Ukraine-Konflikt

Für den Wiederaufbau auch Kriegs-Profite heranziehen

Foto: Jan Jessen / funkegrafik nrw

Der Wiederaufbau der Ukraine wird eine Mammutaufgabe werden. dafür braucht es neben dem Willen dazu viel Geld und Transparenz.

Zerbombte Wohnviertel, zerstörte Fabriken und Krankenhäuser, zerfetzte Schienen – neben menschlichem Leid hat der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gigantische Schäden an der Infrastruktur des Landes verursacht. Noch ist dieser Krieg nicht vorbei, wie es aktuell aussieht, kann er noch Monate, vielleicht sogar Jahre andauern. Jedoch haben die Ukrainer in Landesteilen, aus denen sich die russische Armee zurückgezogen hat, bereits mit dem Wiederaufbau begonnen.

In Butscha, jener Kleinstadt nordwestlich von Kiew, in der die russische Armee mutmaßlich schwerste Kriegsverbrechen begangen hat, waren schon wenige Wochen nach dem russischen Abzug die Wracks ausgebrannter Panzer entfernt und die Straßen neu asphaltiert worden. Im wenige Kilometer entfernten Borodjanka haben Privatleute begonnen, ihre kaputten Häuser zu reparieren.

Der Wille zum Wiederaufbau, der zugleich Ausdruck der Hoffnung ist, dass der Krieg nicht ein zweites Mal über die eigene Heimatstadt hereinbrechen wird, ist in der Ukraine sehr ausgeprägt. Das unterscheidet die Ukraine von anderen kriegszerstörten Regionen.

Jedoch wird der Wiederaufbau der Ukraine eine Mammutaufgabe werden, die von den Behörden und den Menschen dort nicht allein gestemmt werden kann. Es braucht ein großangelegtes Programm. Es ist gut, dass sich bereits jetzt Länder zusammenschließen, um ein solches Programm mit Konzepten und mit Geld zu füllen. Es muss aber flankiert werden mit Maßnahmen, die sicherstellen, dass dieses Geld, ob es nun Zuschüsse oder Kredite sind, an den richtigen Stellen ankommt. Stichwort: Transparenz.

Das Geld für den Wiederaufbau sollte zudem nicht nur von den Steuerzahlern befreundeter Länder aufgebracht werden. Verwendet werden sollten dafür auch eingefrorene russische Vermögenswerte und die kriegsbedingten überbordenden Gewinne von Rüstungs- und Energiekonzernen.

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