Corona-Pandemie

Booster-Impfung: Alle wichtigen Infos zur Auffrischung

| Lesedauer: 7 Minuten
Biontech-Gründer erwartet jährliche Corona-Auffrischungsimpfungen

Biontech-Gründer erwartet jährliche Corona-Auffrischungsimpfungen

Biontech-Chef Ugur Sahin hält es für wahrscheinlich, dass in Zukunft jährliche Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus geben könnte. Er erwarte, dass der Schutz der nun begonnenen Drittimpfungen länger anhalten werde als der Schutz nach der Doppelimpfung, sagte er er "Bild am Sonntag".

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Berlin  Für viele Menschen in Deutschland kommt ein Corona-Booster infrage. Doch was ist das eigentlich? Alle Infos zur Auffrischungsimpfung.

  • Die Booster-Impfung gilt als wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Corona-Pandemie
  • Die Auffrischung hilft dabei, den Schutz aufrechtzuerhalten
  • Was muss man über den Booster wissen? Alle wichtigen Infos im Überblick

Die Booster-Impfung ist in aller Munde: Während aktuell erst rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland zweimal gegen das Coronavirus geimpft sind, wird bestimmten Personen bereits eine dritte Impfung angeboten. Doch was genau ist eine Booster-Impfung? Warum ist sie nötig? Und wann sollten Sie die dritte Impfung vornehmen? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Was ist eine Booster-Impfung?

Wenn Menschen mit einem Impfstoff gegen einen bestimmten Krankheitserreger immunisiert werden, wird in der Regel zunächst eine sogenannte Grundimmunisierung aufgebaut. Das bedeutet, dass der Impfschutz neu entsteht. Bei den Corona-Impfungen sind dafür meist zwei Dosen, bei dem Vakzin von Johnson und Johnson eine Dosis nötig.

Um den Impfschutz auf Dauer aufrecht zu erhalten, ist bei den meisten Impfungen nach einiger Zeit eine Auffrischung, eine sogenannte Booster-Impfung nötig. Das ist auch bei den Corona-Vakzinen der Fall. Im Gegensatz zur Grundimmunisierung muss dabei nur eine Dosis verabreicht werden.

Warum ist eine Booster-Impfung nötig?

Während es einige Impfungen gibt, die ein Leben lang vor einer Infektion schützen, lässt der Schutz bei den meisten Vakzinen nach. Auch bei den Corona-Impfungen ist das so. Um Geimpfte dauerhaft zu schützen, sind deshalb regelmäßige Auffrischungen bzw. Booster-Impfungen nötig. Dieses Vorgehen ist nicht neu und bei anderen Impfungen – etwa gegen Tetanus und Diphtherie – seit langem etabliert.

Lesen Sie auch: Biontech-Studie – Booster-Impfung minimiert Infektionsrisiko

Wann sollte man sich ein drittes Mal impfen lassen?

Grundsätzlich ist eine Booster-Impfung immer dann sinnvoll, wenn der Impfschutz nachlässt. Bei den Corona-Vakzinen ist noch nicht endgültig geklärt, wie lange sie vor einer Infektion schützen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) prüft laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung daher kontinuierlich, ob Auffrischungen nötig sind.

Zur Frage, wann eine dritte Impfung möglich ist, hat sich das Gesundheitsministerium nun klar geäußert. Mindestens sechs Monate müssen demnach seit der letzten Impfung vergangen sein, dann können sich Interessierte eine Auffrischungsimpfung verabreichen lassen. Unter besonderen Umständen ist der Booster aber auch schon nach einer geringeren Wartezeit möglich.Ob die Anzahl der Antikörper Einfluss auf den Zeitpunkt der Booster-Impfung hat, erklären wie hier.

Wer braucht eine Booster-Impfung?

Es scheint wahrscheinlich, dass früher oder später alle Menschen eine Booster-Impfung brauchen, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten. Aktuell kommen für eine Auffrischungsimpfung laut Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) diese Personengruppen in Betracht:

  • Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und anderen vulnerablen Gruppen
  • Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden
  • Personen mit einer Immunschwäche
  • Personen mit einer schweren Immunschwäche oder Immunsuppression (i.d.R. ab 4 Wochen nach Grundimmunisierung)
  • Menschen ab 80 Jahren
  • Menschen ab 60 Jahren nach individueller Abwägung und ärztlicher Beratung
  • Personal, das regelmäßig in Kontakt mit infektiösen Menschen steht, zum Beispiel in medizinischen Einrichtungen oder Pflegeeinrichtungen
  • Enge Haushaltskontaktpersonen von Personen mit einer schweren Immunschwäche
  • Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden
  • Personen, die ihre vollständige Impfserie mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekommen haben
  • Personen, die nach einer Coronavirus-Infektion eine Impfdosis eines Vektor-Impfstoffs erhalten haben

Inzwischen hat sich das Bundesgesundheitsministerium aber dafür ausgesprochen, allen Menschen sechs Monate nach ihrer Zweitimpfung (bzw. der ersten und einzigen Impfung bei Johnson und Johnson) einen Booster anzubieten. Auch die Ständige Impfkommission schließt sich dem inzwischen an.

