Corona-Maßnahmen

Die größte Hoffnung sind Schnelltests

Jan Jessen kommentiert.

Jan Jessen kommentiert.

Foto: NRZ

Schnelltests können gegen die Corona-Pandemie eingesetzt werden. Doch es kommt auf einen weiteren Aspekt an: Die Bürger müssen Vertrauen haben.

Es gibt in diesen hektischen Corona-Tagen auch gute Nachrichten. Forscher der Universität Oxford haben einen Schnelltest entwickelt, der binnen fünf Minuten ein valides Ergebnis anzeigen soll. Schnelle, flächendeckend verfügbare und belastbare Tests sind die wichtigsten Instrumente, um ein Szenario wie im Frühjahr zu verhindern. Solche Tests können verhindern, dass sich das Virus wieder in Krankenhäusern und Pflegeheimen ausbreitet; sie können weiterhin Verwandtenbesuche möglich machen.

Gerade in der anstehenden Advents- und Weihnachtszeit wäre es eine schwere seelische Belastung für Angehörige, Bewohner und Patienten, wenn der persönliche Kontakt unterbleiben müsste. Mit solchen Tests könnten der Schul- und Kitabetrieb aufrechterhalten werden, sie könnten einen erneuten wirtschaftlichen Stillstand verhindern. Es muss immer wieder deutlich gemacht werden: Noch ist Deutschland trotz Rekord-Neuinfektionszahl nicht in der Situation wie vor einem halben Jahr; die Zahl der schweren Krankheitsverläufe steigt, ist aber immer noch deutlich unter der im Frühjahr.

Gesundheitsämter schnell besser ausstatten

Jedoch nähern wir uns einem Kipp-Punkt. Es wird für die Gesundheitsämter zunehmend schwieriger, Infektionsketten nachzuvollziehen. Fehlende Daten bedeuten Kontrollverlust. Den kann sich Deutschland nicht leisten. Die Gesundheitsämter müssen deswegen schnell und üppig personell aufgestockt werden.

Und: Die Grundwährung, für die es bürgerliche Achtsamkeit, Rücksichtnahme und Verständnis gibt, heißt Vertrauen. Eine Lehre aus dem Frühjahr war: Die Menschen müssen nachvollziehen können, warum an bestimmten Stellen in ihre Freiheitsrechte eingegriffen wird. Kleinliches Gezänk und aktionistische Maßnahmen zerstören das Vertrauen. Auch das können wir uns nicht leisten.

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