin Helena Drexler, Klasse 8a, Hildegardis-Schule, Hagen

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