Kommentar:

Der Corona-Kindergeldzuschlag wäre doppelt richtig

Michael Koch, Leiter der Titelredaktion der WESTFALENPOST.

Michael Koch, Leiter der Titelredaktion der WESTFALENPOST.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

300 oder gar 600 Euro als einmaliger Corona-Zuschlag für Familien? Denn neben den Familien gäbe es noch einen anderen Profiteur.

Wer bietet mehr? Sollen es 300 Euro pro Kind für Familien sein, wie es offenbar SPD-Finanzminister Olaf Scholz vorschlagen will? Oder doch gleich 600 Euro, wie CDU-Ministerpräsident Armin Laschet es vorgeschlagen hat? Man mag sagen, es ist fast egal. Denn bei den Milliardenbeträgen, über die gerade debattiert wird, um die Wirtschaft nach dem Corona-Schock wieder ans Laufen zu bringen, verlieren alte Dimensionen ihre Gültigkeit.

Und doch: Was jetzt auf den Weg gebracht werden soll, ist absolut notwendig. Im Abschwung nach der Bankenkrise gab es Konjunkturprogramme, bei denen auch nach Jahren die Gelder noch nicht in den Wirtschaftskreislauf geflossen sind. Weil es um Straßenbau- und andere Infrastrukturprojekte ging, die lange geplant werden. Jetzt aber geht es darum, schnell den Motor wieder durch Konsum ans Laufen zu bringen. Die Geschäfte haben zwar schon seit einigen Wochen wieder geöffnet, aber der Schein trügt: Die Umsatzzahlen sind größtenteils verheerend.

Daher ist es aus zweierlei Gründen richtig, jetzt die Familien durch einen einmaligen Kindergeldbonus zu unterstützen. Zum einen ist dort das Geld meist so knapp, dass es gleich wieder ausgegeben wird und so in den Konsum fließt. Zum anderen haben es die Familien auch verdient, da sie seit vielen Wochen die Last der Schul- und Kitaschließungen tragen.

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