Soziales

„Nur mit starken Mitarbeitern“

Demnächst wird der Caritasverband Hagen im Rahmen der Integration von Flüchtlingen viele Sprachkurse anbieten. Darunter werden beispielsweise auch Sprach- und Spielangebote für Kinder sein.

Demnächst wird der Caritasverband Hagen im Rahmen der Integration von Flüchtlingen viele Sprachkurse anbieten. Darunter werden beispielsweise auch Sprach- und Spielangebote für Kinder sein.

Foto: WP

Hagen.  Bernadette Rupa leitet den Caritasverband Hagen. Dass gute Arbeit nicht nur Chefsache ist, macht sie im Gespräch mit Hannah Vormann deutlich.

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Der Caritasverband setzt sich in vielen sozialpolitischen Bereichen in Hagen ein. Vorstand Bernadette Rupa erläutert im Gespräch mit Hannah Vormann Projekte und Entwicklungen.

Hannah Vormann: Sie sind jetzt seit ungefähr einem halben Jahr im Amt, wie war es für Sie, als Sie den Vorstand des größten Arbeitgebers in Hagen übernommen haben?

Bernadette Rupa: Ich weiß, dass es eine große Herausforderung ist und viele neue Aufgaben auf mich warten. Schwieriger wäre es gewesen, wenn ich den Verband nicht schon seit vielen Jahren gekannt hätte. So war ich in den unterschiedlichsten Bereichen bereits „zuhause“. Gestiegen ist aber ganz klar der Anteil der Verantwortung, der in diesem Maße vorher nicht vorhanden war.

Hatten die Leute denn andere Erwartungen an Sie als erste Frau in diesem Amt?

Ich bin zwar die erste Frau an der Spitze des Caritasverbands hier in Hagen, insgesamt gibt es jedoch bei einigen Hagener Wohlfahrtsverbänden Frauen an der Spitze. Bezogen auf die Gesamtheit der Caritasverbände in Deutschland gibt es allerdings wenige Frauen in Vorstandspositionen, obwohl durch die vielen erzieherischen und pflegerischen Berufe ein Großteil unserer Arbeitnehmer Frauen sind. Daher ist es ganz gut, wenn das durch Frauen in Führungspositionen ergänzt wird.

Wenn Sie morgens zur Arbeit gehen, worauf freuen sie sich besonders und was würden Sie lieber gar nicht machen müssen?

Also insgesamt gehe ich gerne zur Arbeit. Mir machen meine Arbeit und die unterschiedlichsten Aufgaben Spaß. Ich bin gerne in Kontakt mit Mitarbeitern. Allerdings arbeite ich zurzeit zwölf Stunden am Tag – ohne Pause. Diese langen Arbeitszeiten würde ich gerne etwas verringern, da mir kaum noch Freizeit bleibt.

Am 25. Oktober titelte die Westfalenpost in einem Artikel „Integration ist gerade für Hagen eine Mammutaufgabe“. Was trägt der Caritasverband zur Integration von Flüchtlingen bei?

Das ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Wir haben viele Projekte und uns wurden Projektmittel für eine halbe Stelle genehmigt, um Ehrenamtliche zu schulen, zu begleiten und ihnen einen Ansprechpartner bei Fragen zur Seite zu stellen. Momentan bauen wir auch das Angebot der Sprachförderung stark aus und werden demnächst viele Sprachkurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten anbieten, zum Beispiel Sprach- und Spielangebote für Kinder. Denn je jünger die Kinder sind, desto besser können sie die Sprache lernen. Nicht alle Kinder bekommen sofort einen Kindergartenplatz. Und daher muss es Zwischenlösungen geben, denn die Flüchtlinge richten sich nicht nach den Kindergartenjahren, wenn sie nach Deutschland kommen.

In einem weiteren Artikel aus der Serie „Was braucht Hagen“ verwies die Westfalenpost auf das Wohnprojekt für Senioren in der Bergstraße, das zusammen mit dem Caritasverband und der Werner-Ruberg-Stiftung durchgeführt wird. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Projekt bisher gemacht?

Wir haben mit dem Projekt sehr gute Erfahrungen gemacht. Deshalb beginnen wir jetzt mit einem zweiten Projekt in der Hardenbergstraße. Wir nennen das „Senioren Service Wohnen“. Dort werden Betreuungsleistungen angeboten und Ansprechpartner sind vor Ort. Die Gefahr im Alter zu vereinsamen ist das größte Problem, gerade hier ist Gemeinschaft wichtig.

Welche Weiterentwicklungen im Caritasverband erhoffen Sie, in Ihrer Amtszeit zu erreichen?

Das kommt drauf an, wie lange die Amtszeit sein wird (lacht). Zunächst wird der Vorstand für fünf Jahre bestellt und nach diesen fünf Jahren muss der Caritasrat darüber entscheiden, ob ich meine Arbeit gut gemacht habe oder nicht. Dann gibt es auch die Möglichkeit, meine Amtszeit zu verlängern. In diesem Fall müsste man natürlich überlegen, was dann aktuell ist. Doch zurzeit gibt es viele Dinge, die jetzt anstehen und mit denen wir uns jetzt beschäftigen müssen. Man muss einfach aufmerksam bleiben und dementsprechend neue Projekte aufstellen. Ich alleine kann ohne die Mitarbeit und Unterstützung der anderen leitenden Mitarbeiter aber nicht viel in Bewegung setzen. Insofern bin ich auch nur stark mit anderen starken Mitarbeitern. Ich kann viel anstoßen und anregen und die Kommunikation im Verband fördern, damit alle die Entwicklungen auch mitkriegen, aber ohne die Mitarbeiter, die das unterstützen bringt das wenig. Ich bin nur so gut, wie ich auch gute Mitarbeiter habe.

MediaCampus-Redakteurin Hannah Vormann, Klasse 8a, Hildegardis-Schule, Hagen

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