Kommentar

Papst Franziskus: Bremser statt frischer Wind

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Foto: Anna Stais / FUNKE Foto Services

Der jüngste Bannstrahl aus Rom in Sachen Synodaler Weg macht klar: Für deutsche Katholiken ist die Bilanz nach zehn Jahren Franziskus ernüchternd.

Die fast zehnjährige Amtszeit von Papst Franziskus hinterlässt gerade bei deutschen Katholiken gemischte Gefühle – und bei denen, die dringend strukturelle Reformen im Kirchenalltag einfordern, drängt sich gar von Monat zu Monat mehr der Eindruck auf, dass in Rom eher ein Bremser denn ein Reformer auf dem Stuhl des Kirchenoberhauptes sitzt.

Das ist aus deutscher Perspektive eine traurige Bilanz für jemanden, der einst als jemand galt, der endlich die Fenster öffnet und frischen Wind in die katholische Kirche bringt. Die deutschen Bischöfe sind zwar selber zerstritten darüber, dass der Ansatz des Synodalen Wegs die einzig gangbare Variante ist, um das langsame Siechen abzumildern.

Das Beharrungsvermögen in Rom ist groß

Doch was die reformwilligen Hirten dazu in der jüngeren Vergangenheit an Signalen aus Rom erhalten, ist wenig ermutigend, stramm voranzuschreiten. Das Beharrungsvermögen in Rom ist groß. Das zeigt der jüngste Bannbrief aus Rom.

Franziskus ist jedenfalls gefangen im weiten Blick der Weltkirche, deren Ausrichtung auch andernorts noch von sehr konservativen Kräften bestimmt wird. Zwar hat der gesundheitlich erheblich Angeschlagene, wie unlängst bekannt wurde, bereits vor einigen Jahren seine Verzichtserklärung für den medizinischen Notfall hinterlegt. Doch wer weiß, wer ihm nachfolgen würde. Es muss nicht besser werden in Sachen Reformen.

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