Kampfkunst

Viele Stile unter einem Dach

Kampfkunst ist nicht rohe Gewalt, sondern Selbstdisziplin und Körperbeherrschung.

Kampfkunst ist nicht rohe Gewalt, sondern Selbstdisziplin und Körperbeherrschung.

Foto: Jürgen Theobald

hagen.   Die Kampfkunstschule Kohnert lehrt Judo, Jiu Jitsu und Karate. Die Schüler lernen, sich zu verteidigen und schulen auch ihre Persönlichkeit.

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Schlägereien, Messerstechereien oder Überfälle. Liest man Meldungen wie diese in der Zeitung, schleicht sich ein mulmiges Gefühl ein. Man fühlt sich abends auf der Straße oder allein zu Haus unsicher.

Eine Möglichkeit, sich auf solche Situationen einzustellen, wäre der Besuch einer Kampfkunstschule. Eine solche ist die Judoschule Kohnert, die seit mehr als vierzig Jahren zur Verbreitung japanischer Sportarten beiträgt. Der Besitzer dieser Schule, Jochen Kohnert, ist siebenfacher deutscher Meister sowie Europameister und gehört zu den am höchsten ausgezeichneten Schwarzgurtträgern der Welt. „Es ist alles erlernbar. Wer den Willen hat, kann es schaffen“, meint Kohnert.

Die Schule verfügt über ein breites Angebot an japanischen Kampfsportarten:

Jiu Jitsu

Der sogenannte Ursprungssport Jiu Jitsu, aus dem auch die Kampfsportarten Karate und Judo entwickelt wurden, dient nicht zum Angriff eines Gegners. „Ziel des Jiu Jitsu ist es, einen Angreifer – ungeachtet dessen, ob er bewaffnet ist oder nicht – möglichst effizient unschädlich zu machen. Dies kann durch Schlag-, Tritt-, Stoß-, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken geschehen, indem der Angreifer unter Kontrolle gebracht oder kampfunfähig gemacht wird. Dabei soll beim Jiu Jitsu nicht Kraft gegen Kraft angewendet werden, sondern – nach dem Prinzip ‘Siegen durch Nachgeben’ – so viel wie möglich der Kraft des Angreifers gegen ihn selbst verwendet werden“, so Schwarzgurt Gordon Kaiser. Dieser Sport wird in der Judoschule ab einem Alter von ca. zwölf Jahren angeboten.

Judo

Eine weitere Kampfsportart, die in der Kampfsportschule angeboten wird, ist Judo. „Judo ist ein Weg zur Leibesertüchtigung und darüber hinaus auch eine Philosophie zur Persönlichkeitsentwicklung“, so Trainer Michael Liermann. Zwei philosophische Grundprinzipien liegen dem Judo im Wesentlichen zugrunde. Zum einen das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen und zum anderen der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist. Judo dürfen Kinder in der Schule schon ab einem Alter von fünf Jahren ausüben.

Karate

„Karate wird vor allem durch Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfegetechniken als Kern des Trainings charakterisiert. Einige wenige Hebel und Würfe werden (nach ausreichender Beherrschung der Grundtechniken) ebenfalls gelehrt“, sagt Liermann. Im fortgeschrittenen Training werden auch Würgegriffe und Nervenpunkttechniken geübt.

Trainer Michael Liermann fördert im Unterricht auch die Entwicklung des Konzentrationsvermögens und des logischen Denkens. „Das richtige Einschätzen von Gefahrensituationen spielt bei der Beherrschung gewisser Kampfkünsten eine große Rolle“, sagt der Trainer.

Die Schüler lernen nicht nur das richtige Verhalten in Gefahrensituationen, sondern erlernen die Kunst der Selbstbeherrschung im Alltag. „Die Schüler sind viel selbstbewusster geworden und lernen schnell, das richtige Verhalten in Gefahrensituationen anzuwenden“, so Orhan, ein Mitglied der Schule. Es geht von der Abwehr des Hand-/ Armfassens bis hin zur Abwehr von Waffen wie Stöcken, Messer und Pistolen.

„Niemand muss Angst haben, in die Hände von Tätern zu geraten“, so Michael Liermann.

Justin Kaiser, Klasse 11, Gesamtschule Haspe, Hagen

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