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"Movie Money": Was Sie zu den falschen Banknoten wissen müssen

An dem roten Aufdruck "Prop Copy" sind die Fälschungen zu erkennen. „Movie Money“ – auch Theater-Geld genannt – sind Geldscheine für Theateraufführungen. Fälle gab es unter anderem in Essen, Duisburg, Mülheim, Höxter und dem Ennepe-Ruhr-Kreis.

An dem roten Aufdruck "Prop Copy" sind die Fälschungen zu erkennen. „Movie Money“ – auch Theater-Geld genannt – sind Geldscheine für Theateraufführungen. Fälle gab es unter anderem in Essen, Duisburg, Mülheim, Höxter und dem Ennepe-Ruhr-Kreis.

Foto: Polizei Kreis Höxter

Höxter/Wuppertal/Ennepetal/Duisburg.  „Movie Money“ taucht an immer mehr Orten in NRW auf. Bei den unechten Geldscheinen handelt es sich um Theater-Geld. Nichts daran ist legal.

Sie sind billigst kopiert und werden offenbar dennoch viel zu oft als echte Zahlungsmittel akzeptiert: Eine Welle von Falschgeld macht sich derzeit in NRW breit. Immer mehr Polizeibehörden warnen.

Jüngst sind Falschgeldscheine, wie sie etwa für Film-Produktionen verwendet werden, auch in Bochum, Dortmund und Lünen aufgetaucht, warnten Polizeibehörden Anfang Dezember. Erste Fälle in NRW waren Ende November im Kreis Höxter bekannt geworden. Nur wenige Tage später veröffentlichte auch die Polizei Wuppertal eine Warnung vor Falschgeld. Danach berichtete auch die Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis über aufgetauchtes Falschgeld. Schließlich legte, nur einen Tag später, die Polizei in Duisburg nach, kurz darauf wurden Fälle aus Essen und Mülheim bekannt. In allen Fällen handelt es sich um sogenanntes Theater-Geld bzw. um "Movie Money".

Im Kreis Warendorf war derartiges Falschgeld gar bereits im August aufgetaucht. Bis dann weitere Polizeibehörden damit konfrontiert wurden, veringen gut zwei Monate. Die Polizei Höxter warnte dann als erste vor besonderer Vorsicht, nachdem im Kreis Höxter unechtes Theater-Requisitengeld auftauchte. Bei den seit dem 23. November dort bekannt gewordenen Fällen handelt es sich den Angaben nach um 5-, 10- und 20-Euro-Scheine, die auf den ersten Blick dem Original zum Verwechseln ähnlich sähen, teilte die Polizei am Montag mit.

Movie Money: Knapp 100 Geldscheine an einem Parkplatz abgelegt

Am letzten November-Wochenende lagen knapp 100 unechte 10-Euro-Scheine an einem Parkplatz sowie in und an einem Parkhaus in Höxter. Dann meldete sich eine 55-Jährige, die bei einem Verkauf über eine Kleinanzeige einen unechten Schein bekommen hatte.

Nachdem die Polizei in Höxter ihre Fälle publik machte, war auch die Polizei im Bergischen Land alarmiert: Seit Ende Oktober seien dort falsche Banknoten aufgetaucht. An mehreren Orten in Wuppertal, Remscheid und Solingen waren sie, wie in Höxter, von bisher Unbekannten im öffentlichen Raum abgelegt worden. Es handle sich um falsche 10- und 20-Euro-Noten. „Die meisten Finder gaben die Falschnoten bei der Polizei ab“, teilte die Polizei Wuppertal mit. Wer versuche, damit zu bezahlen, „dem droht ein Strafverfahren“, mahnt die Polizei.

Jugendlicher bezahlten Zigaretten mit Falschgeld und flüchtete

Und die Reihe der Orte, an denen die Blüten, die auch unter dem Stichwort Movíe-Money auftauchen, geht weiter: Die Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis meldete in der letzten November-Woche, dass auch dort falsche Banknoten aufgetaucht seien. Seit etwa zwei Wochen seien solche Falschgeld-Scheine im Bereich der Polizeibehörde aufgetaucht, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. Es handle sich um 5-, 10- und 20-Euro-Noten, die wie im Kreis Höxter und im bergischen Dreieck als „Theater-Geld“ vertrieben werden. Ob die Scheine zuvor öffentlich ausgelegt worden waren, wusste man bei der Polizei am Mittwoch noch nicht. Die betreffenden Geldscheinen seien "beim Bezahlvorgang" aufgefallen und offenbar auch, als jemand Geld bei einer Bank einzahlen wollte, sagte die Sprecherin in Ennepetal.

Schließlich wurde auch die Polizei in Duisburg aktiv: In fünf Fällen hätten unterschiedliche Personen in der Stadt mit dem Falschgeld bezahlt. Unter anderem habe sich ein Jugendlicher mit einem solchen Falschgeld-Schein an einem Kiosk Zigaretten gekauft und sei dann geflüchtet. Und am Freitag darauf warnte die Polizei in Essen und Mülheim vor diesen 'Blüten'. Dort seien sogar Falschgeld-Scheine bis zum Nenn-Wert von 100 Euro in Umlauf gebracht worden, berichtete die Polizei.