Ab wann wirkt die Booster-Impfung?

Wie auch nach der zweiten Corona-Impfung dauert es nach einer Booster-Impfung einige Zeit, bis das Vakzin seine volle Wirkung entfalten kann. Da bisher nur wenige Auffrischungsimpfungen durchgeführt wurden, gibt es dazu aber noch keine verlässlichen Daten. Von welcher Wartezeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler derzeit ausgehen, lesen Sie hier.

Booster-Impfung: Darum ist sie jetzt so wichtig!
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Wie bekommt man einen Termin für die Booster-Impfung?

Bei den Corona-Impfungen war der Ansturm zunächst groß. Zahlreiche Impfzentren wurden eröffnet, um möglichst schnell möglichst viele Menschen versorgen zu können. Da die Nachfrage inzwischen deutlich nachgelassen hat, wurden viele Zentren wieder geschlossen. Nun werden Forderungen nach Wiedereröffnung der Impfzentren laut. Die Organisation der Impftermine liegt bei den Bundesländern.

Grundsätzlich ist die erste Anlaufstelle für einen Booster-Termin der Haus- oder Betriebsarzt. Impftermine gibt es zudem bei mobilen Teams oder in den noch bestehenden Impfzentren der Bundesländer. Eine Übersicht finden Sie hier.

Welche Impfstoffe werden bei der Booster-Impfung verwendet?

Seit Beginn der Corona-Pandemie arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt an der Entwicklung von Impfstoffen. Vier davon wurden bisher in der EU zugelassen:

Weitere Vakzine, wie die Mittel der Firmen Valneva und , werden aktuell getestet. Doch nicht alle der bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe werden auch für die Booster-Impfung verwendet. Studien haben ergeben, dass dabei vor allem Kreuzimpfungen mit mRNA-Impfstoffen zu einem hohen Impfschutz führen. Welcher Impfstoff der richtige für Sie ist, erklären wir hier. Besondere Regeln gelten, wenn bereits bei der Grundimmunisierung eine Kreuzimpfung verabreicht wurde.

Welche Nebenwirkungen hat die Booster-Impfung?

Wie alle Medikamente können auch die Corona-Impfstoffe Nebenwirkungen auslösen. Diese sind meist aber nicht schwerwiegend und vergehen nach wenigen Tagen – allgemein gelten die Vakzine als sicher. Insgesamt treten Nebenwirkungen bei der Auffrischung nicht häufiger auf als bei der Zweitimpfung. Einen Überblick mit den möglichen Nebenwirkungen der Booster-Impfung finden Sie hier.

Was gilt bei der Booster-Impfung für Schwangere?

Schwangere zählen in der Pandemie laut Bundesgesundheitsministerium zu den gefährdeten Gruppen. Viele Frauen waren daher froh, als die Corona-Impfung auch für werdende Mütter zugelassen wurde. Doch gilt das auch für die Auffrischung? In einigen Ländern wird der Booster inzwischen auch Schwangeren verabreicht – so ist die Lage in Deutschland.

Gibt es für den Booster ein digitales Impfzertifikat?

Wie die Grundimmunisierung wird auch die Booster-Impfung im Impfpass vermerkt. Zudem ist es möglich, sie über einen QR-Code in der Corona-Warn-App oder anderen Apps zu erfassen. Das kann nötig sein, weil die Erstimpfung nicht unbegrenzt gültig ist.

Wie viel Abstand zur Grippe-Impfung ist nötig?

Für viele Menschen ist aktuell nicht nur die Booster-, sondern auch die Grippe-Impfung ein Thema. Um einer Überlastung des Gesundheitswesens vorzubeugen, wird diese von Expertinnen und Experten dringend empfohlen. Wer beide Impfungen plant, befürchtet mitunter Wechselwirkungen. Warum das unbegründet ist und kein Abstand zwischen Corona- und Grippe-Impfung eingehalten werden muss, erklären wir hier.

(nfz)

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