Verlängerte Weihnachtsferien?

Maskenpflicht in Schulen wieder einführen

NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet kommentiert.

NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet kommentiert.

Foto: NRZ

Die Debatte um eine Verlängerung der Weihnachtsferien ist absurd. Viel mehr würde bewirkt durch eine Wiedereinführung der Maskenpflicht.

Wer zu Beginn der ersten Herbstferienwoche über einen späteren Schulbeginn nach Weihnachten schwadroniert, leistet keinen guten Beitrag zur Coronadebatte. Denn wer weiß denn schon, wie sich die Infektionszahlen in diesem Herbst noch entwickeln werden? Und überhaupt sollten Kinder, Eltern und Lehrer nicht noch weiter kirre gemacht werden. Die steigenden Fallzahlen machen bereits Sorgen genug.

Viel näher liegt doch, wenn in den Klassenzimmern wieder die Maskenpflicht eingeführt wird. Gleich nach diesen Ferien, also zum 26. Oktober.

Abstandsregeln kaum einzuhalten

Bei den Kleinsten kann von dieser Pflicht vielleicht abgesehen werden. Doch bei den größeren Schülern hat sich in den vergangenen Wochen sehr deutlich gezeigt, dass sie sich in der Freizeit nur schwer an die Abstandsregeln halten können. Disziplin halten fällt ihnen sehr schwer.

Manche Party oder große Familienfeier hat sich zu oft als Hotspot erwiesen. Und wer Jugendliche dabei beobachtet, wie sie gemeinsam und dicht beieinander etwa aufs Handy schauen, der bekommt schnell eine Ahnung davon, woher die hohen Infektionszahlen kommen.

Schulministerium war zu flott

In zahlreichen Städten ist die Maske längst wieder Pflicht im öffentlichen Leben geworden. Diese Maßnahme hat sich bewährt, genauso wie das konsequente Einhalten des Abstands.

Warum dann ausgerechnet in den engen Klassenräumen (30 Schüler im Raum sind keine Seltenheit) die Maske keine guten Dienste leisten soll, erschließt sich nicht. Die NRW-Schulministerin war viel zu flott, als sie vor Wochen die eingeführte Maskenpflicht kurzerhand wieder absetzte. Sie hatte damit Tür und Tor geöffnet. Die aktuellen Fallzahlen sprechen Bände. Das Spekulieren über längere Ferien ist unsinnig, wenn einfache Maßnahmen auf der Hand liegen.

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