Kommentar

Rekordsummen auf dem Transfermarkt

Im Sommer 2015 wechselte Kevin De Bruyne für die Rekordsumme von rund 75 Millionen Euro vom VfL Wolfburg zu Manchester City.

Im Sommer 2015 wechselte Kevin De Bruyne für die Rekordsumme von rund 75 Millionen Euro vom VfL Wolfburg zu Manchester City.

Foto: dpa

Hagen.   Das Fußballgeschäft boomt, Vereine geben Millionenbeträge für Spieler aus. Ist das noch sinnvoll, fragt MediaCampus-Reporter Benjamin Grote.

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Es ist Wochenende, Millionen von Menschen gehen ins Stadion, um ihre Lieblinge anzufeuern. Die Stimmung ist fröhlich, weil die Stars der Mannschaft glänzen. Wenn dann noch das Lieblingsteam gewinnt, sind die Menschen mit der Welt im Reinen. Die Stars sind natürlich viel wert. Doch wie sieht die Entwicklung auf dem Transfermarkt des Fußballs aus?

Früher waren diese hohen Summen, die heute auf dem Transfermarkt gezahlt werden, gar nicht möglich. Anfang der Siebziegerjahre wurden für Weltklasse Spieler wie beispielsweise Johan Cruyff rund zwei Millionen Euro ausgegeben. Für damalige Verhältnisse war dies schon ein enorm hoher Preis für einen Spieler. Heute sind Ablösesummen um zwei Millionen Euro schon „preiswerte“ Geschäfte. Zwar ist offenbar nach wie vor kein Thema, viel Geld für junge Talente auszugeben. Aber für gestandene Profis, die auch noch eine bemerkenswerte Leistung zeigen, sind Vereine heute bereit, an die 100 Millionen Euro zu gehen, um diese Spieler zu bekommen. Paradebeispiele dafür sind Fußballstars wie beispielsweise Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Kevin De Bruyne. Ihre letzten Ablösesummen lagen zwischen rund 75 und 100 Millionen Euro.

Die Höhe der Ablösesummen ist utopisch

Ein gutes Beispiel ist der mehrfache Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Sein aktueller Marktwert liegt bei ungefähr 110 Millionen Euro. Eine beachtliche Summe für einen einzigen Spieler. Daran sieht man, dass in der heutigen Zeit im Fußball in Bezug auf Ablösesummen kaum mehr Grenzen gesetzt sind. Für uns „normale“ Menschen sind diese hohen Summen unvorstellbar. Die Höhe der Ablösen ist utopisch.

Durch den neuen TV-Vertrag in der englischen Top-Liga werden die Ablösen vermutlich noch weiter steigen. Denn die Vermarktung der TV-Rechte bringt den englischen Klubs in den Jahren 2016 bis 2019 rund 6,9 Millarden Euro ein. Daher fürchten schon jetzt viele Fußballfans, dass sie ihre Stars bald in einem englischen Trikot sehen könnten. Doch nicht alle glauben, dass die hohen Summen alle wichtigen Spieler ins Ausland locken werden. „Natürlich werden es kleine Vereine schwer haben, ihre Leistungsträger zu behalten, aber trotzdem werden sie mit Disziplin Erfolge einfahren“, sagt beispielsweise mein Mitschüler Zeynel Demir.

Fans lieben die Atmosphäre im Stadion

Ich denke, dass sich die Fans auch in naher Zukunft nicht durch große Vereine und deren Erfolge von ihrem Lieblingsverein weglocken lassen. Denn für viele Menschen zählen nicht nur die Erfolge, sondern die Atmosphäre bei den Spielen. Sie gehen ins Stadion, weil sie es lieben, wie friedlich die Menschen dort miteinander umgehen. Kultur spielt dort keine Rolle, denn alle sind aus einem Grund da. Sie feuern ihr Team an.

Dennoch bleibt ein Beigeschmack, denn viele Spieler lassen sich durch großes Geld locken. „Durch die TV-Gelder aus England werden mittelmäßig gute Spieler für Weltstars gehalten. Und das ist nicht richtig“, räumt schließlich auch Zeynel Demir ein.

Nichtsdestotrotz: Ich bin der Meinung, dass die Fans auch beim Verlust ihrer Lieblinge weiterhin ihr Team anfeuern werden, egal ob Top-Klubs kommen und ihnen ihre Stars wegkaufen. Für sie zählt die außergewöhnliche Stimmung in den Stadien und die Tradition, die viele Vereine prägt. Wenn der Erfolg dann dazu kommt, ist es dann ein i-Tüpfelchen.

MediaCampus-Reporter Benjamin Grote, Klasse 11, Gesamtschule Haspe, Hagen

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