Theater-Geld: Geldscheine haben die Aufschrift „Prop Copy“

Was allen aufgetauchten Geldscheinen gemeinsam ist: Sie sind sogenanntes „Theater-Geld“ und sind eigentlich für Bühne oder Fernsehen als Requisiten gedacht. Die Fälschungen hätten keine Wasserzeichen und das Papier fühle sich anders als gewohnt an, teilte die Polizei mit - „nicht so griffig“, sagte ein Sprecher in Höxter; die Polizei Duisburg teilte mit, „die Scheine können sich wie Toilettenpapier anfühlen“. Zudem sei die Seriennummer immer gleich und in roter oder blauer Schrift finde sich der Aufdruck „Prop Copy“ auf den Scheinen. In Duisburg seien diese Aufdrucke jedoch teilweise mit weißen Aufklebern verdeckt worden, sagte die Polizei.

Woher das Geld kommt und wer es mit welcher Absicht in Umlauf gebracht hat, muss die Polizei nun ermitteln. Laut Polizei Wuppertal tauchten die beschriebenen falschen Banknoten dort seit Ende Oktober vermehrt auf. Auch in Ennepetal sollen die Scheine schon seit ein paar Wochen im Umlauf sein.

Manche Geldscheine haben auch den Aufdruck "Movie Money"

Die Recherche zeigt, dass die Polizei im Kreis Warendorf sogar schon im August vor solchem Falschgeld warnte - allerdings nicht unter dem Begriff Theater-Geld, sondern unter der Bezeichnung "Movie Money". Die Geldscheine dort unterschieden sich auch etwas von denen an den anderen Orten, teilte die Polizei mit. Optisch deckten sich aber mit der Beschreibung der Scheine, die jüngst auch im Bereich Essen und Mülheim in Umlauf gebracht worden waren:

  • Die Unterschrift des Präsidenten der Europäischen Zentralbank auf der Vorderseite unterhalb der Europaflagge ist durch den Schriftzug "Movie Money" ersetzt; dort ist normalerweise kein weiterer Aufdruck
  • Auf der linken Seite ist zusätzlich in rötlicher Farbe der Schriftzug "This is not legal. It is to be used for motion props" hinzugefügt
  • Unterhalb des Schriftzuges "EURO" ist der kyrillische ersetzt durch die Buchstaben P, R, das griechische Omega-Zeichen und ein weiteres P.

Auch in Warendorf war mit dem Falschgeld in mehreren Geschäften bezahlt worden. Unter anderem hatte ein 17-Jähriger versucht, in einem Schnellrestaurant ín Beckum mit seinem falschen 20er-Schein zu bezahlen. Die Servicekraft alarmierte die Polizei, als sie den falschen Schein bemerkt hatte.

Dass möglicherweise besonders Jugendliche solche Scheine in Umlauf bringen war auch in Duisburg beobachtet worden und in Höxter. Dort wurden unter anderem an einer Schule in Bad Driburg weitere unechte Geldscheine durch die Polizei sichergestellt.

Polizei rät, auf Echtheit von Geldscheinen zu achten

Die Polizei im Kreis Höxter hat auf allen verfügbaren Kommunikationskanälen Warnungen vor dem Falschgeld verbreitet. Eine Sprecherin der Kreispolizei Wesel rät beim Umgang mit insbesondere 5er-, 10er- oder 20-er Euronoten generell zur Vorsicht: „Gerade solche Noten landen meist unbesehen in der Geldbörse“, während alles über 50 Euro meist kritisch beäugt werde, meinte sie.

Auch im Getümmel etwa auf Weihnachtsmärkten könnte sich das Falschgeld, noch dazu bei schlechten Sichtverhältnissen in der Dunkelheit, leicht verbreiten.

Theatergeld bzw. Movie Money kann man im Internet kaufen. Doch der Handel mit solchen Falschgeldscheinen ist nicht legal, teilt die Deutsche Bundesbank auf Nachfrage mit. Solche Scheine in den Umlauf zu bringen, sei eine Straftat.

Eine Übersicht mit den Sicherheitsmerkmalen von Euro-Banknoten finden sich bei der Bundesbank unter http://www.bundesbank.de/falschgeld beziehungsweise auf der Website der Europäischen Zentralbank: https://www.ecb.europa.eu/euro/banknotes/security/html/index.de.html. Dort sei das Phänomen mit der Movie Money nach eigenen Angaben bundesweit erstmals in diesem Sommer aufgefallen.

Beim Umgang mit Geldscheinen rät die Bundesbank, Banknoten stets zu prüfen und zwar durch "Fühlen-Sehen-Kippen". Das helfen "zuverlässig, die Echtheit von Banknoten zu erkennen".

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