Kinderbetreuung

Coronavirus: Die Kita-Beiträge mussten weg

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Düsseldorf  Wo nicht mehr betreut wird, sollte auch nicht kassiert werden. NRW tut gut daran, vorerst auf die Kita-Beiträge zu verzichten.

Viel ist in diesen Krisentagen von „Opferbereitschaft“ die Rede. „Wir verlangen den Menschen brutal viel ab“, hat NRW-Familienminister Joachim Stamp wiederholt gesagt. Stimmt, alle müssen Opfer bringen, allen voran aber jene, die immer schon Opfer bringen: Angestellte, Minijobber, Alleinerziehende, kleine Selbstständige. Sie sind die ersten, die die Wucht der Krise spüren. Sie werden zu Kurzarbeitern oder gleich arbeitslos. Und mussten womöglich, obwohl die Kitas längst geschlossen sind, weiter Kita-Gebühren zahlen.

Das ist nun zum Glück vorerst kein Thema mehr. Kita-Gebühren in dieser Lage wären nicht erklärbar. Fitness-Studios und Reisebüros müssen Geld zurückzahlen, wenn sie keine Leistung mehr anbieten können, aber Kita-Träger kassieren einfach weiter? Das wäre absurd und ungerecht. Das „Signal“ der Landesregierung an alle Eltern, die Gebühren auszusetzen, ist ein gutes und überfälliges. Gut möglich, dass die Befreiung auch noch im Mai nötig sein wird.

Die armen Kommunen müssen nun auch diese Zeche zahlen

Für die Städte, die ja die Hälfte der Kosten tragen müssen, ist das vorläufige Aussetzen der Beiträge hart, vor allem für die chronisch klammen Ruhrgebietsstädte. Sie müssen ja einen großen Teil der Krisenlast schultern und stehen, wie es kriegerisch heißt, „an vorderster Front“. Diese Städte benötigen also dringend einen eigenen Rettungsschirm. Ihre „Opferbereitschaft“ trägt nicht mehr weit. ​

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