Steinmeier

Besuch des Bundespräsidenten: Wohltuend wenig präsidial

Alexander Marinos, stellv. Chefredakteur der WAZ

Alexander Marinos, stellv. Chefredakteur der WAZ

Foto: Jakob Studnar / FFS

Steinmeier hat beim Besuch im Revier Klartext geredet – und keine Klischees befeuert, von denen die Menschen im Ruhrgebiet genug haben.

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Klartext-Präsident – das ist kein Begriff, der einem normalerweise zuerst zu Frank-Walter Steinmeier einfallen würde. Dafür ist das „Chefdiplomatische“ zu sehr Teil seiner politischen DNA. Doch bei seinem Besuch im Revier hat er gestern genau das getan: Klartext geredet. Es war eine Wohltat.

Schluss mit der Schlechtmacherei und der Besserwisserei von außen! Wir brauchen sie nicht, die schlauen Forscher, die den Kaufkraftindex messen können und die Arbeitslosigkeit und und und – aber keine Ahnung vom Lebens­gefühl der Ruhris haben, die gerne hier leben, die stolz auf das Erreichte sind, auf ihre Vergangenheit und auf das, was neu entsteht. Und wir brauchen sie auch nicht, die Geschichtenerzähler angeblicher „Nachrichtenmagazine“, die eine Woche lang in einer Revier-Stadt recherchieren und für ihre Ruhr-Reportage dann alles unter den Tisch fallen lassen, was nicht zum Klischee der angeblich kaputten Region gehört.

Steinmeier war nicht zu Besuch bei einem Kranken. Er war im größten Ballungs- und Potenzialraum Deutschlands. Und das hat er gestern auch genau so gelebt. Danke.

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