Medizin

So beginnt das Leben für Frühchen

Ein Blick auf die Station der Frühchen. Sie werden rund um die Uhr betreut.

Ein Blick auf die Station der Frühchen. Sie werden rund um die Uhr betreut.

Foto: MediaCampus

Hagen/Bochum.   Etwa 63 000 Kinder werden jedes Jahr in Deutschland zu früh geboren. Wie sich um sie gekümmert wird, das berichtet Sophia Haller.

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Bereits im November hat es den Welttag des Frühgeborenen gegeben. Frühchen: Viel zu klein und viel zu früh geboren, aber dennoch ist diese Handvoll Leben ein ganz großes Wunder. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 63 000 Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren. Vor allem die Kinder vor der 32. Schwangerschaftswoche benötigen besondere Hilfe. Sie werden von einem Team aus verschiedensten Berufsgruppen auf der Intensivstation betreut.

Berufe auf der Intensivstation

Die Betreuung der zu früh geborenen Kinder erfolgt rund um die Uhr. Ärzte und Krankenschwestern arbeiten in drei Schichten. Doch es gibt noch weitere Berufsgruppen, die für eine gute Versorgung der Kinder und ihrer Eltern notwendig sind. Für die Eltern gibt es auf der Intensivstation Seelsorger und Psychologen, die sie während ihres Aufenthaltes im Krankenhaus begleiten. Für die Krankengymnastik der Babys sind Physiotherapeuten zuständig. Nicht zu vergessen sind die vielen Menschen, die sich um die Hygiene kümmern und täglich alles sauber machen.

Entwicklungsfördernde Pflege

Den Kindern am nächsten sind jedoch die Krankenschwestern. Sie versorgen die Kinder alle drei Stunden, sind sie besonders klein oder sehr krank, sogar alle zwei Stunden. Die sogenannte entwicklungsfördernde Pflege ist dabei ganz wichtig für die Frühgeborenen. Dazu gehört die Versorgung in einem abgedunkelten Inkubator. Das ist ein rundherum abgeschlossenes Bettchen, indem man eine hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme einstellen kann. Außerdem die Lärmvermeidung. Und dann gibt es noch besondere Zeiten am Tag, in denen die Babys „Känguruhen“ dürfen, das heißt sie liegen ganz nah bei ihren Eltern.

Die Begleitung der Familie

Frühgeborene Kinder können wenig allein und sind für lange Zeit auf Hilfe angewiesen. Die Entwicklung bringt manche Komplikationen und Rückschläge mit sich. Das ist für die werdende Familie oft eine große Belastung und mit Ängsten verbunden. „Frühgeborene mit ihren Familien zu begleiten ist für mich ein richtiges Geschenk“, sagt Ulrike Haller, Neonatologin auf der Frühgeborenen-Intensivstation in Bochum. Neben der Betreuung der Kinder ist es für die Ärztinnen und Ärzte auch eine wichtige Aufgabe den Eltern alles möglichst genau zu erklären und ihnen damit die Angst zu nehmen.

„Ein ganz besonderer Moment ist es, nicht nur für die Eltern, sondern für alle Mitarbeiter auf der Station, wenn die Kinder stabil genug sind, um nach Hause entlassen werden zu können. Schön ist es auch, wenn Eltern und Kinder nach einigen Jahren noch einmal auf die Station zurück kommen und man sehen kann, wie gut es ihnen geht.“,so Ulrike Haller.

Sophia Haller, Klasse 8a, Hildegardis-Schule, Hagen

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