Ärzte-Kommunikation

Peinliches Kauderwelsch

Viele Ärzte verstehen die Briefe ihrer Kollegen nicht. Das ist gefährlich.

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Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir viele Mediziner nicht mehr verstehen, weil sie mit Fachbegriffen nur so um sich werfen (warum eigentlich?). Dass Hausärzte sich aber häufig keinen Reim mehr auf die Schreiben ihrer eigenen Kollegen aus Krankenhäusern machen können, ist alles andere als trivial. Wenn Ärzte falsch verstanden werden, birgt das die Gefahr von Behandlungsfehlern.

Die Ursache allein im Zeitdruck zu suchen, zielt zu kurz: In einer Zeit von eilig verfassten Kurznachrichten, Twitter-Meldungen und Alleskleingeschrieben-Mails siecht die Schriftsprache dahin. Es ist atemberaubend, welche Texte das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Wer interessiert sich noch für Regeln? Zudem ist die Zahl der ausländischen Ärzte in Krankenhäusern gestiegen; nicht alle sprechen und schreiben ausgezeichnetes Deutsch.

Es genügt jedoch nicht, die Missstände zu beklagen. Vielmehr müssen einheitliche Standards für Arztbriefe her – und es muss eine Instanz geben, die ihre Einhaltung auch überprüft. Gegen eine bessere Integration der Thematik in das Medizinstudium ist ebenfalls nichts einzuwenden.

Vielleicht würde es schon helfen, wenn Schreibfehler den Menschen wieder peinlich würden – und das gilt nicht nur für Mediziner.

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