Flugsicherheit

Anstieg um 80 Prozent: Immer mehr Drohnen stören Flugverkehr

158 Mal behinderten Drohnen im vergangenen Jahr den Luftverkehr.

158 Mal behinderten Drohnen im vergangenen Jahr den Luftverkehr.

Foto: Andreas Arnold / dpa

Langen/Berlin  Drohnen werden zunehmend zur Gefahr für den deutschen Luftverkehr. Die Zahl der Behinderungen nahm im vergangenen Jahr deutlich zu.

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Der Londoner Flughafen Gatwick lag tagelang lahm, auch in London-Heathrow musste der Betrieb unterbrochen werden – umherfliegende Drohnen hatten die Airports im vergangenen Dezember gestört. Doch auch in Deutschland werden sie immer häufiger zum Problem.

Laut der Deutschen Flugsicherung gab es im vergangenen Jahr 158 Behinderungen des regulären Luftverkehrs durch Drohnen. Das sind etwa 80 Prozent mehr als noch 2017.

Drohnen störten am meisten am Flughafen Frankfurt

Im Großraum von Flughäfen seien 125 Fälle gemeldet worden, erklärte das bundeseigene Unternehmen in Langen, das für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig ist.

Die meisten Störungen gab es am Flughafen Frankfurt/Main (31), gefolgt von Berlin-Tegel (17), München (14) und Hamburg (12). Im bisherigen Rekordjahr 2017 waren 88 Fälle gemeldet worden.

Klare Regeln für den Betrieb von Drohnen

In Deutschland sind Drohnenflüge über Arealen wie dem Start- und Landebereich an Flughäfen verboten – ebenso über Menschenmengen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Behörden, Bundesstraßen oder Bahnanlagen.

Dort, wo es erlaubt ist, müssen die Geräte während des Fluges grundsätzlich in Sichtweite bleiben und dürfen nicht höher fliegen als 100 Meter. Ausnahmen gibt es auf Modellflugplätzen. Das Bundesverkehrsministerium hat die Regeln aufgelistet.

Registrierungspflicht für Drohnen gefordert

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft verlangte, die Sicherheitsstandards weiter zu erhöhen. „Wir halten eine Registrierungspflicht für Drohnen und ihre Eigentümer für erforderlich, damit Verantwortung klar zugewiesen werden kann“, erklärte Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

Drohnen sollten zudem mit einer Technik ausgestattet werden, die sie für Behörden und andere Luftfahrzeuge identifizierbar macht, wie etwa mit einem Transponder.

Falls es doch zu einem missbräuchlichen Einsatz von Drohnen im Flughafenumfeld komme, „sollten die zuständigen Behörden von den Möglichkeiten einer aktiven Drohnenabwehr Gebrauch machen“.

Drohnen-Sichtungen hatten zuletzt vor allem am Flughafen London-Gatwick für Alarm gesorgt. Der Flugbetrieb musste mehrmals unterbrochen werden. (dpa/cho)

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