Triathlon

Schmerz geht, Stolz bleibt

Die Fahrräder haben ihren Dienst verrichtet. Jetzt haben sie eine Pause verdient.

Die Fahrräder haben ihren Dienst verrichtet. Jetzt haben sie eine Pause verdient.

Hamburg / Hagen.   Nina Däumig aus Ennepetal hat am Hamburg Triathlon teilgenommen. Dafür hat sie ein Jahr lang trainiert.

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Schmerz. Selbstzweifel. Verzweiflung. Doch auch Erleichterung, Stolz und unendliche Glücksgefühle. Solch ein Wechselbad der Gefühle bringt ein Triathlon mit sich. Nina Däumig aus Ennepetal hat es erlebt. Sie startete unter dem Motto „Schmerz geht, Stolz bleibt“.

Am 17. Juli kämpften sich 10.000 Menschen beim Hamburger Triathlon 1,5 Kilometer durchs Wasser, drängten sich auf Rädern 40 Kilometer durch die Innenstadt und liefen dann noch 10 Kilometer, um am Ende über einen blauen Pfad zu schreiten. Die Sportveranstaltung hat einiges von den Teilnehmern abverlangt und jeder, der das Ziel überquert hatte, bekam eine Medaille.

Die Vorbereitung

Im Vorfeld wurde Däumig von einem Personal-Trainier gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten vier bis fünf Mal pro Woche trainiert, wobei neben Ausdauer auch Tempo- und Techniktraining sehr wichtig waren. „Warm up“ ist hierbei sehr relevant und kann schon alleine bis zu 20 Minuten dauern. Hinzu kommt, dass die Ernährung ganz genau abgestimmt werden muss. „Gesund“ ist hierbei das Schlagwort und „vernünftige Mahlzeiten in vernünftigen Größen“. Eiweiß-Shakes sind gut für den Muskelaufbau, wenn man abends trainiert, wobei Nina auf jegliche Zusatzprodukte verzichtete. Wenn sie viel arbeiten, besonders viel trainieren, dürfen sie nicht zu wenig essen, da der Körper viel Energie und gute Kohlenhydrate braucht. Zum Frühstück isst Nina viel Müsli und Obst, mittags nimmt sie gesunde Kohlenhydrate, wie zum Beispiel Kartoffeln zu sich und spätes Essen vermeidet sie. Genussmittel sind natürlich auch mal erlaubt, denn „es wäre ja schrecklich, alles lassen zu müssen, um gute Leistungen zu erzielen“, meinte Nina dazu. Kalorien zählen macht sie überhaupt nicht. Denn viele Läufer scheinen eher abgemagert als sportlich zu sein. Dafür kann sie kein Verständnis aufbringen. „Man muss fit sein, aber nicht so aussehen, als ob man in seinem Leben kein Essen bekommt. Athletisch sollte man sein.“ Die Ausrede „ich muss arbeiten, ich habe keine Zeit“ zählt für sie nicht, auch wenn sie Mutter und Leiterin einer Kindertagesstätte ist. Dennoch schafft sie es Familie, Arbeit und Sport unter einen Hut zu bekommen.

Der Weg zum Ziel

Vor dem Hamburger Triathlon war Nina sehr aufgeregt. Der Triathlon begann mit einen „Warm up“ mit Zumba-Instructor. Dadurch wurden alle Teilnehmer motiviert und es entstand eine gute Stimmung. Die erste Disziplin bestand aus Schwimmen, wozu sie einen Neoprenanzug trug. Dieser Anzug schützt den Körper gegen die Wassertemperatur und erhöht die Gleitfähigkeit. Sie begann mit Kraulen, stieg aber auf halber Strecke auf Brustschwimmen um, weil sie Schwierigkeiten hatte, sich zu orientieren. Von der Brücke über ihr hörte sie plötzlich lautes Gebrüll. Hunderte Menschen standen dort und feuerten die Athleten an durchzuhalten.

Auf den Weg zum Rad musste Nina schnell den Neoprenanzug ausziehen und dann so schnell wie möglich auf ihr Rad steigen. Die Rad-Route führte zwei Runden durch die Innenstadt. Ihr Lebensgefährte, ebenfalls ein Teilnehmer, fuhr immer in ihrer Nähe und motivierte sie, weiterzumachen.

An der Stecke standen viele Menschen, machten Musik, hielten Schilder hoch und motivierten die Teilnehmer. Unter ihnen auch Ninas Eltern, die sie tatkräftig und lautstark anfeuerten. Im Anschluss ans Radfahren folgte noch der Zehn-Kilometer-Lauf. Dieser Teil des Triathlons war der schlimmste für sie, aber aufgeben kam für sie nicht in Frage. Den Gedanken daran hatte sie zwar, – „jetzt sich einfach hinsetzen, was trinken und fertig“ – doch er verflog schon bald, da sonst alles umsonst gewesen wäre. Und das wollte Nina nicht. Also hieß es, sich durchzubeißen und durchzuhalten bis zum Schluss.

In dem Moment, als sie die Ziellinie überquerte, war sie überglücklich und kann auch heute ihre Gefühle kaum beschreiben. Die Vorbereitung auf den Triathlon hat ein ganzes Jahr gedauert. „Ich bin einfach nur stolz auf mich“, so die Ennepetalerin. Sie sah den ganzen Triathlon als Herausforderung für sich selbst und nicht als Wettkampf. „Für mich zählen keine Zeiten. Für mich zählt ‘kann ich das, schaff ich das, überwinde ich meinen eigenen Schweinehund und komme ich gut ins Ziel’.“ Viele Triathleten überschätzen sich und kommen zu schnell ans Ende ihrer Kräfte. Während des Triathlons hat Nina sich bemüht, mit ihren Kräften zu hauszuhalten, dass sie überglücklich das Ziel erreichen konnte.

Julia Christin Schulte, Klasse 11, Gesamtschule Haspe, Hagen

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