Kryptowährung

54.000 Euro: Justiz versteigert Bitcoins aus Drogenhandel

| Lesedauer: 2 Minuten
Interessierte können die Auktion der NRW-Justiz, bei der beschlagnahmte Bitcoins versteigert werden, per Livestream verfolgen.

Interessierte können die Auktion der NRW-Justiz, bei der beschlagnahmte Bitcoins versteigert werden, per Livestream verfolgen.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Düsseldorf/ Köln.  Die NRW-Justiz versteigert am 25. Oktober beschlagnahmte Bitcoins. Die Digitalwährung wurde von Kriminellen genutzt, um Einnahmen zu verstecken.

Die nordrhein-westfälische Justiz hat mit der Versteigerung von beschlagnahmten Bitcoins begonnen. Am Montag gab Justizminister Peter Biesenbach den Startschuss für die erste Auktion der Kryptowährung über ein justizeigenes Onlineportal. Die Digitalwährung wurde von Kriminellen genutzt, um zum Beispiel Einnahmen aus Steuerhinterziehung oder Drogengeschäften zu verstecken.

Die Strafverfolgungsbehörde in NRW hätte mittlerweile Bitcoins im Wert eines zweistelligen Millionenbetrags gesichert. Sie würden nun nach und nach „verwertet“. Für den ersten angebotenen Bitcoin, dessen Startgebot bei 42.400 Euro lag, wurden am Montag innerhalb von nur zehn Minuten Gebote von bis zu rund 56.000 Euro eingereicht.

Versteigerung von Bitcoins soll in Zukunft regelmäßig erfolgen

„Es ist Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, wo immer möglich, den Straftätern die Erträge ihrer Taten zu nehmen und kriminelle Gewinne abzuschöpfen“, erklärte Biesenbach. Das gelte genauso im digitalen Bereich des Cybercrime wie im analogen Bereich. Bei den angebotenen Bitcoins handle es sich in erster Linie um virtuelles Geld aus Drogengeschäften.

Am Montag begannen insgesamt 15 Auktionen, die im Zehnminutentakt gestartet wurden. Angeboten wurden Stückelungen von 0,1 bis hin zu zehn Bitcoins. Die Startgebote für diese und künftige Versteigerungen betragen jeweils 80 bis 95 Prozent des Bitcoin-Tageskurses. Am Montag lag dieser bei rund 54.000 Euro. Die NRW-Justiz will insgesamt 215 Bitcoin mit einem aktuellen Wert von gut 11 Millionen Euro auf ihrem eigenen Auktionsportal anbieten. Der Erlös fließt in die Landeskasse. Die NRW-Justiz stellt ihr Auktionsportal auch anderen Bundesländern zur Verfügung. Die Auktionen der Bitcoins beziehungsweise Bitcoin-Tranchen sollen in Zukunft regelmäßig stattfinden.

NRW-Justiz versteigert auch beschlagnahmte Autos, Laptops und Schmuck

Der oder die Höchstbietende erhält den Bitcoin beziehungsweise die Bitcoin-Tranche als sogenanntes Paperwallet. Die Papiere enthalten zwei Schlüssel, um die Währung nutzen beziehungsweise um damit handeln zu können. Die ersteigerten Paperwallets können laut Staatsanwaltschaft analog in einer „gesicherten, versiegelten und geschlossenen“ Form persönlich abgeholt werden.

Im Internet versteigert die NRW-Justiz auch andere beschlagnahmte Wertgegenstände, darunter Autos, Laptops und Schmuck. Interessierte können die Bitcoin-Auktion ab 11.30 Uhr über den Livestream verfolgen. Das Justizministerium sendet live über seinen Twitter- und Youtube-Kanal. (dpa/sop)

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